Deutschlands Immobilienkonzerne entdecken das digitale Wassermanagement als stillen Kostenhebel. Der Gewerbevermieter Aroundtown hat sein komplettes niederländisches Portfolio mit vernetzten Wasserzählern des finnischen Anbieters Smartvatten ausgestattet und rollt die Technik jetzt in Deutschland aus. Den Ausschlag gibt weniger der Spareffekt als die Fähigkeit, ein Leck in Echtzeit zu erkennen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEin unbemerktes Leck in einem großen Bürogebäude verschlingt über Wochen tausende Liter, bevor die nächste Rechnung den Schaden zeigt. Genau diese Lücke schließt der Konzern mit permanenter Messung. Aus einem Nebenposten der Betriebskostenabrechnung wird so ein Frühwarnsystem.
Das Wichtigste in Kürze
- Aroundtown hat sein gesamtes niederländisches Portfolio mit dem digitalen Wassermanagement von Smartvatten ausgestattet, der deutsche Rollout hat begonnen.
- Die vernetzten Zähler messen den Verbrauch laufend und melden Lecks sofort, noch bevor sichtbarer Schaden entsteht.
- Smartvatten betreibt die Plattform in mehr als 15.000 Gebäuden und 35 Ländern.
- Die laufende Messung liefert zugleich die Wasserdaten, die CSRD und EU-Taxonomie im DACH-Raum künftig verlangen.
Was hat Aroundtown in den Niederlanden ausgerollt?

Aroundtown hat sein gesamtes niederländisches Portfolio auf das digitale Wassermanagement von Smartvatten umgestellt. Vernetzte Zähler erfassen den Wasserfluss jedes Gebäudes fortlaufend und schlagen bei Auffälligkeiten sofort Alarm. Objekte wie Newton House, das Beta Building und der Bürokomplex Dalí zählen zu den ersten, der gesamte niederländische Bestand trägt bereits das Nachhaltigkeitssiegel BREEAM. Als einer der größten Gewerbevermieter Europas bewirtschaftet Aroundtown rund 8,7 Millionen Quadratmeter Fläche.[1]
Der Schritt fügt sich in die Digitalstrategie ein, mit der Aroundtown seit Monaten Start-ups an den eigenen Gebäudebestand lässt. Das Wasser ist dabei der Anfang, nicht das Ende der Vernetzung.
Warum zählt die Leckerkennung mehr als das Wassersparen?
Der eigentliche Hebel liegt nicht im sparsameren Verbrauch, sondern in der Leckerkennung. Ein tropfender Anschluss oder ein defektes Ventil bleibt in einem großen Gebäude oft wochenlang unsichtbar und läuft trotzdem rund um die Uhr. Die laufende Messung erkennt den Dauerfluss sofort und meldet ihn, bevor Wasserschaden und Nachzahlung entstehen.
Hinzu kommt der Datenwert. Jede Ablesung fließt in die Nachhaltigkeitsbilanz und macht den Verbrauch pro Objekt vergleichbar, einen Wert, den Mieter und Investoren zunehmend abfragen. Der Sensor kostet wenig, der vermiedene Schaden und die saubere Datenspur wiegen deutlich schwerer.
Nicht das Sparen entscheidet, sondern die Leckerkennung. Die laufende Messung meldet einen Dauerfluss sofort, lange bevor Wasserschaden und Nachzahlung entstehen.
Ist Aroundtown mit dem Wasser-Fokus allein?
Aroundtown folgt einem Muster, das die Immobilienbranche gerade breit erfasst. Denselben Dienst von Smartvatten nutzt bereits Frasers Property für seine Logistikhallen in den Niederlanden und Deutschland.[2] Wasser ist der jüngste Baustein einer Welle, die den Gebäudebetrieb Schritt für Schritt digitalisiert.
Auch die Wettbewerber rüsten auf. LEG Immobilien steckt viel Geld in die Modernisierung des Bestands. In der Planung setzt sich digitale Gebäudesoftware wie die BIM-Werkzeuge von Glodon durch. Der einzelne Wasserzähler ist Teil eines größeren Umbaus.
Wasser war für Vermieter lange der Posten, den niemand beachtet hat. Sobald die Sensoren jedes Gebäudes den Verbrauch in Echtzeit melden, wird aus der stillen Nebenkostenzeile ein Frühwarnsystem und ein Baustein der ESG-Bilanz.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet das für Betreiber im DACH-Raum?
Für Eigentümer und Verwalter im DACH-Raum verschiebt die neue Berichtspflicht den Nutzen. Ab dem Berichtsjahr 2025 verlangt der europäische Nachhaltigkeitsstandard ESRS E3 Angaben zu Wasserverbrauch und Wasserrisiken. Die EU-Taxonomie knüpft die Einstufung von Gebäuden teils an messbare Verbrauchsdaten. Ohne laufende Messung bleibt beides eine grobe Schätzung.
Ein früher Einstieg rechnet sich doppelt. Er senkt die Wasserkosten und liefert zugleich die Nachweise, die Banken und Investoren inzwischen bei der Finanzierung erwarten, ähnlich wie beim CO2-Fußabdruck in der Lieferkette. Betriebe mit eigenem Gebäudebestand sollten den Verbrauch früh digital erfassen, statt ihn einmal im Jahr aus der Rechnung abzulesen.
Quellen
[1] Aroundtown: Portfolio-Kennzahlen (Stand Dezember 2025)
[2] Smartvatten: „Frasers Property Industrial Implements Smartvatten’s Water Efficiency Technology Across Germany and the Netherlands“
FAQ: Digitales Wassermanagement bei Aroundtown
Wie funktioniert digitales Wassermanagement?
Vernetzte Zähler erfassen den Wasserverbrauch eines Gebäudes fortlaufend und senden die Werte an eine Auswertungsplattform. Weicht der Verbrauch vom Muster ab, etwa durch einen Dauerfluss nachts, schlägt das System sofort Alarm. So wird aus der jährlichen Ablesung eine laufende Überwachung.
Wie erkennt ein Sensor ein Wasserleck?
Ein Leck zeigt sich als ununterbrochener Grundfluss, der auch dann läuft, wenn niemand im Gebäude Wasser zapft. Die laufende Messung erkennt genau diesen Dauerfluss und meldet ihn, oft Wochen bevor ein sichtbarer Schaden oder eine hohe Nachzahlung entsteht.
Was ist Smartvatten?
Smartvatten ist ein 2013 gegründeter finnischer Anbieter für digitale Wasserüberwachung. Die Plattform verbindet Echtzeitmessung, Leckerkennung und ESG-Berichte und läuft nach Firmenangaben in mehr als 15.000 Gebäuden in 35 Ländern. Aroundtown nutzt sie für sein niederländisches Portfolio.
Verlangt die CSRD Angaben zum Wasserverbrauch?
Ja. Der europäische Nachhaltigkeitsstandard ESRS E3, Teil der CSRD-Berichtspflicht, verlangt Angaben zu Wasserverbrauch und Wasserrisiken. Ohne laufende Messung bleiben diese Angaben eine grobe Schätzung, mit vernetzten Zählern liefert der Gebäudebestand belastbare Werte.
Was bringt eine BREEAM-Zertifizierung für Immobilien?
BREEAM bewertet die Nachhaltigkeit eines Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus, darunter den Wasserverbrauch. Ein gutes Ergebnis verbessert die Vermietbarkeit und den Zugang zu grüner Finanzierung. Digitale Verbrauchsdaten liefern die Nachweise, die eine solche Bewertung stützt.
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