CATL bindet neue Zulieferer ab 2027 an eine harte Bedingung: Materiallieferanten des größten Batterieherstellers der Welt müssen künftig den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte offenlegen. Hinter dem Schritt steht nicht grüne Imagepflege, sondern die EU-Batterieverordnung, die genau diese Daten für den Marktzugang in Europa verlangt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 2027 verlangt CATL von jedem neuen Zulieferer verpflichtend die CO2-Fußabdruck-Daten seiner Produkte.
  • Über 80 Prozent der Lebenszyklus-Emissionen einer Batterie stecken in der Lieferkette, nur ein kleiner Teil in der Zellfertigung.
  • Treiber ist die EU-Batterieverordnung: Für E-Auto-Batterien gilt eine CO2-Fußabdruck-Erklärung, ab Februar 2027 kommt der digitale Batteriepass.
  • CATLs Kernbetrieb ist seit 2025 klimaneutral, bis 2035 soll die gesamte Wertschöpfungskette folgen.

Was ändert sich für die Zulieferer von CATL?

Metallbatterie mit grünem CO2-Schild und Fußabdrücken auf Weiß
CATL verlangt ab 2027 von neuen Zulieferern CO2-Fußabdruck-Daten und berücksichtigt Ökostrom-Anteil sowie Energieeffizienz bei der jährlichen Bewertung

CATL macht den CO2-Fußabdruck ab 2027 zur Aufnahmebedingung für neue Zulieferer. Die neuen Beschaffungsrichtlinien verlangen von jedem Neuzugang die Produkt-Emissionsdaten. Zusätzlich fließen Ökostrom-Anteil und Energieeffizienz in die jährliche Lieferantenbewertung ein.

Lieferanten mit besserer CO2-Bilanz will der Konzern bei der Auftragsvergabe bevorzugen und mit längeren Verträgen absichern. Parallel startet ein Programm zur gemeinsamen Dekarbonisierung mit zunächst 30 Kernlieferanten.[1]

Den Rahmen liefert die eigene Klimabilanz. Alle 20 Batteriewerke sind als CO2-neutral zertifiziert, der Kernbetrieb läuft seit 2025 klimaneutral. Zuletzt hatte der Konzern mit der Reparatur gebrauchter E-Auto-Batterien für Schlagzeilen gesorgt, bis 2035 soll nun die gesamte Wertschöpfungskette klimaneutral werden.

Warum trifft der CO2-Fußabdruck die Lieferkette so hart?

Über 80 Prozent der Lebenszyklus-Emissionen einer Batterie entstehen in der Lieferkette, nicht in der Endfertigung. Nach CATLs eigener Rechnung liegen die Emissionen der Wertschöpfungskette mehr als fünfmal so hoch wie die des eigenen Betriebs.

Der Grund steckt in den Rohstoffen. Kathodenmaterial mit Nickel und Lithium sowie das Aluminium der Zellgehäuse verschlingen beim Abbau und Raffinieren die meiste Energie, gemessen über den gesamten Lebensweg der Batterie. Ein Zellhersteller senkt seinen ausgewiesenen Fußabdruck deshalb kaum im eigenen Werk. Entscheidend sind die Vorstufen der Kette.

„Klimaneutralität lässt sich nicht auf Schätzungen aufbauen. Sie verlangt verlässliche Daten, klare Grenzen und eine systematische Umsetzung”, sagt Jiang Li, Vizepräsident und Vorstandssekretär von CATL. Ohne belastbare Emissionsdaten der Vorlieferanten bleibt jede Klimabilanz einer Batterie eine Schätzung.

CATLs Weg zur CO2-neutralen Lieferkette
Warum der Fußabdruck einer Batterie in der Vorkette entsteht
über 80 %
der Lebenszyklus-Emissionen einer Batterie stecken in der Lieferkette
über 5-fach
höher liegen die Emissionen der Wertschöpfungskette als die des eigenen Betriebs
20 Werke
sind als CO2-neutral zertifiziert, der Kernbetrieb ist seit 2025 klimaneutral
über 10 Mio. t
CO2-Äquivalent weniger von 2023 bis 2025

Der Zeitplan

2027CO2-Fußabdruck wird Pflicht für neue Zulieferer, der digitale EU-Batteriepass startet
2035Ziel: klimaneutrale Wertschöpfungskette über alle Vorstufen

CATL macht den CO2-Fußabdruck vom Marketingargument zur Eintrittskarte in den europäischen Markt. Deutsche Zulieferer spüren diesen Druck zuerst.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet das für deutsche Zulieferer und Hersteller?

Deutsche Material- und Komponentenlieferanten müssen jetzt belastbare CO2-Daten aufbauen, sonst verlieren sie den Zugang zu CATLs Aufträgen. Den Takt gibt die EU-Batterieverordnung vor.

Die Verordnung (EU) 2023/1542 schreibt für E-Auto-Batterien eine CO2-Fußabdruck-Erklärung vor, gestaffelt über Leistungsklassen bis zu verbindlichen Höchstwerten. Ab dem 18. Februar 2027 muss zusätzlich der digitale Batteriepass jede Zelle begleiten.[2] CATL fertigt in Thüringen und im ungarischen Debrecen, der Konzern richtet seine Kette also früh auf die europäischen Regeln aus.

Das Muster ist aus Wolfsburg und Stuttgart bekannt: Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW verpflichten ihre Zulieferer längst auf CO2-Ziele. Deutsche Kathoden- und Aluminiumhersteller brauchen für CATL-Aufträge ab 2027 einen geprüften Product Carbon Footprint. Zellabnehmer wiederum bekommen endlich belastbare Daten für ihren eigenen Batteriepass und die CSRD-Berichte.

Für Entscheider in der Batterie- und Zulieferindustrie lohnt der frühe Start. Ein sauber berechneter Produkt-CO2-Fußabdruck wird ab 2027 zur Bedingung, um bei CATL und im EU-Markt überhaupt anzutreten.

FAQ: CATL verlangt ab 2027 den CO2-Fußabdruck von neuen Zulieferern

Was schreibt die EU-Batterieverordnung zum CO2-Fußabdruck vor?

Die Verordnung (EU) 2023/1542 verlangt für Elektroauto-, Industrie- und LMT-Batterien eine CO2-Fußabdruck-Erklärung nach Artikel 7. Die Vorgaben greifen gestaffelt: zuerst die Deklaration, dann Leistungsklassen, später verbindliche Höchstwerte für den Fußabdruck.

Ab wann gilt der digitale Batteriepass für E-Auto-Batterien?

Ab dem 18. Februar 2027 braucht jede E-Auto-Batterie und jede Industriebatterie über 2 kWh im EU-Markt einen digitalen Batteriepass. Er bündelt Daten zu CO2-Fußabdruck, Materialherkunft und Recyclinganteil und ist per QR-Code abrufbar.

Was ist der CO2-Fußabdruck eines Produkts (PCF)?

Der Product Carbon Footprint summiert alle Treibhausgase, die ein Produkt über seinen Lebensweg verursacht, von der Rohstoffgewinnung bis zur Fertigung. Bei Batterien dominiert die Vorkette mit Bergbau und Materialraffination den Wert.

Bis wann will CATL klimaneutral in der gesamten Lieferkette sein?

CATL hat den eigenen Kernbetrieb seit 2025 klimaneutral gestellt und alle 20 Batteriewerke zertifizieren lassen. Die gesamte Wertschöpfungskette soll bis 2035 klimaneutral werden, weil dort über 80 Prozent der Emissionen anfallen.

Welche Zulieferer bevorzugt CATL künftig bei Aufträgen?

CATL will Lieferanten mit besserer CO2-Bilanz bei der Auftragsvergabe bevorzugen und mit längeren Verträgen absichern. Ab 2027 müssen neue Zulieferer verpflichtend Produkt-Emissionsdaten liefern, sonst kommen sie nicht in die Beschaffung.

Quellen

[1] CATL: „CATL Achieves 2025 Core Operation Carbon Neutrality Target, Sets Path to 2035 Value-Chain Goal“

[2] Amtsblatt der EU: Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien

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