Ein Direktimporteur namens Auto China verkauft die China-Audi E5 und E7X jetzt in Deutschland, für 59.980 und 72.900 Euro. Entwickelt hat Audi diese Autos mit SAIC allein für China, ganz ohne die vier Ringe. Der Preis liegt beim Doppelten des China-Werts. Schuld ist ausgerechnet der EU-Zoll gegen den Partner SAIC.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie China-Audi E5 und E7X stehen ab sofort in Deutschland zum Verkauf. Angeboten werden die beiden Elektroautos nicht von Audi selbst, sondern vom Direktimporteur Auto China. Für Käufer stellt sich sofort eine Frage: Warum kostet dasselbe Auto hier fast das Doppelte wie in Schanghai?
Das Wichtigste in Kürze
- Der Direktimporteur Auto China verkauft die für China entwickelten Modelle AUDI E5 und E7X in Deutschland, zu 59.980 und 72.900 Euro.
- Die Autos tragen bewusst nicht die vier Ringe: Die Marke AUDI gehört einem Gemeinschaftsunternehmen von Audi und dem Staatskonzern SAIC.
- Der Deutschland-Preis liegt rund doppelt so hoch wie in China, vor allem wegen des EU-Ausgleichszolls von 35,3 Prozent auf SAIC.
- Käufer übernehmen die Risiken selbst: kürzere Batteriegarantie, chinesischer Ladestandard und offene Fragen bei Software-Updates.
Wer bringt die China-Audi nach Deutschland?

Den Verkauf übernimmt nicht Audi, sondern der freie Direktimporteur Auto China, der die Modelle E5 und E7X einzeln aus China nach Deutschland holt. Auto China kauft die Fahrzeuge in China, wickelt Transport, Verzollung, EU-Einzelabnahme und Zulassung ab und bietet einen eigenen After-Sales-Service.[1] Neben den Audi-Modellen führt der Importeur auch Marken wie Xiaomi und Li Auto.
Ohne Ringe laufen die Wagen mit Absicht: Die Marke AUDI in Großbuchstaben ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Audi und SAIC und baut auf der Elektro-Plattform des chinesischen Partners auf. Audi erklärt, die Autos seien allein für China entwickelt. Wie stark China die Preise drückt, zeigt schon der Vergleich mit dem BMW iX3, den der Konzern in China zum halben Preis anbietet.
Warum kostet der Import das Doppelte?
Der Aufschlag entsteht nicht durch die Technik, sondern durch den EU-Ausgleichszoll: SAIC zahlt seit Oktober 2024 auf jedes in China gebaute Elektroauto 35,3 Prozent zusätzlich zum regulären Satz von 10 Prozent.[2] In China startet der E5 Sportback bei umgerechnet rund 30.000 Euro. In Deutschland ruft Auto China 59.980 Euro auf, der größere E7X kostet ab 72.900 Euro.
Pikant ist Audis Rolle dabei: Der Zoll trifft SAIC, den Hersteller der AUDI-Modelle. Die Abgabe, die Europas Hersteller schützen soll, verteuert damit ausgerechnet die eigenen China-Autos von Audi. Dass selbst hohe Zölle den Fluss nicht stoppen, zeigt auch der Import von Zeekr-Robotaxis trotz 102 Prozent Strafzoll. Denselben Preisdruck kennt der Markt von den Plug-in-Hybriden aus China, gegen die VW rasche Zölle forderte.
Der teuerste Bestandteil dieser Autos ist nicht die Technik, sondern der eigene Schutzzoll der EU. Audi konkurriert in Deutschland plötzlich mit dem China-Werk, an dem der Konzern selbst beteiligt ist.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Import gegen Audi Deutschland
China-Audi per Direktimport
- Batteriegarantie 2 Jahre / 80.000 km
- Ladestandard GB/T aus China, Adapter nötig
- Service über den Importeur Auto China
Audi im deutschen Netz
- Batteriegarantie 8 Jahre / 160.000 km
- Ladestandard CCS ab Werk
- Service im offiziellen Händlernetz
Was heißt das für Käufer und für Audi?
Für Käufer bleibt der Import ein Risikogeschäft, denn die Batteriegarantie läuft nur zwei Jahre statt acht, der Ladestandard ist das chinesische GB/T statt CCS und Software-Updates sind nicht zugesichert. Ersatzteile und Werkstatttermine organisiert der Importeur, nicht das offizielle Audi-Händlernetz.
Rechtlich ist der Weg ebenfalls nicht abgesichert: Volkswagen ließ 2026 den Parallelimport des China-Modells ID.6 gerichtlich stoppen. Auch Audi könnte gegen den Verkauf der AUDI-Fahrzeuge vorgehen.[1] Grundsätzlicher zeigt der Fall, wie sehr sich die Richtung gedreht hat: Deutsche Hersteller entwickeln in China Software und Elektronik, die sie von Partnern wie XPeng zurückkaufen. Jetzt kommen ganze Autos denselben Weg zurück.
Vor dem Kauf lohnt der nüchterne Blick auf die Folgekosten: den Wertverlust beim Elektroauto und die realen Ladetarife, bevor der günstige China-Preis lockt.
FAQ: China-Audi in Deutschland
Darf man einen China-Audi in Deutschland zulassen?
Ja. Ein Direktimporteur wie Auto China übernimmt EU-Einzelabnahme, Zulassung, Verzollung und Papiere. Rechtlich kann der Hersteller aber versuchen, den Verkauf zu untersagen, wie Volkswagen beim China-Modell ID.6 vorgegangen ist.
Was kostet der AUDI E5 in Deutschland?
Der Direktimporteur Auto China ruft für den AUDI E5 Sportback 59.980 Euro auf, für den größeren E7X 72.900 Euro. In China startet der E5 bei umgerechnet rund 30.000 Euro. Der deutsche Preis liegt also etwa doppelt so hoch, vor allem wegen Fracht, Homologation und des EU-Ausgleichszolls.
Gehört die Marke AUDI zu Audi?
AUDI in Großbuchstaben ohne die vier Ringe ist eine eigene Marke aus dem Gemeinschaftsunternehmen von Audi und dem chinesischen Staatskonzern SAIC. Die Fahrzeuge nutzen SAICs Elektro-Plattform. Audi erklärt, die Autos seien allein für den chinesischen Markt entwickelt.
Bekomme ich Garantie und Ersatzteile für einen importierten China-Audi?
Nur eingeschränkt. Beim Import gilt eine Batteriegarantie von zwei Jahren oder 80.000 Kilometern, während Audi in Deutschland acht Jahre oder 160.000 Kilometer gewährt. Ersatzteile, Werkstatttermine und Software-Updates organisiert der Importeur, nicht das offizielle Audi-Händlernetz.
Quellen
[1] electrive.net: „Direktimporteur bietet Elektro-Audis ohne Ringe-Logo in Deutschland an“ (24.08.2026)
[2] Europäische Kommission: „Ausgleichszölle auf Einfuhren von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen aus China“ (Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754)
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