Kuehne+Nagel soll die Lieferverkehre des chinesischen Batterieherstellers CATL in Europa auf Elektro-Lkw umstellen. In China testen beide Konzerne zusätzlich den Akkutausch beim schweren Lastwagen. Für Speditionen in der DACH-Region zeigt der Schritt, wie große Verlader den Umstieg auf den E-Lkw künftig einfordern.

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CATL und der Schweizer Logistikkonzern Kuehne+Nagel haben eine Absichtserklärung für Batterielogistik, elektrische Transporte und weniger Emissionen unterzeichnet. Kuehne+Nagel machte die Partnerschaft am 25. September in Schindellegi bekannt,[1] das chinesische Finanzportal Sina Finance berichtete am 28. September.[2] Den Anstoß für den teuren Umstieg auf den E-Lkw gibt in diesem Fall der Auftraggeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • CATL und Kuehne+Nagel unterzeichneten eine Absichtserklärung zu Batterielogistik, Elektro-Lkw und Emissionsminderung.
  • Zuerst stellt Kuehne+Nagel die Transporte von CATL in Europa auf elektrische Lastwagen um.
  • In China startet noch 2026 ein Pilot mit Wechselakkus für schwere Lkw auf Basis des CATL-Systems Qiji.
  • In Deutschland fahren E-Lkw bis Mitte 2031 mautfrei, ein Vorteil in der Kostenrechnung gegenüber dem Diesel.

Was haben CATL und Kuehne+Nagel vereinbart?

Modell LKW und ein weißer Legobaustein mit einem grünen Schild
Kuehne+Nagel elektrifiziert Transportströme von CATL in Europa. In China testen beide Firmen 2024 Batteriewechsel bei schweren Lkw

Zwei Projekte stehen am Anfang. Kuehne+Nagel elektrifiziert die Transportströme von CATL in Europa, in China testen beide Firmen noch in diesem Jahr den Batteriewechsel bei schweren Lkw.[1] Recycling, Batterieservice und Speicher in Logistikzentren sollen folgen. Fahrzeugzahlen, Strecken und Investitionen nennen die Unternehmen nicht.

„Batterieelektrische Fahrzeuge sind unverzichtbar, um den Straßengüterverkehr zu dekarbonisieren“, sagt Søren Schmidt, Executive Vice President Road Logistics bei Kuehne+Nagel. „Der Umstieg braucht Lösungen, die leistungsfähig sind und sich im Betrieb bewähren.“ Akin Li, Executive President des Auslandsgeschäfts von CATL, betont das gemeinsame Ziel: „Als weltweit führende Unternehmen unserer jeweiligen Branchen teilen CATL und Kuehne+Nagel das Bekenntnis, die Energiewende zu beschleunigen und eine Zukunft mit Netto-Null-Emissionen zu erreichen.“

Das Motiv liegt in der Scope-3-Bilanz, in der CATL auch die Transporte seiner Dienstleister führt. Nach eigenen Angaben arbeiten alle 20 Kernwerke des Batterieherstellers bereits klimaneutral, bis 2035 soll die gesamte Batterie-Lieferkette folgen.[1] Dieses Ziel verfehlt CATL, solange Diesel-Lkw die Batterien zu den Kunden fahren. Kuehne+Nagel senkt mit jedem E-Lkw genau diese Emissionen seiner Verlader.

Warum setzt CATL beim schweren Lkw auf den Akkutausch?

Das Wechselsystem Qiji trennt Fahrzeug und Batterie. Unter dem Rahmen sitzen ein bis drei Blöcke mit je 171 Kilowattstunden, eine automatische Station tauscht sie nach CATL-Angaben in wenigen Minuten.[3] Die Batterie bezieht der Spediteur über das Wechselnetz, statt sie mit dem Lkw zu kaufen. Die Lithium-Eisenphosphat-Zellen halten laut Hersteller über 15.000 Ladezyklen. Wie stark Zellen über die Jahre altern, erklärt unser Ratgeber zur Akku-Degradation beim E-Auto.

Die Ersparnis beziffert CATL auf 30.000 bis 60.000 Yuan pro Jahr, also rund 3.900 bis 7.800 Euro, für einen Lkw mit etwa 200.000 Kilometern Jahresleistung (EZB-Referenzkurs vom 25. September 2026: 1 Euro = 7,66 Yuan).[3] Die Zahl stammt aus der Vorstellung des Systems im Juni 2023 und bleibt eine Herstellerangabe. Wie weit der Akkutausch in China schon verbreitet ist, beschreibt unser Bericht darüber, wie CATL den Batteriewechsel zum Standard für Chinas E-Lkw macht.

Europa setzt bisher auf das Megawatt-Laden: Laut Herstellerverband ACEA wären bis 2030 40.000 bis 50.000 solcher Ladepunkte nötig. Einen Gegenentwurf plant CATL mit dem britischen Energieversorger Octopus Energy: Das Gemeinschaftsunternehmen Swaptopus will 2027 die ersten Wechsel-Hubs in Großbritannien eröffnen, bis 2035 sollen über 30 in Europa stehen.[4]

Den Druck zum E-Lkw macht künftig nicht nur Brüssel, sondern der eigene Kunde. Verlangen Verlader wie CATL elektrische Transporte, verliert der Diesel-Spediteur die Ausschreibung.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
E-Lkw mit Wechselakku: die Eckdaten
Was CATLs System Qiji verspricht und welche Regeln in Deutschland und der EU gelten
171 kWh
fasst ein Wechselblock, ein Lkw fährt mit ein bis drei Blöcken
3.900 bis 7.800 €
Ersparnis pro Lkw und Jahr bei 200.000 Kilometern, laut CATL
15.000
Ladezyklen halten die Zellen nach Herstellerangabe
30.06.2031
bis zu diesem Tag fahren E-Lkw in Deutschland mautfrei
EU-Vorgabe: weniger CO2 bei neuen schweren Lkw gegenüber 2019
ab 203045 %
ab 203565 %
ab 204090 %

Umrechnung zum EZB-Referenzkurs vom 25. September 2026 (1 Euro = 7,66 Yuan). Die Ersparnis stammt aus CATLs Vorstellung des Systems im Jahr 2023.

Was bedeutet das für Speditionen in der DACH-Region?

Die Maut verschiebt die Rechnung zugunsten des Stromers. Emissionsfreie Lkw über 4,25 Tonnen fahren in Deutschland bis zum 30. Juni 2031 mautfrei, die Befreiung wurde im Dezember 2025 verlängert.[5] Parallel verpflichtet die EU die Hersteller, den CO2-Ausstoß neuer schwerer Lkw bis 2030 um 45 Prozent und bis 2040 um 90 Prozent gegenüber 2019 zu senken.[6] Die Batterien dafür kommen überwiegend aus China, weshalb Daimler Truck bereits nach einer europäischen Batterie-Allianz ruft.

Zwei Schritte gehören jetzt auf die Agenda. Speditionen sollten ihre Großkunden fragen, ob diese Emissionsdaten je Transport verlangen, und die Antwort in die nächste Ausschreibung einpreisen. Zudem lohnt eine Vollkostenrechnung für den E-Lkw auf festen Pendelstrecken, solange die Mautbefreiung gilt.

Was haben CATL und Kuehne+Nagel vereinbart?

Beide Konzerne unterzeichneten im September 2026 eine Absichtserklärung. Kuehne+Nagel stellt die Transporte von CATL in Europa auf Elektro-Lkw um, in China testen die Partner den Akkutausch bei schweren Lkw. Später folgen Recycling, Batterieservice sowie Speicher und Ladepunkte in Logistikzentren.

Wie funktioniert CATLs Batteriewechsel Qiji?

Unter dem Rahmen des Lkw sitzen ein bis drei Batterieblöcke mit je 171 Kilowattstunden. Eine automatische Station tauscht sie nach CATL-Angaben in wenigen Minuten. Die Batterie bezieht der Spediteur über das Wechselnetz, statt sie mit dem Fahrzeug zu kaufen.

Sind Elektro-Lkw in Deutschland mautfrei?

Ja. Emissionsfreie Lkw über 4,25 Tonnen sind in Deutschland bis zum 30. Juni 2031 von der Lkw-Maut befreit. Für kleinere Nutzfahrzeuge unter 4,25 Tonnen gilt die Befreiung dauerhaft.

Quellen

[1] Kuehne+Nagel: „Kuehne+Nagel and CATL partner to advance battery logistics and fleet electrification“

[2] Sina Finance (新浪财经): „德迅与宁德时代,深化战略合作“

[3] CATL: „QIJI Energy Heavy-duty Truck Battery Swapping Solution Launch“

[4] Octopus Energy: „Big on Batteries: Octopus and CATL team up to unlock electric trucking across Europe“

[5] Bundesministerium für Verkehr: „Mautbefreiung für emissionsfreie Lkw wird bis Mitte 2031 verlängert“

[6] EUR-Lex: „Verordnung (EU) 2024/1610 zu CO2-Emissionsnormen für schwere Nutzfahrzeuge“

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