Beckhoff lässt Industriemaschinen auf Zuruf gehorchen. Auf der Hannover Messe verband das Familienunternehmen aus Verl große Sprachmodelle mit der Maschinensteuerung, sodass sich Anlagen per gesprochenem Befehl bedienen lassen.

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Stellen Sie sich vor, Sie sagen einer Maschine, was sie tun soll, und sie tut es. Genau das zeigte Beckhoff zuletzt in einer Demozelle. Mit Physical AI bringt das Unternehmen künstliche Intelligenz aus dem Chatfenster direkt in die industrielle Steuerung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beckhoff verbindet große Sprachmodelle über die Software TwinCAT CoAgent mit der Maschinensteuerung
  • In einer Demozelle dirigieren Sprachbefehle das Planarmotor-System XPlanar
  • Der modulare Roboter ATRO setzt gesprochene Anweisungen in Maschinenbefehle um
  • Das Unternehmen steigerte den Umsatz 2025 auf 1,24 Milliarden Euro, ein Plus von 6 Prozent

Was bedeutet Physical AI in der Praxis?

Mikrofon auf Ständer neben Sprechblase mit Zahnrad und Text SPRACHSTEUERUNG auf Weiß
Sprachgesteuerte Bewegungssteuerung: Mit standardisierten Schnittstellen koppelt Beckhoff Sprachmodelle an deterministische Systeme, sodass Maschinen gesprochene Befehle ausführen

Der Kern ist die Brücke zwischen Sprache und Bewegung. Beckhoff koppelt Sprachmodelle über standardisierte Schnittstellen an deterministische Steuerungssysteme, sodass Maschinen gesprochene Befehle interpretieren und ausführen. In der Demozelle steuern Anwender per Stimme die schwebenden Mover des Planarmotor-Systems XPlanar.

Der Unterschied zu reiner Chatbot-KI liegt in der Echtzeit. Industrielle Steuerungen müssen deterministisch arbeiten, also exakt vorhersehbar reagieren. Beckhoff verknüpft die unscharfe Welt der Sprachmodelle mit dieser harten Anforderung, indem die KI den Befehl liefert und die Steuerung die präzise Ausführung übernimmt.

Diese Verschmelzung von KI und Maschine ist der nächste große Schritt der Industrie. Wie tief das Thema in den Maschinenbau reicht, zeigt auch der Blick auf fühlende Robotergreifer aus Dresden und die Grundlagen im Robotik-Glossar.

Eine Maschine, die auf Zuruf gehorcht, klingt nach Spielerei, ist aber das Gegenteil. Wer die unscharfe Sprache der KI mit der harten Echtzeit der Steuerung verbindet, macht Automatisierung für Menschen ohne Programmierkenntnisse bedienbar.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Welche Technik steckt dahinter?

Mikrofon mit Metall-Ohr, „BECKHOFF“-Logo, „SPS-VOICE 1.0“-Schriftzug und Schallwellen-Symbolen
Beckhoff-Software TwinCAT CoAgent und Machine Learning Creator ermöglichen Maschinenbauern von Konstruktion bis Betrieb Sprachanweisungen in Maschinenbefehle umzuwandeln

Das Herzstück ist eine Software-Ergänzung. Mit TwinCAT CoAgent und dem TwinCAT Machine Learning Creator stellt Beckhoff Werkzeuge bereit, die Maschinenbauer von der Konstruktion bis zum Betrieb begleiten. Im größeren Beispiel auf der Messe interpretierte der modulare Roboter ATRO gesprochene Anweisungen, übersetzte sie in Maschinenbefehle und übernahm Bahnplanung sowie Diagnose.

Die Beckhoff-Steuerungen laufen standardmäßig unter Windows und Linux, was viele Kunden ausdrücklich nachfragen. Diese Offenheit ist Teil der PC-basierten Steuerungsphilosophie, mit der das Unternehmen seit Jahrzehnten arbeitet und die es nun um KI-Funktionen erweitert.

Was heißt das für Entscheider?

Grauer Steuerschrank mit oranger Aufschrift „BECKHOFF STEUERUNG“ und „MODELL: ZURUF v1.0“
Sprachgesteuerte Bedienung senkt Hürden bei komplexen Maschinen, reduziert Spezialkenntnisse und beschleunigt Umrüstungen. Beckhoff erzielte 2025 Umsatz von 1,24 Milliarden Euro

Der Ansatz senkt die Hürde zur Bedienung komplexer Anlagen. Wenn sich Maschinen per Sprache dirigieren lassen, brauchen Bediener weniger Spezialwissen, und die Umrüstung wird schneller. Für Unternehmen lohnt der Blick, an welchen Stellen sprachgesteuerte Bedienung die Produktion flexibler macht.

Wirtschaftlich steht Beckhoff dabei solide da: Der Umsatz stieg 2025 auf 1,24 Milliarden Euro, rund 80 Millionen Euro fließen jährlich in Forschung und Entwicklung. Weitere Informationen stehen im Newsroom von Beckhoff.

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