Baut Meta jeden fünften Job ab? Wahrscheinlich.
16. März 2026
Reading Time: 2 minutes

Baut Meta jetzt jeden fünften Job ab?

Michael Dobler

Michael Dobler

Autor Dr. Web
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Meta plant laut Reuters den größten Stellenabbau der Firmengeschichte. Bis zu 20 % der Belegschaft könnten betroffen sein. Der Grund: die enormen Kosten für KI-Infrastruktur und ein Flaggschiffmodell, das nicht liefert.

Waren Sie schon in dieser Situation? Ein Lieferant kündigt Großes an, verbrennt Milliarden und schickt dann die eigenen Leute nach Hause. Bei Meta passiert genau das, nur in einer Dimension, die selbst für Silicon Valley ungewöhnlich ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Meta plant Entlassungen, die 20 % oder mehr der Belegschaft treffen könnten
  • Bei knapp 79.000 Beschäftigten wären das 15.000 bis 16.000 Arbeitsplätze
  • Für 2026 hat Meta zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur eingeplant
  • Meta-Sprecher Andy Stone nannte die Berichte „spekulative Berichterstattung über theoretische Ansätze“
Baut Meta jeden fünften Job ab? Wahrscheinlich.
Der neue Kollege braucht keine Kaffeepause und verhandelt nie über Gehalt. Dafür bringt er auch keine Kuchen mit.

Warum streicht Meta ausgerechnet jetzt?

Die Nachrichtenagentur Reuters beruft sich auf drei Quellen, die mit den Vorgängen vertraut sind. Top-Führungskräfte haben bereits andere leitende Angestellte über die Pläne informiert und sie angewiesen, konkrete Einsparungen auszuarbeiten. Ein Datum oder eine endgültige Größenordnung stehen noch nicht fest. Fest steht nur: KI verschlingt Kapital in einem Tempo, das selbst einen Konzern mit über 200 Milliarden Dollar Jahresumsatz unter Druck setzt.

Wo bleibt das Flaggschiff?

Das neue Modell mit dem Codenamen „Avocado“ wurde bereits mehrfach verschoben und soll frühestens im Mai 2026 erscheinen. Interne Tests zeigen, dass Avocado in wichtigen Bereichen wie logischem Schlussfolgern und autonomem Handeln hinter Modellen von Google, OpenAI und Anthropic zurückliegt. Für einen Konzern, der gerade Hunderte Milliarden in Rechenzentren und Chips steckt, wiegt das schwer. Mark Zuckerberg deutete im Januar an, dass Projekte, die früher große Teams brauchten, künftig von einzelnen Personen zu schaffen seien.

„Wer KI als Sparmaßnahme verkauft und gleichzeitig 135 Milliarden investiert, sollte besser liefern. Sonst zahlen am Ende nur die Mitarbeiter den Preis.“
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Steht Meta allein da?

Amazon bestätigte im Januar den Abbau von rund 16.000 Stellen, und die Fintech-Firma Block halbierte ihre Belegschaft, wobei CEO Jack Dorsey ausdrücklich auf KI-Tools verwies. Kritiker wie OpenAI-Chef Sam Altman warnen vor „AI-Washing“: Viele Firmen nutzten KI als Vorwand für Stellenstreichungen, die auf Übereinstellungen während der Pandemie-Boomjahre zurückgehen. Bei Meta dürfte beides zutreffen. Der Schwenk weg von Open Source (Llama) hin zu proprietären, kostenpflichtigen KI-Produkten verlangt neue Strukturen und kostet alte Arbeitsplätze.

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