SEW-Eurodrive, Weltmarktführer bei Antriebstechnik, öffnet sich für offene Automatisierung und tritt der ctrlX-World-Plattform von Bosch Rexroth bei. Für ein traditionell auf eigene Systeme bedachtes Familienunternehmen ist das ein bemerkenswerter Schritt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie Antriebstechnik aus Bruchsal bewegt Maschinen in aller Welt. Jetzt bewegt sich das Unternehmen selbst, hin zu mehr Offenheit. SEW-Eurodrive verzahnt seine digitale Antriebssteuerung mit fremden Plattformen und baut zugleich ein eigenes Werkzeug für softwaredefinierte Automatisierung aus.
Das Wichtigste in Kürze
- SEW-Eurodrive wird Teil der Partnerwelt ctrlX World von Bosch Rexroth
- Mit der OrchestrationSuite führt das Unternehmen ein Werkzeug für Software Defined Automation ein
- Eine neue AMR-Plattform adressiert die moderne Intralogistik
- Strategische Kooperationen mit Safelog und TTTech Digital Solutions ergänzen das Portfolio
Warum öffnet sich ein Marktführer für fremde Plattformen?

Der Schritt ist ein Bekenntnis zur Interoperabilität. Mit dem Beitritt zur ctrlX World, der offenen Partnerwelt von Bosch Rexroth, macht SEW-Eurodrive seine Antriebssteuerung für ein Ökosystem anschlussfähig, das herstellerübergreifend funktioniert. Kunden können Komponenten verschiedener Anbieter leichter kombinieren.
Hinter der Öffnung steht ein Branchentrend. Maschinenbauer fordern zunehmend offene, modulare Systeme statt geschlossener Inseln. Wer als Antriebsspezialist anschlussfähig bleibt, sichert seinen Platz in komplexen Anlagen, in denen Komponenten vieler Hersteller zusammenspielen.
Diese Bewegung zu offenen Standards prägt die gesamte Branche, wie auch das Robotik-Glossar mit Blick auf Steuerungsarchitekturen zeigt. Die Verzahnung von Antrieb, Steuerung und Software wird zum entscheidenden Wettbewerbsfeld.
Wenn ein Weltmarktführer der Antriebstechnik einer fremden Plattform beitritt, dann hat sich die Logik der Branche gedreht. Offenheit schlägt heute die geschlossene Insel, selbst bei Unternehmen, die jahrzehntelang auf eigene Systeme gesetzt haben.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was steckt hinter der OrchestrationSuite?

Das eigene Werkzeug zielt auf die softwaredefinierte Fabrik. Mit der OrchestrationSuite, powered by Software Defined Automation, will SEW-Eurodrive die Steuerung von Anlagen stärker in die Software verlagern und vom einzelnen Gerät lösen. Das passt zum Wandel, bei dem Flexibilität und schnelle Umrüstung über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden.
Ergänzt wird die Strategie durch konkrete Produkte und Partnerschaften. Eine neue Plattform für autonome mobile Roboter adressiert die Intralogistik, und Kooperationen mit Safelog sowie TTTech Digital Solutions erweitern das Lösungsangebot rund um Transport und Vernetzung in der Fabrik.
Was heißt das für Anlagenbetreiber?

Der Kurswechsel erleichtert die Planung offener Anlagen. Wer auf SEW-Antriebe setzt, gewinnt durch die ctrlX-World-Anbindung mehr Freiheit bei der Wahl ergänzender Komponenten. Für Betreiber lohnt die Prüfung, welche Teile der eigenen Automatisierung sich softwareseitig flexibler gestalten lassen.
Praktisch bedeutet das, bei Neuinvestitionen auf Interoperabilität und Software-Offenheit zu achten, statt sich an ein geschlossenes System zu binden. Weitere Informationen stehen im Newsroom von SEW-Eurodrive.