Tesla Grünheide hat sein Geschäftsjahr 2025 mit 77,1 Millionen Euro Jahresüberschuss abgeschlossen, nach 56,8 Millionen im Vorjahr.[1] Vom Band sind dabei rund 202.000 Fahrzeuge gelaufen, etwa 9.000 weniger als zuvor, bei einer Auslastung von 54 Prozent.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Jahresüberschuss 2025: 77,1 Millionen Euro, ein Plus von 35,6 Prozent, bei nur 54 Prozent Auslastung.
- Produktion: rund 202.000 Fahrzeuge, etwa 9.000 weniger; der Umsatz sank von 7,7 auf 7,1 Milliarden Euro.
- Hochlauf ab Oktober 2026 auf bis zu 7.500 Model Y pro Woche, dazu rund 1.000 zusätzliche Stellen.
- Ab 2027 eigene 4680-Zellfertigung in Brandenburg: 18 Gigawattstunden, rund 218 Millionen Euro Investition, über 1.500 Jobs.
Wie steigt der Gewinn, wenn weniger Autos vom Band laufen?

Der Gewinn steigt, weil Grünheide 2025 seine Linien für neue Model-Y-Varianten umgebaut hat. Die Umstellung hat kurzfristig Stückzahl gekostet, aber die Marge je Fahrzeug verbessert. Bei 54 Prozent Auslastung verdient das Werk heute mehr pro Auto als im volleren Vorjahr.
Umsatz und Stückzahl sind gesunken, der Überschuss ist trotzdem gestiegen. Diese Schere entsteht durch bessere Margen: höherwertige Model-Y-Varianten und straffere Kosten haben den Produktionsrückgang mehr als ausgeglichen.
Bemerkenswert bleibt die niedrige Auslastung. Mit 54 Prozent nutzt der Standort gut die Hälfte seiner Kapazität, während Teslas Absatz in Europa 2025 unter Druck gestanden hat.
Dass die Fabrik dennoch profitabel gearbeitet hat, hebt den Standort von vielen europäischen Werken ab, die bei sinkender Nachfrage sofort in die roten Zahlen rutschen. Zum Vergleich: der US-Rivale Lucid hat zuletzt sogar Insolvenzgerüchte dementieren müssen.
Grünheide zeigt, dass eine Autofabrik in Deutschland auch bei halber Auslastung Geld verdienen kann. Tesla kauft sich mit der eigenen Zellfertigung genau die Unabhängigkeit, die der deutschen Konkurrenz noch fehlt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Warum baut Tesla ausgerechnet jetzt aus?
Ab Oktober 2026 soll Grünheide bis zu 7.500 Model Y pro Woche bauen, rund 20 Prozent mehr als bisher. Tesla stellt dafür etwa 1.000 zusätzliche Kräfte ein und beliefert von Brandenburg aus über 30 Märkte. Insgesamt sind rund 3.500 neue Stellen geplant.
Der Ausbau fällt in eine schwierige Phase der europäischen Autoindustrie. Etablierte Hersteller drosseln Werke und bauen Stellen ab, Tesla stockt in Grünheide auf. Möglich macht den Zuwachs die Sonderrolle des Standorts als Teslas einzige Fabrik in Europa.
Der deutsche Markt kommt dabei entgegen, nachdem die E-Auto-Neuzulassungen zuletzt kräftig angezogen haben. In den USA dagegen hat eine neue kalifornische Prämie den Hersteller übergangen.
Was bedeutet das Zellwerk für Europa?
Ab 2027 will Tesla in Grünheide eigene 4680-Batteriezellen fertigen: 18 Gigawattstunden Jahreskapazität, rund 218 Millionen Euro Investition, über 1.500 Stellen. Damit läge die gesamte Kette von der Zelle bis zum fertigen Auto an einem Standort, in Europa bislang einzigartig.
Die eigene Zellfertigung ist der strategisch wichtigste Teil des Plans. Europas Autobauer beziehen ihre Zellen bislang überwiegend aus Asien, allen voran aus China. Eine lokale 4680-Produktion senkt diese Abhängigkeit und umgeht die Zölle, die die EU auf importierte chinesische Elektroautos erhebt, während chinesische Hersteller wie BYD ihr Händlernetz in Deutschland ausbauen.
Für Zulieferer und Fachkräfte in Brandenburg entsteht damit eine seltene Wachstumsinsel. Für eine Anstellung oder einen Liefervertrag lohnt der Blick auf die Ausbaustufen ab Oktober. Für Käufer bleibt entscheidend, was Anschaffung, Laden und Wertverlust am Ende zusammen kosten.
Quelle
[1] Bundesanzeiger: Jahresabschluss der Tesla Manufacturing Brandenburg SE zum 31. Dezember 2025 (abrufbar über die Suche im Bundesanzeiger). ↩
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