Steigende Speicherpreise drücken bei den meisten Herstellern die Marge, bei Transsion schnellt der Gewinn nach oben. Der chinesische Handyhersteller, in Afrika die Nummer eins, steigert den Halbjahresgewinn um 46 Prozent auf 227 Millionen Euro, obwohl weniger Geräte verkauft wurden. Die weltweite Chip-Teuerung reicht der Konzern einfach an seine Kunden weiter.

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Der höhere Speicherpreis wird für Transsion zum Hebel des Rekords. Möglich wird das nur, weil die gesamte Branche gleichzeitig teurer wird und kein Rivale den Preis unterbietet. Der Absatz sinkt, der Gewinn springt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Transsion steigert den Halbjahresgewinn um 46,2 Prozent auf 227 Millionen Euro, obwohl der Smartphone-Absatz sinkt.
  • Möglich macht das die weltweite Speicher-Teuerung: Der Konzern hob die Gerätepreise im Gleichschritt mit den Chipkosten an.
  • Samsung, SK Hynix und Micron lenken den Großteil ihrer Fertigung auf teuren KI-Speicher um, für den Massenmarkt bleibt weniger.
  • Für deutsche Einkäufer bedeutet das höhere Preise für Server, Business-Notebooks und Firmenhandys bis mindestens 2027.

Wie verdient Transsion an teureren Chips?

Ein RAM-Modul steht auf einem Sockel, davor ein Zettel mit Preisänderung von 49,99 auf 149,99 Euro
Transsion steigert Nettogewinn um 46,2% auf 227 Millionen Euro, obwohl weniger Smartphones verkauft wurden. Umsatz wächst um 22% auf 4,54 Milliarden Euro

Preismacht steht hinter dem Rekord. Transsion, in Afrika Marktführer bei Smartphones und stark in Südasien, meldet für das erste Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 227 Millionen Euro, ein Plus von 46,2 Prozent.[1] Der Umsatz stieg um knapp 22 Prozent auf 4,54 Milliarden Euro. Verkauft wurden dabei weniger Geräte als ein Jahr zuvor.

Kostenvorsprung erklärt den Sprung. Laut Halbjahresbericht hob der Konzern die Verkaufspreise der gesamten Produktpalette „im Gleichschritt mit dem Ausmaß der Speicher-Teuerung“ an. Weil früher beschaffter Speicher noch günstig in den Büchern stand, zog die Marge kräftig an. Der bereinigte Gewinn kletterte um 65 Prozent auf 189 Millionen Euro.

Warum steigen die Speicherpreise so stark?

KI-Sog ist der Treiber. Samsung, SK Hynix und Micron lenken den Großteil ihrer Fertigung auf teuren Hochbandbreiten-Speicher für KI-Beschleuniger um, für gewöhnliche DRAM- und Flash-Chips bleibt weniger Kapazität. Auf dem freien Modulmarkt landet dadurch nur noch ein Bruchteil der Produktion, wie eine Prognose für 2027 zeigt. Die Vertragspreise für DRAM sprangen laut TrendForce im ersten Quartal 2026 um bis zu 95 Prozent, im zweiten um rund 60 Prozent.[2]

Kein schnelles Ende zeichnet sich ab. Erst im dritten Quartal flacht der Anstieg auf 13 bis 18 Prozent ab, weil viele Käufer die Preise nicht mehr mitgehen. Vor 2027 rechnet die Branche nicht mit Entspannung. Hersteller mit Preismacht reichen die Mehrkosten weiter und verdienen daran, Anbieter im harten Preiskampf verlieren Marge. Dass steigende Speicherpreise sogar einen Produktstart verzögern, war beim iPhone 18 zu sehen.

Die Speicherknappheit sortiert die Hardwarebranche neu. Den Gewinn macht nicht der größte Hersteller, sondern der mit der stärksten Preismacht.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wer an der Speicherkrise verdient
Transsions Halbjahr 2026 und der Speicher-Supercycle
227 Mio. €
Nettogewinn H1 2026
Ein Plus von 46,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
4,54 Mrd. €
Halbjahresumsatz
Ein Zuwachs von knapp 22 Prozent, obwohl der Absatz sinkt.
189 Mio. €
Bereinigter Gewinn
Ein Sprung von 65 Prozent dank höherer Marge.

Wie stark der DRAM-Preis je Quartal geklettert ist

Q1 2026+95 %
Q2 2026+60 %
Q3 2026+15 %
Warum der Speicher knapp wird: Samsung, SK Hynix und Micron lenken den Großteil ihrer Fertigung auf HBM-Speicher für KI-Rechenzentren um. Für DRAM und Flash im Massenmarkt bleibt weniger Kapazität, die Preise steigen und Gerätehersteller reichen die Mehrkosten weiter.

Was bedeutet die Speicher-Teuerung für deutsche Käufer?

Preisschub erreicht auch den DACH-Raum. Server, Business-Notebooks und Firmenhandys werden teurer, weil Arbeitsspeicher und Flash einen wachsenden Anteil am Gerätepreis ausmachen. Chinas Tech-Konzerne sichern sich derweil eigene Vorräte, ByteDance band sich fünf Jahre an den Speicherhersteller CXMT. Deutsche Einkäufer haben diese Marktmacht nicht.

Handlungsrat folgt daraus direkt. Bei größeren Hardware-Beschaffungen für 2026 gehören die Aufschläge fest in die Kalkulation. Speicherintensive Anschaffungen rücken dann besser nach vorn, längere Nutzungszyklen und Aufrüstungen statt Neukauf federn die Teuerung zusätzlich ab. Fällt der Absatz branchenweit, entscheidet die Preismacht über den Gewinn. Diese Stärke besitzt im Konsumgeschäft nur eine große Marke.

Quellen

[1] Sina Tech: Bericht zum Halbjahresergebnis von Transsion (2026)

[2] TrendForce: „AI Server Demand Continues to Support Memory Prices in 3Q26“

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