Geht es Ihnen auch so? Fachkräfte für Automatisierungstechnik sind kaum noch zu finden, Projekte stauen sich, Einarbeitungszeiten fressen Monate. Siemens hat auf der Hannover Messe 2026 eine Antwort vorgestellt, die über bisherige KI-Assistenten hinausgeht: Eigen, der erste produktionsreife KI-Agent für industrielles Engineering, der Aufgaben nicht nur vorschlägt, sondern eigenständig ausführt. Nach Tests mit mehr als 100 Unternehmen in 19 Ländern ist der Agent ab sofort verfügbar.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Siemens bringt Eigen, den ersten produktionsreifen KI-Agenten für Automatisierungstechnik, ab sofort auf den Markt
- Eigen ist direkt ins TIA Portal integriert und führt SPS-Programmierung, HMI-Visualisierung und Gerätekonfiguration eigenständig aus
- Interne Tests mit 100 Unternehmen in 19 Ländern: bis zu 50 Prozent effizienter, bis zu 80 Prozent bessere Lösungsqualität
- Einarbeitungszeit neuer Ingenieure sank in Pilotprojekten von mehreren Wochen auf wenige Tage
- Erste Zielgruppen: Automobilzulieferer, Metallverarbeitung, Elektromobilitäts-Betriebe
Was Eigen konkret anders macht als bisherige KI-Tools

Bisherige KI-Assistenten in der Automatisierungstechnik liefern Vorschläge und warten auf menschliche Bestätigung. Eigen geht einen Schritt weiter. Der Agent liest Projektdaten direkt aus dem TIA Portal, versteht den Kontext bestehender Anlagen und führt Aufgaben wie die Generierung von Structured Control Language-Code oder die Konfiguration von Produktionsanlagen selbstständig durch. Laut Siemens-Pressemitteilung beruhen die Effizienzwerte auf realen Pilotprojekten, nicht auf Laborbedingungen.
Der Fachkräftemangel ist der eigentliche Treiber. Vasi Philomin, Executive Vice President Data und Artificial Intelligence bei Siemens, formulierte es klar: Die Nachfrage übersteige die verfügbaren Kapazitäten, die Automatisierungstechnik werde zum Engpass. Eigen soll diesen Engpass nicht überbrücken, sondern dauerhaft schließen. CEO Cedrik Neike brachte die Strategie auf den Punkt: „Wir automatisieren die Automatisierung selbst.“ Das ist keine Marketingformel, sondern eine genaue Beschreibung dessen, was Eigen tut: Ein KI-Agent steuert andere automatisierte Systeme.
Siemens liefert hier kein weiteres Copiloten-Tool, sondern einen Agenten, der Ingenieuraufgaben wirklich übernimmt. Für Maschinenbauer und Anlagenbetreiber mit Fachkräftelücken ist das eine konkrete Antwort auf ein Problem, das sich nicht von selbst löst.“
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was das für Automatisierungsbetriebe in DACH bedeutet

In Deutschland fehlen laut ZVEI-Umfrage von 2025 in der Elektro- und Digitalindustrie schon heute tausende Ingenieurstellen. Fast jedes zweite Unternehmen nutzt bereits industrielle KI produktiv, plant aber höhere Investitionen. Eigen trifft auf einen Markt, der bereit ist, aber bisher keine werksseitig integrierten Agenten-Lösungen kannte.
Für den Einstieg empfiehlt Siemens strukturierte, wiederholbare Engineering-Aufgaben. Das entspricht exakt dem Muster, das BMW bei Physical AI in der Fabrik verfolgt: zuerst klare Aufgaben mit messbaren Parametern, dann Erweiterung. Den Kontext zu Humanoiden in der Fertigung vertieft unser Artikel zu Schaefflers Humanoiden-Strategie. Den Gesamtüberblick zur Robotik liefert Robotik 2026.
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