Seit dem 1. Juni 2026 gehört Sky Deutschland zu RTL. Zusammen kommen RTL+ und Sky auf 12,4 Millionen zahlende Abos und damit auf Platz drei im deutschsprachigen Streaming, hinter Netflix und Amazon. Ob RTL diesen Vorsprung behauptet, entscheidet der Werbemarkt, nicht die Serienauswahl.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEin einziger Monat Sky im Konzern brachte RTL 60 Millionen Euro Betriebsgewinn. Die Sky-Übernahme, seit dem 1. Juni 2026 abgeschlossen, verschiebt die Kräfteverhältnisse im deutschsprachigen Streaming stärker als jede Eigenproduktion der vergangenen Jahre.
Das Wichtigste in Kürze
- RTL schloss die Übernahme von Sky Deutschland am 1. Juni 2026 ab und hob die Umsatzprognose für 2026 auf 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro an.
- RTL+ und Sky zählen zusammen 12,4 Millionen zahlende Abos und liegen damit auf Platz drei im deutschsprachigen Streaming.
- Das Streaming-Geschäft drehte im ersten Halbjahr von 34 Millionen Euro Verlust auf 31 Millionen Euro Gewinn.
- Der klassische TV-Werbeumsatz fiel um 4 Prozent, während der digitale Werbeumsatz um knapp 11 Prozent zulegte.
Warum verdient RTL mit Streaming plötzlich Geld?

Erst die Größe macht das Streaming profitabel: RTL bündelt mit Sky den Premium-Sport und die Kinofilme, RTL+ liefert die breite Unterhaltung, und beide teilen sich die hohen Fixkosten für Inhalte nun auf 12,4 Millionen zahlende Abos.
Der Hebel heißt Fixkostendegression. Eine Streaming-Plattform kostet ungefähr gleich viel, ob acht oder zwölf Millionen Menschen dafür zahlen, jedes zusätzliche Abo fällt fast vollständig als Marge an, ein Muster, das sich im Geschäftsmodell Streaming insgesamt wiederfindet. Das Geschäft drehte im ersten Halbjahr entsprechend von 34 Millionen Euro Verlust auf 31 Millionen Euro Gewinn, der Streaming-Umsatz stieg um 27 Prozent auf 299 Millionen Euro.[1]
Damit die Abos bleiben, kauft RTL Bindung. Dass sich Streaming ab einer bestimmten Größe rechnet, führt Netflix seit Jahren vor, und Live-Sport hält Abonnenten wie kaum ein anderes Format.
Ist RTL mit dem Zukauf allein?
Europas Sender konsolidieren im Gleichschritt: Gegen Netflix und Amazon kauft man Reichweite lieber zusammen, statt sie über Jahre einzeln aufzubauen.
Den Takt gab die Berlusconi-Holding MFE-MediaForEurope vor, die 2025 die Kontrollmehrheit an ProSiebenSat.1 übernahm und daraus eine paneuropäische Fernsehallianz mit rund 6,8 Milliarden Euro Umsatz formt.
Auch die Marktführer wachsen per Zukauf: Netflix griff für 83 Milliarden Euro nach Warner Bros., und RTL sichert die Bindung über Live-Rechte wie die MotoGP bis 2030.
Die Sky-Übernahme ist keine Serienwette, sondern ein Reichweiten-Geschäft: RTL kauft mit 4,8 Millionen Sky-Abonnenten eine Größe ein, die der Konzern organisch nie erreicht hätte.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet die Konsolidierung für den Werbemarkt?
Der Preis der Größe zeigt sich in der Werbung: Der klassische TV-Spot verliert, adressierbare Streaming- und Digitalwerbung gewinnt.
RTL verbuchte im ersten Halbjahr 4 Prozent weniger TV-Werbeumsatz, aber knapp 11 Prozent mehr im Digitalen. Für Mediaplaner im DACH-Raum bündeln sich damit Reichweite und Werbeinventar bei weniger Anbietern, während Aggregatoren wie 1&1 mit Joyn die zersplitterten Streaming-Apps wieder unter einer Oberfläche sammeln.
Mediaplaner sollten die Verschiebung zu datengetriebener Auslieferung einkalkulieren, wie sie das Programmatic Advertising vorantreibt. Ob sich der Zukauf rechnet, entscheidet sich an 250 Millionen Euro geplanten Synergien binnen drei Jahren und an der Frage, ob die gebündelte Reichweite die Werbekunden hält.
FAQ: Sky-Übernahme: RTL wird zur Nummer drei im deutschen Streaming
Wann hat RTL die Übernahme von Sky Deutschland abgeschlossen?
RTL hat die Übernahme von Sky Deutschland am 1. Juni 2026 abgeschlossen. Angekündigt wurde der Zusammenschluss 2025, die EU-Kommission gab ihn im April 2026 frei. Seither gehört Sky Deutschland vollständig zur RTL Group.
Wie viele Streaming-Abonnenten hat RTL nach der Sky-Übernahme?
RTL+ und Sky zählen zusammen 12,4 Millionen zahlende Abos: 7,6 Millionen bei RTL+ und 4,8 Millionen bei Sky. Damit liegt RTL auf Platz drei im deutschsprachigen Streaming-Markt, hinter Netflix und Amazon.
Welche Umsatzprognose gibt RTL für 2026 aus?
RTL hat die Umsatzprognose für 2026 auf 7,1 bis 7,2 Milliarden Euro angehoben, zuvor lag sie bei 6,1 bis 6,2 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted EBITA) soll bei rund 725 Millionen Euro liegen, das mittelfristige Ziel bei 1 Milliarde Euro.
Welche Synergien plant RTL aus der Sky-Übernahme?
RTL peilt jährliche Synergien von 250 Millionen Euro an und will sie binnen drei Jahren erreichen. Sie sollen vor allem aus gemeinsamem Werbeverkauf, Technik und Inhalte-Einkauf kommen.
Wie hat sich das Streaming-Geschäft von RTL entwickelt?
Das Streaming-Geschäft drehte im ersten Halbjahr 2026 von 34 Millionen Euro Verlust auf 31 Millionen Euro Gewinn. Der Streaming-Umsatz stieg um 27 Prozent auf 299 Millionen Euro, und RTL hob das Gewinnziel für das Gesamtjahr auf 100 Millionen Euro an.
Quelle
[1] RTL Group: „Halbjahresfinanzbericht 2026“
Mehr Newshunger?
- Netflix: Wie rechnet sich das Streaming-Imperium?
- So funktioniert das Geschäftsmodell Streaming
- Nach RTL+ und ZDF: 1&1 holt Joyn in die eigene TV-Oberfläche
- Netflix schluckt Warner Bros. für 83 Milliarden
- RTL sichert sich die MotoGP bis 2030 und holt Rennen zurück ins Free-TV
- Programmatic Advertising wächst, The Trade Desk schrumpft