OpenAI hat den vertraulichen IPO-Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC offiziell bestätigt. Damit ist binnen weniger Tage das dritte KI-Schwergewicht auf dem Weg an die Börse. Für Entscheider im DACH-Raum verschiebt sich die Frage von „ob“ zu „zu welchen Bedingungen“.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenSechs Tage nach Anthropic wird der OpenAI IPO greifbar: Das Unternehmen hat einen vertraulichen S-1-Entwurf bei der SEC eingereicht und die Meldung selbst veröffentlicht, bevor sie durchsickern konnte. Einen festen Börsentermin nennt OpenAI weiterhin nicht, die Absicht steht aber schwarz auf weiß.
Das Wichtigste in Kürze
- OpenAI hat einen vertraulichen S-1-Entwurf bei der SEC eingereicht und die Einreichung am 8. Juni selbst öffentlich gemacht
- Einen festen Termin nennt das Unternehmen nicht, ein Listing im Herbst gilt aber als möglich
- Die jüngste Bewertung liegt bei rund 741 Mrd. €, ein Tender-Angebot soll Beschäftigten erlauben, Anteile zu verkaufen
- Anthropic reichte bereits am 1. Juni ein, bei rund 840 Mrd. €, und liegt damit erstmals vor OpenAI
Warum macht OpenAI die Einreichung selbst publik?

Der Antrag läuft vertraulich, die Mitteilung kam trotzdem freiwillig. OpenAI begründet die Vorab-Meldung nüchtern damit, dass die Einreichung ohnehin durchsickern würde. In der offiziellen Stellungnahme heißt es: „Wir haben kürzlich vertraulich ein S-1 eingereicht. Wir rechnen damit, dass es durchsickert, also kündigen wir es selbst an. Über den Zeitpunkt haben wir noch nicht entschieden; es kann eine Weile dauern, weil wir einiges umsetzen wollen, das sich als privates Unternehmen leichter erledigen lässt.“ Goldman Sachs und Morgan Stanley begleiten das Verfahren.
Was bedeutet das für die Bewertung?

Die jüngste Finanzierungsrunde im späten März brachte OpenAI auf rund 741 Mrd. €. Parallel plant das Unternehmen ein Tender-Angebot, über das Beschäftigte Anteile zu eben dieser Bewertung verkaufen können. Das nimmt Druck aus dem internen Personalmarkt, ohne dass die Aktie bereits öffentlich notiert. Insgesamt hat OpenAI über 157 Mrd. € eingesammelt und verbrennt weiter Kapital für Rechenleistung und Forschung.
Wer ist im Börsensommer 2026 schneller?

Anthropic reichte seinen S-1-Entwurf bereits am 1. Juni ein, bei einer Bewertung von rund 840 Mrd. €, und schob sich damit erstmals vor OpenAI. SpaceX steht im Wettlauf am weitesten vorn und peilt den Börsenstart für den 12. Juni an, mit einem Emissionsvolumen von etwa 65 Mrd. € und einer Bewertung nahe 1,54 Bio. €. Wie der Markt diese beiden Erstnotizen aufnimmt, dürfte das Tempo bestimmen, mit dem OpenAI seinen eigenen Preis festsetzt. Den größeren Zusammenhang ordnet unsere Analyse Verträgt die Börse drei Tech-Giganten? ein.
Was sollten DACH-Entscheider jetzt tun?

Solange kein Preis und kein Termin feststehen, ändert sich am Tagesgeschäft mit ChatGPT oder der API zunächst nichts. Ein Blick auf bestehende Verträge lohnt trotzdem: Bei langfristigen Enterprise-Kontingenten sollten Sie Preisanpassungs- und Kündigungsklauseln prüfen, die den erwarteten Quartalsdruck nach einem Listing abfedern. Welche Modelle von OpenAI und Anthropic sich für welche Aufgabe eignen, zeigt unser LLMs-Ratgeber. Die nackten Zahlen hinter den Listings liefert die Analyse zu den Kosten der KI-Börsengänge.
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