Die da oben. Die da unten. Und der Abgrund dazwischen?
21. Januar 2026 22. Januar 2026
Reading Time: 2 minutes

Nimmt uns KI die Jobs weg? Kommt drauf an.

Michael Dobler

Michael Dobler

Autor Dr. Web

Anthropic-CEO Dario Amodei warnt in Davos vor massiver Arbeitsmarkt-Disruption durch künstliche Intelligenz. Seine Prognose: 10 % Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig 5 bis 10 % Wirtschaftswachstum. Ein Szenario, das es so noch nie gab.

Die Öffentlichkeit sei auf das Ausmaß der kommenden Veränderungen überhaupt nicht vorbereitet. Das sagte der Chef des Claude-Entwicklers Anthropic auf dem Weltwirtschaftsforum 2026. Amodei ist gleichzeitig begeistert und besorgt über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf Wirtschaft und Gesellschaft.

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Braucht es staatliche Eingriffe?

Der Anthropic-Gründer sieht die Regierungen in der Pflicht. Bei einer Disruption dieser makroökonomischen Größenordnung müsse der Staat eine Rolle spielen. Konkret nannte er ein mögliches Szenario mit 5 bis 10 % BIP-Wachstum bei gleichzeitig 10 % Arbeitslosigkeit. Diese Kombination sei in der Wirtschaftsgeschichte praktisch beispiellos.

Besonders brisant: Amodei skizzierte ein regelrechtes Albtraumszenario. Etwa 10 Millionen Menschen, davon 7 Millionen im Silicon Valley, könnten sich durch KI-getriebenes Wachstum vom Rest der Gesellschaft abkoppeln. Diese kleine Gruppe könnte bis zu 50 % BIP-Wachstum erleben, während der Rest zurückbleibt.

„Ich denke, jetzt ist wahrscheinlich die Zeit, sich weniger um Wachstumshemmung zu sorgen und mehr darum, dass alle an diesem Wachstum teilhaben“, so Amodei. Das sei zwar das Gegenteil der vorherrschenden politischen Stimmung. Aber die Realität des technologischen Wandels werde diese Denkweisen verändern.

Ich denke, jetzt ist wahrscheinlich die Zeit, sich weniger um Wachstumshemmung zu sorgen und mehr darum, dass alle an diesem Wachstum teilhaben

Anthropic-CEO Dario Amodei

Noch mehr News-Hunger 🍕?

Was unterscheidet Anthropic von Meta und OpenAI?

Amodei zog eine klare Grenze zwischen von Wissenschaftlern geführten KI-Unternehmen wie seinem eigenen oder DeepMind und solchen mit Social-Media-Hintergrund. Wissenschaftler konzentrierten sich auf die Auswirkungen ihrer Technologie und würden Verantwortung nicht abwälzen. Im Gegensatz dazu hätten Geschäftsmodelle bei Social-Media-Unternehmern den Umgang mit Nutzern geprägt.

Auch beim Geschäftsmodell sieht er Unterschiede. Anthropic fokussiere sich auf den Enterprise-Markt. OpenAI und Google hingegen setzten auf Endverbraucher, was zu Engagement-Maximierung führe. Eine Strategie, die Amodei kritisch sieht.

Der Anthropic-CEO hat seine Einschätzungen bereits der Trump-Administration mitgeteilt. Er unterstütze die meisten Punkte des im Juli veröffentlichten KI-Aktionsplans und werde während seines Davos-Aufenthalts mit Regierungsvertretern sprechen.

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Via WSJ

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