Microsoft entfernt die Copilot-Buttons wieder

Michael Dobler
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Microsoft entfernt die Copilot-Buttons wieder

Microsoft entfernt die Copilot-Buttons aus mehreren eingebauten Windows-11-Apps. Nach Jahren des aggressiven KI-Ausbaus rudert der Konzern bei der sichtbarsten Stelle zurück.

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Betroffen vom Rückzug der Copilot-Schaltflächen sind Notepad, das Snipping Tool, die Fotos-App und die Widgets. Die KI-Funktionen selbst bleiben erhalten, nur die aufdringlichen Knöpfe und das Branding verschwinden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Microsoft streicht die Copilot-Buttons aus Notepad, Snipping Tool, Fotos und Widgets, behält die KI-Funktionen aber bei.
  • In Notepad ersetzt ein schlichtes Stift-Symbol „Schreibwerkzeuge“ den bisherigen Copilot-Knopf.
  • Auslöser ist ein Nutzer-Protest, der sich über mehr als ein Jahr aufgebaut hat.

Was ändert sich konkret in den Apps?

Faber-Castell-Radiergummi löscht einen von zwei hellblauen Recycling-Kreisen auf weißem Papier
Notepad ersetzt Copilot-Button durch Stift-Icon für Textumformulierung und Zusammenfassung, Einstellung unter erweiterte Funktionen verschiebbar

Knopf weg, Funktion bleibt. In Notepad weicht der auffällige Copilot-Button einem Stift-Icon mit Schreibwerkzeugen, die Text umformulieren und zusammenfassen. Die Einstellung wandert von „KI-Funktionen“ zu „Erweiterte Funktionen“ und lässt sich abschalten. Im Snipping Tool verschwindet der Knopf sogar ganz, ohne Wahlmöglichkeit. Den Kurswechsel beschreibt Windows-Manager Pavan Davuluri in einem Blogbeitrag.

Verschwunden ist die proaktive Werbung, nicht die Technik. Über Taskbar, das Kürzel Win+C und das Kontextmenü bleibt Copilot weiter erreichbar. Microsoft trennt also bewusst zwischen aufgedrängter und bewusst abgerufener KI.

Warum rudert Microsoft ausgerechnet jetzt zurück?

Graue Tastenkappe mit Copilot-Logo, Schriftzug und Radierer-Grafik davor
Nutzerproteste zwingen Microsoft, KI-Integration in Windows zu bremsen. Davuluri kündigt überlegteren Copilot-Einsatz an

Der Protest wirkt. Davuluri räumt offen ein, die KI-Integration zu aggressiv vorangetrieben zu haben. Nach Monaten der Rückmeldungen verspricht er einen überlegteren Umgang mit Copilot und kündigt an, unnötige Einstiegspunkte zu entfernen. Ein einzelner Wunsch stand dabei besonders weit oben in Microsofts eigenem Feedback-Hub.

Bemerkenswert ist die Begleitmusik: Berichten zufolge drohten zahlreiche Nutzer mit dem Wechsel zu Linux. Diese Drohung scheint gewirkt zu haben. Wie heftig KI-Aufpreise und KI-Zwang derzeit auf Widerstand stoßen, zeigt auch unser Bericht zum Credit-Meter von Anthropic.

Hier zeigt sich, dass sichtbare KI nicht automatisch gute KI ist. Nutzer wollen Werkzeuge, die helfen, wenn sie gebraucht werden, und schweigen, wenn nicht.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet das für IT-Verantwortliche?

Eine silberne Taste mit der Aufschrift „COPILOT“ und einem herausgezogenen orangen Symbol
Microsoft erlaubt Deinstallation von Copilot auf verwalteten Geräten unter strengen Bedingungen: App muss 28 Tage inaktiv sein und von der IT verteilt worden sein

Kosmetik mit Kleingedrucktem. Für verwaltete Geräte führt Microsoft eine neue Gruppenrichtlinie ein, die das Deinstallieren der Copilot-App erlaubt. Die Bedingungen sind allerdings streng: Die App darf 28 Tage nicht gestartet worden sein, muss von der IT verteilt sein, und Microsoft 365 Copilot muss vorhanden sein. Unterm Strich ist das Entfernen der Knöpfe vor allem kosmetisch und kehrt die tiefe Integration nicht um.

Behandeln Sie die Änderung als Update der Oberfläche, nicht als Abkehr von der KI. Planen Sie Audits Ihrer Images und Starteinstellungen ein, statt auf einen echten Rückbau zu hoffen. Welche Rolle KI künftig im Arbeitsalltag spielt, ordnet unser LLM-Ratgeber ein.

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Michael Dobler
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Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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