Apple stellt den Mac mini mit dem neuen M6 und den Mac Studio mit dem M5 Ultra vor, beide gebaut für KI-Berechnungen im eigenen Rechner. Der M6 ist Apples erster 2-Nanometer-Chip und verarbeitet Sprachmodelle bis zu 13,5-mal schneller als der M1. Für Firmen, die ihre KI-Modelle nicht in die US-Cloud geben wollen, wird der Desktop damit zur ernsthaften Alternative.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer Mac mini mit M6 kostet in den USA ab 899 Dollar oder umgerechnet rund 780 Euro. Das sind 300 Dollar mehr als bei der Vorgängerreihe mit M4. Apple begründet den Aufschlag mit einem Leistungssprung, der vor allem der künstlichen Intelligenz gilt.
Das Wichtigste in Kürze
- M6 ist Apples erster 2-Nanometer-Chip mit 12-Kern-CPU und doppelter 16-Kern-Neural-Engine.
- Der Mac Studio mit M5 Ultra fasst bis zu 512 GB gemeinsamen Speicher bei 1,2 Terabyte pro Sekunde.
- Der Einstieg beim Mac mini klettert von 599 auf 899 Dollar, also um die Hälfte.
- Die Vorbestellung läuft ab heute, die Auslieferung beginnt am 22. September 2026.
Was steckt im M6 und im M5 Ultra?

Der M6 bringt eine 12-Kern-CPU, eine Grafikeinheit mit KI-Beschleuniger in jedem Kern und eine doppelte 16-Kern-Neural-Engine. Für KI-Berechnungen legt die GPU gegenüber dem M5 rund 30 Prozent zu, gegenüber dem M1 mehr als das Achtfache.[1] Den Arbeitsspeicher bindet der Chip mit bis zu 32 GB und 170 GB/s an.
Der M5 Ultra verschmilzt vier Chips zu einer Einheit, mit bis zu 36 CPU-Kernen und 80 GPU-Kernen. Entscheidend für große Modelle ist der Speicher: bis zu 512 GB, angebunden mit 1,2 Terabyte pro Sekunde.
Warum ist lokale KI der eigentliche Sprung?
Sprachmodelle hängen weniger an der reinen Rechenleistung als am Speicher. Ein großes Modell muss komplett in den Arbeitsspeicher passen. Jedes erzeugte Wort zieht danach die gesamten Gewichte einmal durch die Bandbreite. Genau hier sitzt Apples Hebel: 512 GB gemeinsamer Speicher fassen Modelle, für die sonst mehrere teure Rechenzentrums-GPUs nötig wären. Wie sich solche Modelle auf eigener Hardware betreiben lassen, hat Dr. Web bereits durchgerechnet.
Der Preis dafür steigt spürbar. Der Mac Studio mit M5 Ultra startet bei 5.499 Dollar oder rund 4.780 Euro.[2] Das frühere Einstiegsmodell des Mac mini kostete 599 Dollar, der neue M6-Mini liegt 50 Prozent darüber.
Ein Desktop mit einem halben Terabyte Arbeitsspeicher verschiebt die Souveränitätsfrage. Firmen rechnen ihr KI-Modell im eigenen Serverraum, statt jede Anfrage in die US-Cloud zu schicken.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Entscheider im DACH-Raum?
Für Unternehmen im DACH-Raum trifft der Zeitpunkt einen Nerv. Der EU AI Act und die DSGVO verlangen Kontrolle darüber, wo personenbezogene Daten liegen. Ein lokales Modell verarbeitet diese Daten im eigenen Netz. Dr. Web hat den Weg dorthin bei den KI-Modellen lokal auf dem Mac und beim Streit um Schwarz Digits gegen die US-Cloud beschrieben.
Vor einer Anschaffung lohnt der Blick auf den Speicher statt auf die Kernzahl. Erst ab etwa 128 GB laufen die großen Modelle lokal flüssig, für reine Büroarbeit bleibt der günstigere Mac mini die vernünftigere Wahl.
Quellen
[1] Apple: „Apple introduces M6 and M5 Ultra for a big leap in performance and AI compute“
[2] Apple: „Apple unveils a more powerful Mac mini featuring the all-new M6 and M5 Pro“
Mehr Newshunger?
- Spitzen-KI-Modelle lokal betreiben: Was ein Praxisleitfaden für eigene Hardware empfiehlt
- Recht auf lokale KI: Initiative fordert freien Betrieb offener Modelle
- SAP zieht die Souveränitäts-Karte: KI ohne US-Cloud
- DeepSeek gibt seinem KI-Modell Augen: ein Bild kostet Bruchteile eines Cents
- XRing O3: Xiaomi entwirft den Chip selbst, fertigen lässt ihn TSMC