Krones eröffnet bei Bangalore ein neues Werk und montiert seine Getränke-Abfüllanlagen künftig auch in Indien. Rund 33 Millionen Euro stecken in den Standort Vemagal, gebaut in 18 Monaten, mit Platz für etwa 400 Arbeitsplätze. Für deutsche Industrieentscheider lohnt der Blick über die Eröffnung hinaus: Der Neubau zeigt, wohin frisches Kapital aus dem Maschinenbau gerade fließt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Krones eröffnet in Vemagal bei Bangalore ein neues Werk und montiert dort ab dem zweiten Halbjahr 2026 Anlagen für den indischen Markt.
- Die Investition liegt bei rund 33 Millionen Euro (315 Crore Rupien), die Halle misst 16.000 Quadratmeter, geplant sind etwa 400 Arbeitsplätze.
- Vor Ort laufen die Baureihe ErgoBloc L, Compact-Class-Maschinen und Trockenteilmaschinen sowie die Ersatzteilfertigung.
- Krones ist in Indien schon mit vier Standorten präsent, darunter eine eigene Digitaleinheit in Bangalore.
Warum baut Krones ausgerechnet in Indien?

Nähe zum Kunden treibt die Entscheidung. Krones montiert die Anlagen dort, wo die Getränke- und Verpackungsindustrie am schnellsten wächst, und senkt gegenüber dem Export aus Bayern Lieferzeiten, Zölle und Währungsrisiken. „Indien ist einer der dynamischsten Wachstumsmärkte der Welt“, sagt Ralf Goldbrunner, Mitglied des Vorstands der Krones AG, „mit dem neuen Werk bekräftigen wir unser langfristiges Engagement im Land.“[1]
Vor Ort statt aus Bayern: In Vemagal entstehen die Baureihe ErgoBloc L, Compact-Class-Maschinen und Trockenteilmaschinen, dazu die Ersatzteilfertigung und die Ausbildung eigener Fachkräfte. Krones ist in Indien längst präsent und betreibt bereits vier Standorte in Bangalore, Hyderabad und Mumbai, darunter eine Digitaleinheit für die vernetzte Anlagensteuerung. Wie stark solche stillen Weltmarktführer die deutsche Wirtschaft prägen, zeigt der Blick auf die Hidden Champions.
Wie viele deutsche Maschinenbauer zieht es nach Indien?
Ein klarer Trend steht hinter dem Schritt. In einer VDMA-Umfrage unter mehr als 100 in Indien tätigen Töchtern des deutschen Maschinenbaus fertigen bereits 59 Prozent vor Ort, und knapp drei Viertel davon wollen die Kapazitäten weiter ausbauen.[2] Krones reiht sich damit in eine Bewegung ein, die den Subkontinent als zweites Standbein neben China entdeckt.
Auch die Software folgt dem Muster. Erst kürzlich übergab Knorr-Bremse seine komplette Unternehmens-IT an den indischen Dienstleister Infosys, ein Beleg dafür, wie eng deutsche Industrie und indischer Technologiesektor inzwischen verzahnt sind.
Krones baut die Fabrik dort, wo die Kunden wachsen, und hält die Zentrale in Neutraubling. Diese Arbeitsteilung wird für den deutschen Maschinenbau zur Regel, und der Standort Deutschland muss künftig um jede neue Werkshalle werben.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Den Gegenpol liefert der Heimatmarkt. Während Krones in Indien aufbaut, belasten hohe Energiekosten die deutsche Chemie, und Wacker Chemie streicht 1.300 Stellen am Standort Burghausen.
Was in Vemagal montiert wird
Was heißt das für den Standort Deutschland?
Bessere Bedingungen geben den Ausschlag. Viele deutsche Maschinenbauer halten an ihrem Sitz fest, errichten neue Werke aber dort, wo Energie, Steuern und Bürokratie günstiger ausfallen. Der EU-weite CO2-Grenzausgleich CBAM verteuert die Produktion in Europa zusätzlich und verlagert Investitionen ins Ausland.
Für Entscheider lohnt der genaue Blick. Unternehmen, die selbst nach Asien liefern, prüfen lokale Montage als Puffer gegen Zölle und Währungsschwankungen. Datenschutz und den Schutz des geistigen Eigentums klärt man vorab, bevor Personal in Indien aufgebaut wird. Krones setzt mit Vemagal ein Signal, dem der Mittelstand in den nächsten Jahren folgen dürfte.
FAQ: Krones baut ein Werk in Indien
Wo baut Krones sein neues Werk in Indien?
Krones hat sein neues Werk in Vemagal in der Nähe von Bangalore im südindischen Bundesstaat Karnataka eröffnet. Die offizielle Eröffnung fand am 19. August 2026 statt. Der Standort ergänzt die bestehenden Krones-Niederlassungen in Bangalore, Hyderabad und Mumbai.
Was montiert Krones in Vemagal?
In Vemagal montiert Krones Anlagen für die Getränke- und Verpackungsindustrie, darunter die Baureihe ErgoBloc L, Compact-Class-Maschinen und Trockenteilmaschinen. Dazu kommen die Ersatzteilfertigung und die Ausbildung eigener Fachkräfte für den indischen Markt.
Warum investieren deutsche Maschinenbauer in Indien?
Indien zählt zu den am schnellsten wachsenden Märkten für Getränke-, Lebensmittel- und Verpackungstechnik. Lokale Fertigung verkürzt Lieferwege und senkt Zoll- sowie Wechselkursrisiken. Zugleich rücken die Hersteller näher an ihre Kunden. Laut einer VDMA-Umfrage fertigen bereits 59 Prozent der dort aktiven deutschen Töchter vor Ort.
Was bedeutet die Krones-Investition für den Standort Deutschland?
Krones hält die Zentrale in Neutraubling, errichtet neue Kapazitäten aber in Indien. Dieses Muster zeigt sich im deutschen Maschinenbau häufiger: Hohe Energiekosten, Bürokratie und der CO2-Grenzausgleich CBAM verlagern neue Investitionen zunehmend ins Ausland.
Quellen
[1] Krones AG: „Krones opens new plant in India“
[2] VDMA: „VDMA-Umfrage: Optimistische Aussichten für den Maschinen- und Anlagenbau in Indien“
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