Kommt der Porsche 911 elektrisch? Nein.

Michael Dobler
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Kommt der Porsche 911 elektrisch? Nein.

Porsche-Chef Michael Leiters hat einem vollelektrischen 911 eine klare Absage erteilt. Die Sportwagen-Ikone soll auch künftig über Verbrenner- und Hybridtechnik weiterentwickelt werden. Hinter der Ansage steckt ein größerer Strategiewechsel in Zuffenhausen.

drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen

Ein elektrischer Porsche 911 wird vorerst nicht kommen, und Michael Leiters hat das auf einer Branchenveranstaltung ungewöhnlich deutlich gesagt. Der Schritt beendet jahrelange Spekulationen und markiert zugleich eine Kurskorrektur.

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf einer Veranstaltung von „auto, motor und sport“ schloss Leiters eine batterieelektrische Version des 911 aus.
  • Fortschritt beim Modell soll über Verbrenner- und Hybridtechnik kommen, nicht über einen reinen Elektroantrieb.
  • Hintergrund ist die schwächer als erwartete Nachfrage nach Elektromodellen, die Porsche zu einem Strategieschwenk bewegt.

Was hat Leiters genau gesagt?

Draufsicht eines orangefarbenen Tankdeckels mit einem Verbotssticker für E-Ladestecker
Porsche-Chef Leiters lehnt batterieelektrischen 911 ab und setzt auf Verbrenner und Hybrid als Zukunftstechnologien für das Kultmodell

Auf der Best-Cars-Veranstaltung der Fachzeitschrift bekannte sich Leiters klar zur klassischen Antriebstechnik des Elfers. Einen batterieelektrischen 911 werde es nicht geben, der Fortschritt müsse beim Modell über Verbrenner und Hybrid kommen. Technologieoffenheit nennt Porsche die Linie, dort wo Kunden es wünschen, will der Hersteller weiter in die Elektromobilität investieren.

Den Strategiewechsel ordnet Leiters auch selbstkritisch ein. Mit dem Taycan sei Porsche ein „Pionier der Elektromobilität“ gewesen, beim Tempo des Markthochlaufs sei man womöglich etwas zu früh gewesen. Eine Frage der Geschwindigkeit nennt er den Punkt, an dem die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückblieb.

Warum der Kurswechsel ausgerechnet jetzt?

Ein grauer Benzinkanister mit deutscher Beschriftung auf weißem Grund: „FÜR MEINEN PORSCHE 911“
Porsche passt Elektrostrategie an: Schwache Nachfrage führt zu mehr Verbrennermodellen und Milliardeninvestitionen

Die Nachfrage nach Elektromodellen fällt in vielen Märkten schwächer aus als geplant. Schon unter Ex-Konzernchef Oliver Blume hatte Porsche die ambitionierte Elektrostrategie angepasst und mehr Verbrenner ins Programm geholt. Milliardeninvestitionen sind für diesen Schwenk nötig.

Im Stammwerk Zuffenhausen zeigt sich der Druck unmittelbar. Seit dem 22. Mai standen Teile der Fertigung an einzelnen Tagen still, vor allem das Elektromodell Taycan leidet unter rückläufigem Absatz, besonders in China. Schließtage stuft der Betriebsrat als notwendige Anpassung ein.

Porsche verkauft beim 911 kein Datenblatt, sondern ein Gefühl. Genau deshalb ist die Absage an den Elektro-Elfer weniger Technikfrage als Markenstrategie.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was heißt das für den Markt?

Porsche-Knopf mit lachendem, orangefarbenem Kreuz und Power-Symbol
Porsche setzt beim Bestseller 911 auf Hybridtechnik, während E-Autos in Deutschland Benziner überholen

Der Schritt fällt in eine Phase, in der reine Verbrenner europaweit an Boden verlieren. Im April 2026 überholten E-Autos in Deutschland erstmals deutlich die Benziner, wie unsere Auswertung zum Kipppunkt im April zeigt. Gegen den Trend positioniert Porsche damit ausgerechnet sein wichtigstes Modell.

Für Käufer und Flotten bleibt der Hybrid die pragmatische Mitte, während sich das Restwertrisiko bei reinen Verbrennern mit jedem Monat verschiebt. Was das für die Wertentwicklung bedeutet, ordnet unsere Analyse zum Wertverlust beim Elektroauto ein. Die Originalaussagen dokumentiert die Veranstaltung von auto, motor und sport.

Behalten Sie bei der nächsten Beschaffung den Antriebsmix im Blick und trennen Sie Markenikone von Alltagsfahrzeug. Beim 911 zahlt die Kundschaft für Emotion, bei Flottenfahrzeugen entscheidet zunehmend die Gesamtrechnung aus Anschaffung, Laden und Restwert.

Mehr Newshunger?

4,2 17 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Empfohlene Artikel
Unternehmen & Strategie
4 Min.  ·  21. Mai. 2026
Robotik & Bionik
3 Min.  ·  12. Mai. 2026
Social Media Marketing
11 Min.  ·  9. Juni. 2026
Michael Dobler
Autor
Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
910 Artikel veröffentlicht
Alle Artikel

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Newsletter

Mehr solcher Artikel?
Jetzt kostenlos abonnieren.

Jeden Dienstag die besten Artikel aus dem Dr. Web-Magazin direkt in Ihr Postfach – kein Spam, jederzeit abmeldbar.

Einmal pro Woche, kein täglicher Spam
Jederzeit mit einem Klick abmeldbar
DSGVO-konform via Brevo