Schlägt jetzt das E-Auto den Benziner in der EU?

Michael Dobler
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Schlägt das E-Auto den Benziner in der EU? Fast.

Zulassungszahlen in der EU: Im April 2026 trennen reine E-Autos und Benziner in der EU nur noch 2,8 Prozentpunkte. Den Diesel haben die Stromer schon lange hinter sich gelassen. In Deutschland ist der Benziner sogar schon überholt.

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Die EU-Neuzulassungen bis April 2026 zeigen ein knappes Rennen an der Spitze der Einzelantriebe. Wann haben Sie zuletzt einen Neuwagen ohne jede Elektrifizierung disponiert? In immer mehr Fällen lautet die Antwort: lange her. Der Europäische Automobilherstellerverband ACEA hat die Zahlen für die ersten vier Monate vorgelegt, und der Abstand zwischen Stromer und Benziner schmilzt sichtbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Reine E-Autos erreichen EU-weit 19,7 Prozent und liegen nur noch 2,8 Punkte hinter dem Benziner mit 22,5 Prozent.
  • Den Diesel haben Stromer mit dessen 7,7 Prozent Anteil längst klar überholt.
  • In Deutschland fuhren im April erstmals mehr neue E-Autos als Benziner vom Hof.
  • Hybride bleiben mit 38,2 Prozent die meistverkaufte Antriebsart, der Gesamtmarkt wächst um 4,2 Prozent.

Wie nah ist das E-Auto dem Benziner schon?

Alte Zapfpistole aus Metall mit Anhänger, beschriftet mit „Restbestand“, auf weißem Hintergrund
Benziner führen 2024 mit 854.843 Neuzulassungen knapp vor E-Autos mit 746.899. Der BEV-Anteil stieg in vier Monaten von 15,3 auf 19,7 Prozent. Diesel sackt auf 7,7 Prozent ab

Der Vorsprung des Benziners ist hauchdünn geworden. In den ersten vier Monaten kamen 854.843 neue Benziner auf die Straße, dem stehen 746.899 reine E-Autos gegenüber. Das sind nur rund 108.000 Fahrzeuge Unterschied, vor einem Jahr lag der BEV-Anteil noch bei 15,3 statt 19,7 Prozent.

Beim Diesel ist die Sache längst entschieden. Mit 7,7 Prozent Marktanteil spielt der Selbstzünder in einer anderen Liga als das E-Auto. Welche Stromer-Modelle den Markt anführen, zeigt das aktuelle BEV-Ranking für Europa.

Warum verliert der Benziner so schnell?

Der Rückgang fällt drastisch aus. Benziner verloren EU-weit 17,7 Prozent, in Frankreich brachen die Zulassungen sogar um 36,6 Prozent ein. Reine Verbrenner aus Benzin und Diesel kommen laut den ACEA-Daten zusammen nur noch auf 30,2 Prozent, nach 38,1 Prozent im Vorjahr.

Das E-Auto wächst dagegen kräftig, getragen von Italien mit plus 73,1 Prozent, Frankreich mit plus 48,2 Prozent und Deutschland mit plus 41,3 Prozent. Dass dort im April schon mehr Stromer als Benziner zugelassen wurden, belegen die deutschen KBA-Zahlen für April. Das Tempo treiben auch chinesische Hersteller wie BYD.

In Deutschland hat das E-Auto den Benziner im April bereits überholt, EU-weit fehlt nur noch ein kleiner Rest. Den Gesamtmarkt führt jedoch klar der Hybrid an.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet das für Ihre Flottenplanung?

Ein CCS2-E-Ladestecker mit Zapfpistolen-Schlüsselanhänger auf weißem Grund
Restwertrisiko für Benziner steigt mit zunehmendem Marktanteil von Elektrofahrzeugen. Hybrid bleibt sichere Alternative

Für die Beschaffung verschiebt sich die Risikolage. Mit jedem Monat, in dem der Benziner Anteile verliert, steigt das Restwertrisiko für Verbrenner-Bestände. Wie schnell Fahrzeuge an Wert verlieren, zeigt unsere Analyse zum Wertverlust beim Elektroauto, und die Verbrenner-Seite gerät durch die Marktverschiebung zusätzlich unter Druck.

Pragmatisch bleibt der Hybrid die sichere Bank für gemischte Fuhrparks. Falls Sie elektrifizieren, rechnen Sie Förderkulisse und Ladekosten gegen, etwa über die E-Auto-Prämie 2026. Der globale Trend aus der IEA-Prognose für 2026 deutet in dieselbe Richtung.

Prüfen Sie bei der nächsten Beschaffungsrunde den Antriebsmix Ihrer Flotte. Die April-Bilanz ist kein Ausreißer, sondern ein stabiler Trend hin zum Stromer.

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Michael Dobler
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Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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