Immobilienpreise steigen bis 2035 in 13 von 16 Bundesländern wieder, real und trotz hoher Zinsen. Den stärksten Anstieg holt nicht München, sondern Leipzig mit 1,9 Prozent pro Jahr. Überall dort, wo Menschen zuziehen und Löhne steigen, klettern die Preise, im ländlichen Osten sinken die Werte.

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Immobilienpreise entwickeln sich bis 2035 so ungleich wie selten zuvor zwischen den Regionen. Der Postbank Wohnatlas rechnet für 400 Landkreise durch, wo Eigentum an Wert gewinnt. Das Ergebnis ordnet die Landkarte neu, weg von der alten Faustregel Süden teuer, Osten billig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Über alle 400 Kreise steigen die realen Kaufpreise für Bestandswohnungen bis 2035 im Schnitt um 0,41 Prozent pro Jahr.
  • Spitzenreiter ist Leipzig mit real 1,9 Prozent jährlich, gefolgt von fünf Landkreisen im Berliner Umland.
  • In keiner Großstadt über 100.000 Einwohnern erwartet das HWWI bis 2035 einen Preisverlust.
  • Sinkende Preise drohen im ländlichen Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen außerhalb der Städte.

Welche Regionen legen am stärksten zu?

Modellhaus auf Münzstapel mit grüner Fahne, darauf „Leipzig“
Leipzig führt Rangliste mit 1,9 Prozent jährlichem Wertzuwachs an. Bevölkerung wächst bis 2035 um 5,6 Prozent, Einkommen um drei Prozent jährlich bei moderatem Quadratmeterpreis von 3.205 Euro

Die Rangliste führt Leipzig an, mit real 1,9 Prozent Wertzuwachs pro Jahr der höchste Wert aller 400 untersuchten Kreise. Die Bevölkerung der Stadt soll bis 2035 um 5,6 Prozent wachsen, die verfügbaren Einkommen um drei Prozent jährlich, bei einem noch moderaten Quadratmeterpreis von 3.205 Euro. Direkt dahinter drängen fünf Landkreise im Berliner Speckgürtel nach vorn, von Barnim bis Potsdam-Mittelmark. Die vollständige Prognose liefert der Postbank Wohnatlas 2026.

Warum gewinnt der Osten, den viele abgeschrieben haben?

Der Antrieb steckt weniger in der Himmelsrichtung als in der Wirtschaftskraft. Sobald Menschen zuziehen, Arbeitsplätze entstehen und Wohnraum knapp bleibt, ziehen die Preise nach, so das HWWI. Sächsische Metropolen wie Leipzig und Dresden wachsen gegen den Landestrend, während das ländliche Umland real verliert. Wie sich Kauf und Miete unter diesen Vorzeichen rechnen, zeigt unser Vergleich Immobilie kaufen oder mieten.

Der Postbank Wohnatlas begräbt die alte Landkarte. Leipzig schlägt München beim Wertzuwachs, weil dort noch Luft nach oben ist, während die Big Seven längst am Limit kaufen.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Wo drohen weiter fallende Preise?

Drei Bundesländer trotzen dem Aufwärtstrend im Schnitt. In Sachsen-Anhalt fallen die realen Preise bis 2035 um 0,5 Prozent pro Jahr, in Thüringen um 0,2 und in Sachsen um 0,1 Prozent, getrieben vom Wegzug aus der Fläche. Genau dort sammelt sich zugleich das Erbe der Babyboomer, deren Häuser bald millionenfach den Besitzer wechseln. Warum dieser Preissturz die Babyboomer-Häuser zuerst trifft, zeichnet der Nachbarbeitrag nach.

Für Käufer heißt das vor allem eins: Der Blick auf die Region schlägt den Blick auf den Zins. Eine schuldenfreie Immobilie bleibt laut Postbank ein Baustein der Altersvorsorge, taugt als Renditeobjekt aber nur dort, wo die Nachfrage hält. Selbst in schrumpfenden Ländern finden Selbstnutzer faire Angebote, solange das Umfeld stimmt und kein Notverkauf droht.

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