Baufinanzierung bedeutet, sich mehr Geld zu leihen, als die meisten Menschen je auf einmal besitzen. Rund 400.000 Euro Darlehen sind in vielen Städten längst der Einstieg, nicht die Ausnahme. Ob daraus ein eigenes Zuhause wird oder eine Last bis zur Rente, entscheidet sich lange vor der Unterschrift.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEine Baufinanzierung ist die größte Einzelentscheidung im Finanzleben der meisten Haushalte und zugleich die am schlechtesten verstandene. Zwischen Sollzins, Tilgung, Beleihungsauslauf und Effektivzins verschwimmt schnell, worauf am Ende alles hinausläuft: Können Sie die Rate auch dann noch zahlen, wenn ein Gehalt wegbricht? Dieser Beitrag erklärt die Grundlagen ohne Verkaufsinteresse und benennt die Stellen, an denen ein Traum kippt.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Baufinanzierung besteht aus Eigenkapital und einem Bankdarlehen, das Sie über eine monatliche Rate aus Zins und Tilgung zurückzahlen.
- Die Kaufnebenkosten von rund 9 bis 15 Prozent des Kaufpreises (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) sollten Sie zusätzlich aus eigener Tasche stemmen.
- Anfang August 2026 liegt der Bauzins für zehn Jahre Zinsbindung bei rund 3,7 Prozent, die Immobilienpreise steigen laut Statistischem Bundesamt wieder, wenn auch langsamer.
- In teuren Lagen geht die Rechnung ohne hohes Einkommen und häufig ohne Schenkung nicht mehr auf. Wo Überschuldung droht, ist Verzicht die bessere Finanzierung.
1Was leistet der Effektivzins gegenüber dem Sollzins?Aufklappen ↓
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2Welches Bundesland verlangt 2026 die niedrigste Grunderwerbsteuer?Aufklappen ↓
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3Was beschreibt der Beleihungsauslauf?Aufklappen ↓
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4Nach wie vielen Jahren dürfen Sie ein Darlehen laut § 489 BGB kündigen?Aufklappen ↓
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5Welche anfängliche Tilgung gilt als Mindestempfehlung?Aufklappen ↓
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6Welche Kosten teilen sich seit Ende 2020 Käufer und Verkäufer?Aufklappen ↓
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7Was ist ein Forward-Darlehen?Aufklappen ↓
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8Wie viel Eigenkapital sollten Sie mindestens mitbringen?Aufklappen ↓
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9Für wen ist das KfW-Programm 300 „Wohneigentum für Familien“ gedacht?Aufklappen ↓
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10Wann raten wir im Artikel ausdrücklich vom Kauf ab?Aufklappen ↓
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Was steckt hinter einer Baufinanzierung?

Eine Baufinanzierung ist ein langfristiges Darlehen, mit dem Sie den Kauf oder Bau einer Immobilie bezahlen. Sie bringen Eigenkapital ein, die Bank steuert den größeren Teil bei. Diesen Kredit zahlen Sie über 20 bis 35 Jahre in monatlichen Raten aus Zins und Tilgung zurück.
Die monatliche Rate heißt im Fachjargon Annuität und bleibt über die gesamte Zinsbindung gleich hoch. In den ersten Jahren steckt der größte Teil davon im Zins, nur ein kleiner Rest tilgt die Schuld. Mit jeder Rate sinkt die Restschuld ein Stück, der Zinsanteil schrumpft, der Tilgungsanteil wächst. Zum Ende der Laufzeit beschleunigt sich dieser Effekt.
Ein Rechenbeispiel macht die Größenordnung greifbar. Angenommen, Sie nehmen 400.000 Euro zu 3,7 Prozent Sollzins auf und tilgen anfänglich 2 Prozent. Dann läge die Jahresrate bei 5,7 Prozent der Summe, also 22.800 Euro oder rund 1.900 Euro im Monat. Von der allerersten Rate wären etwa 1.233 Euro Zins und nur 667 Euro Tilgung.
Vor dieser Mechanik steht eine Grundsatzfrage, die viele überspringen: Rechnet sich der Kauf gegenüber der Miete überhaupt? Die Rechnung zwischen Kaufen und Mieten fällt weniger eindeutig aus, als Maklerprospekte glauben machen. Kaufpreis, Zins und die eigene Lebensplanung verschieben das Ergebnis erheblich. Erst wenn diese Frage sitzt, lohnt der Blick auf die Bausteine der Baufinanzierung.
Eine Baufinanzierung ist Eigenkapital plus Darlehen, zurückgezahlt in konstanten Raten aus Zins und Tilgung. Am Anfang zahlen Sie fast nur Zinsen, erst mit den Jahren sinkt die Restschuld spürbar.
Wie viel Eigenkapital sollten Sie mitbringen?

Als Faustregel sollten Sie mindestens die Kaufnebenkosten aus eigener Tasche zahlen, besser 20 Prozent des Kaufpreises obendrauf. Je mehr Eigenkapital, desto niedriger der Zins, weil die Bank ein kleineres Risiko finanziert.
Der Grund liegt im Beleihungsauslauf, also dem Anteil des Darlehens am Wert der Immobilie. Bei einem Beleihungsauslauf bis 60 Prozent vergibt die Bank ihre besten Konditionen. Steigt der Anteil auf 80, 90 oder gar 100 Prozent, verlangt die Bank Zinsaufschläge, weil ein Notverkauf im Ernstfall den Kredit nicht mehr sicher deckt. Zwischen der günstigsten und der riskantesten Stufe liegen schnell 0,5 Prozentpunkte und mehr.
und mehr
Über 80 % steigt nicht nur der Zins: Bei einem Notverkauf deckt der Erlös den Kredit oft nicht mehr, die Restschuld bleibt.
Die Verlockung der Vollfinanzierung ist deshalb ein zweischneidiges Schwert. Eine 100-Prozent-Finanzierung deckt den Kaufpreis, eine 110-Prozent-Finanzierung sogar die Nebenkosten mit. Beide sind am Markt zu haben, beide kosten deutlich mehr Zins, beide verzeihen keinen Fehler: Fällt der Immobilienwert oder müssen Sie früh verkaufen, bleibt die Schuld höher als der Erlös. Die Verbraucherzentrale rät Erstkäufern ausdrücklich, ohne solides Eigenkapital lieber weiter zu sparen.
Eigenkapital muss dabei nicht nur Bargeld sein. Bausparguthaben, Wertpapiere, ein bezahltes Grundstück oder Eigenleistung am Bau zählen mit, die sogenannte Muskelhypothek. Vorsicht ist bei geschenktem oder geerbtem Geld geboten: In vielen teuren Städten ermöglichen genau solche Zuwendungen die Finanzierung überhaupt erst, was die soziale Schieflage des Marktes offenlegt.
Von den Nebenkosten zahlen Sie mindestens diese aus Eigenkapital, besser 20 Prozent des Kaufpreises zusätzlich. Je niedriger der Beleihungsauslauf, desto günstiger der Zins. Eine Vollfinanzierung ist teuer und riskant, ein Notverkauf hinterlässt schnell eine Restschuld.
Welche Nebenkosten kommen beim Kauf auf Sie zu?

Neben dem Kaufpreis fallen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie oft eine Maklerprovision an. Zusammen ergeben diese Kaufnebenkosten je nach Bundesland und Vermittlung rund 9 bis 15 Prozent des Kaufpreises, die keine Bank mitfinanziert.
Den größten Brocken bildet die Grunderwerbsteuer, deren Höhe jedes Bundesland selbst festlegt. Die Spanne ist erheblich: von 3,5 Prozent in Bayern bis 6,5 Prozent in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Schleswig-Holstein. Bremen hat den Satz zum 1. Juli 2025 auf 5,5 Prozent angehoben. Bei 400.000 Euro Kaufpreis fallen je nach Land zwischen 14.000 und 26.000 Euro Steuer an.
| Nebenkostenblock | Übliche Höhe | Bei 400.000 Euro |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5 bis 6,5 % | 14.000 bis 26.000 € |
| Notar und Grundbuch | rund 1,5 bis 2,0 % | 6.000 bis 8.000 € |
| Maklerprovision (falls sie anfällt) | bis rund 3,57 % inkl. USt. | bis rund 14.280 € |
| Summe | rund 9 bis 15 % | rund 34.000 bis 48.000 € |
Grunderwerbsteuer nach Bundesland 2026
Notar und Grundbuchamt kosten zusammen etwa 1,5 bis 2,0 Prozent, gesetzlich geregelt im Gerichts- und Notarkostengesetz. Der Notar beurkundet den Kaufvertrag, das Grundbuchamt trägt Eigentümer und Grundschuld ein. Diese Schritte sind Pflicht und nicht verhandelbar.
Die Maklerprovision teilen sich seit Dezember 2020 Käufer und Verkäufer. Nach § 656c BGB darf ein Makler, der für beide Seiten tätig wird, von keiner Partei mehr verlangen als von der anderen. Üblich sind je nach Region bis zu rund 3,57 Prozent inklusive Umsatzsteuer je Seite. Beim Neubau vom Bauträger oder beim Direktkauf entfällt die Provision ganz.
Kaufnebenkosten von 9 bis 15 Prozent zahlen Sie zusätzlich zum Kaufpreis und aus eigenem Vermögen. Der Wohnort entscheidet über Tausende Euro, allein wegen der Grunderwerbsteuer zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen.
Warum zahlt nicht jeder denselben Bauzins?

Der Bauzins richtet sich nach dem Kapitalmarkt, vor allem nach den Renditen deutscher Pfandbriefe und Staatsanleihen. Darauf schlägt jede Bank einen individuellen Aufschlag, der von Zinsbindung, Beleihungsauslauf und Ihrer Bonität abhängt. Deshalb bekommen zwei Käufer am selben Tag unterschiedliche Angebote.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins. Der Sollzins ist der reine Zins auf die Darlehenssumme. Der effektive Jahreszins nach der Preisangabenverordnung rechnet zusätzliche Kosten ein und macht Angebote vergleichbar. Beim Vergleich zählt immer der Effektivzins, nie der niedriger wirkende Sollzins.
Die Sollzinsbindung legt fest, wie lange der Zins garantiert gleich bleibt, üblich sind 5, 10, 15 oder 20 Jahre. Eine längere Bindung kostet einen Aufschlag, sichert aber gegen steigende Zinsen ab. Ein wichtiges Recht kennen viele nicht: Nach § 489 BGB dürfen Sie jedes Darlehen zehn Jahre nach Vollauszahlung mit sechs Monaten Frist kündigen, unabhängig von einer längeren Bindung. Eine 15- oder 20-Jahres-Bindung wird damit zur Einbahnstraße zu Ihren Gunsten.
| Zinsbindung | Typische Wirkung | Passt zu |
|---|---|---|
| 5 Jahre | niedrigster Zins, hohes Anschlussrisiko | kurzfristige Pläne, baldiger Verkauf |
| 10 Jahre | ausgewogener Standard, § 489 greift danach | die meisten Käufer |
| 15 bis 20 Jahre | Zinsaufschlag, dafür lange Sicherheit | vorsichtige Rechner, enge Budgets |
Fünf Stellschrauben für Ihren persönlichen Zins
Der Kapitalmarkt
Renditen von Pfandbriefen und Bundesanleihen sind der Anker, nicht der Leitzins direkt.
Die Zinsbindung
Je länger der Zins festgeschrieben wird, desto höher der Aufschlag für die Sicherheit.
Der Beleihungsauslauf
Mehr Eigenkapital senkt den Darlehensanteil und damit das Risiko der Bank.
Ihre Bonität
Sicheres Einkommen und eine saubere Schufa verbessern die Konditionen.
Objekt und Lage
Werthaltige Immobilien in gefragten Lagen sind für die Bank die bessere Sicherheit.
Den Rahmen steuert die Geldpolitik. Die Europäische Zentralbank hat den Einlagesatz zuletzt am 17. Juni 2026 bei 2,25 Prozent belassen. Auf Baufinanzierungen wirkt der Leitzins allerdings nur mittelbar, entscheidend sind die langfristigen Anleiherenditen. Anfang August 2026 liegt der Bestzins für zehn Jahre Zinsbindung laut Zinsvergleich von Dr. Klein bei rund 3,7 Prozent, der Marktdurchschnitt der Bundesbank ähnlich hoch. Historisch teuer wirken diese Werte nur auf den ersten Blick: Bis 2022 lagen die Zinsen zwar unter 1 Prozent, im langjährigen Mittel jedoch deutlich höher.
Die Zinssicherung für eine spätere Anschlussfinanzierung übernimmt das Forward-Darlehen. Die Bank reserviert den aktuellen Zins für einen Abschluss in bis zu fünf Jahren und verlangt dafür einen Aufschlag je Monat Vorlauf. Diese Wette lohnt sich nur, wenn die Zinsen tatsächlich stärker steigen als der Aufschlag kostet.
Eine Baufinanzierung ist die einzige Wette, die Sie dreißig Jahre lang jeden Monat neu abschließen, ganz gleich, ob der Arbeitgeber Sie morgen noch braucht. Wer ohne Rücklage für zwölf leere Raten unterschreibt, kauft kein Zuhause, sondern ein Risiko mit Grundbucheintrag.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Tilgung und Sondertilgung: der Weg zur Schuldenfreiheit

Bei einer Baufinanzierung bestimmt die anfängliche Tilgung, wie schnell Sie schuldenfrei werden. Als Faustregel gelten mindestens 2 Prozent, in der aktuellen Zinslage besser 3 Prozent oder mehr. Je höher die Tilgung, desto kürzer die Laufzeit und desto weniger Zinsen zahlen Sie insgesamt.
Der Effekt ist größer, als viele vermuten. Bei 400.000 Euro Darlehen zu 3,7 Prozent bräuchten Sie mit 2 Prozent Anfangstilgung rund 29 Jahre bis zur Schuldenfreiheit und zahlten dabei etwa 245.000 Euro Zinsen. Mit 3 Prozent Tilgung wären Sie nach gut 22 Jahren durch, bei rund 183.000 Euro Zinsen. Mit 4 Prozent schrumpft die Laufzeit auf etwa 18 Jahre und die Zinslast auf rund 146.000 Euro. Höhere Tilgung heißt höhere Monatsrate, spart aber ein kleines Vermögen.
Flexibilität schafft das Sondertilgungsrecht. Die meisten Banken erlauben pro Jahr eine außerplanmäßige Rückzahlung von bis zu 5 Prozent der Darlehenssumme ohne Zusatzkosten. Eine Bonuszahlung oder Erbschaft, so eingesetzt, verkürzt die Laufzeit spürbar. Achten Sie darauf, dieses Recht im Vertrag festzuschreiben, denn ohne Vereinbarung verlangt die Bank sonst eine Vorfälligkeitsentschädigung.
Zwei weitere Bausteine gehören auf den Zettel. Ein Volltilgerdarlehen legt Rate und Laufzeit so fest, dass am Ende der Zinsbindung keine Restschuld bleibt, oft mit Zinsrabatt, dafür ohne Spielraum bei der Rate. Beim Neubau fallen in der Bauphase häufig Bereitstellungszinsen von rund 3 Prozent im Jahr an, auf den noch nicht abgerufenen Kredit, meist nach einer bereitstellungsfreien Zeit von drei bis zwölf Monaten.
Die Anfangstilgung liegt bei mindestens 2 Prozent, in dieser Zinslage besser 3 Prozent aufwärts. Das Sondertilgungsrecht von bis zu 5 Prozent im Jahr vertraglich sichern, das spart Zinsen und Zeit. Beim Neubau die bereitstellungsfreie Zeit möglichst lang verhandeln.
Welche Förderungen und Bausteine senken die Kosten?

Der Staat fördert selbst genutztes Wohneigentum vor allem über zinsgünstige KfW-Kredite. Für Familien mit Kindern und mittlerem Einkommen liegen die Zinsen dieser Programme mehrere Prozentpunkte unter dem Marktniveau, was über die Laufzeit Zehntausende Euro spart.
Das wichtigste Programm heißt Wohneigentum für Familien (KfW 300). Berechtigt sind Haushalte mit mindestens einem Kind und einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 90.000 Euro, plus 10.000 Euro je weiterem Kind. Je nach Kinderzahl und energetischem Standard finanziert die KfW so bis zu 270.000 Euro, mit einem effektiven Zins, der laut KfW rund 2,5 bis 3,5 Prozentpunkte unter dem Marktzins liegt.
Daneben stehen weitere Töpfe bereit. Der Klimafreundliche Neubau (KfW 297/298) finanziert bis zu 100.000 Euro je Wohnung, mit dem Nachhaltigkeitssiegel QNG sogar 150.000 Euro. Das Programm Jung kauft Alt (KfW 308) fördert seit August 2026 den Kauf und die Sanierung älterer Häuser mit bis zu 180.000 Euro. Beide richten sich an dieselbe Einkommensgrenze wie das Familienprogramm. Dass Deutschland solche Anschübe überhaupt braucht, zeigt, warum das Land bei der Wohneigentumsfrage hinterherhängt: Die Eigentumsquote gehört zu den niedrigsten in Europa.
| Baustein | Rolle in der Baufinanzierung |
|---|---|
| Annuitätendarlehen | das Standarddarlehen mit konstanter Rate aus Zins und Tilgung |
| KfW-Förderkredit | zinsgünstiger Baustein für Familien und energieeffiziente Häuser |
| Bausparvertrag | sichert heute einen Zins für ein Darlehen von morgen, gut zum Ansparen |
| Forward-Darlehen | reserviert den heutigen Zins für eine spätere Anschlussfinanzierung |
Weil die Konditionen der Banken stark schwanken, entscheidet der Vergleich über bare Münze. Unabhängige Vermittler wie Baufi24 bündeln die Angebote vieler Banken und rechnen KfW-Bausteine gleich mit ein; ein Angebot der Hausbank allein ist selten das günstigste. Beim eigenen Vergleich gehören immer derselbe Effektivzins, dieselbe Zinsbindung und dieselbe Tilgung nebeneinander, sonst geraten Äpfel und Birnen in dieselbe Tabelle.
KfW-Programme wie Wohneigentum für Familien senken den Zins spürbar, sind aber an Einkommensgrenzen und energetische Standards gebunden. Ohne einen echten Angebotsvergleich verschenken Sie über die Laufzeit leicht einen fünfstelligen Betrag.
Wie viel Immobilie können Sie sich wirklich leisten?

Als grobe Grenze sollte die monatliche Rate rund 35 Prozent Ihres Haushaltsnettoeinkommens nicht übersteigen. Rechnen Sie ehrlich mit laufenden Kosten, einem Puffer für Zinsänderungen und dem Fall, dass ein Einkommen wegfällt. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob aus dem Traumhaus eine Schuldenfalle wird.
Die tragfähige Rate ermittelt eine ehrliche Haushaltsrechnung. Ziehen Sie vom Nettoeinkommen alle Fixkosten ab, dazu Unterhalt, Versicherungen, Mobilität und Rücklagen für Reparaturen. Was übrig bleibt, ist die Obergrenze der Rate, nicht ein Wunschwert. Die Verbraucherzentrale warnt davor, den letzten Euro einzuplanen, weil eine Immobilie laufend Geld kostet, von der Heizung bis zum Dach.
Das größte unterschätzte Risiko lauert bei der Anschlussfinanzierung. Nach Ablauf der Zinsbindung bleibt fast immer eine Restschuld, die zum dann gültigen Zins weiterfinanziert wird. Steht der Zins in zehn Jahren höher, steigt die Rate spürbar. Ein Rechenbeispiel: Läge der Anschlusszins zwei Prozentpunkte über dem heutigen, könnte die Rate um mehrere Hundert Euro im Monat klettern, ganz ohne eigenes Zutun.
Dazu kommt die Lage am Markt. Die Preise geben kaum nach; laut Statistischem Bundesamt stiegen die Wohnimmobilienpreise im ersten Quartal 2026 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,0 Prozent im Quartal davor. Diese Marktbewegung verschärft die Einstiegshürde zusätzlich. In begehrten Vierteln reicht ein solides Doppeleinkommen oft nicht mehr, ohne Schenkung oder Erbe bleibt die Tür zu.
Und dann der Satz, den kaum ein Ratgeber ausspricht: Manchmal ist der Kauf schlicht die falsche Entscheidung. Drohen Überschuldung, ein erzwungener Notverkauf oder am Ende die Privatinsolvenz, retten kein niedriger Lockzins und keine Förderung die Rechnung. Lässt sich die Rate nur mit gedrückter Anfangstilgung und ohne jeden Puffer darstellen, sprechen die Zahlen gegen den Kauf: dann besser warten und weiter sparen oder das Vorhaben eine Nummer kleiner planen. Ein geplatzter Immobilientraum kostet Nerven, ein geplatzter Kredit die finanzielle Existenz.
Die Rate bleibt bei höchstens rund 35 Prozent des Nettoeinkommens, mit Puffer gerechnet. Das Anschlussrisiko der Restschuld nach der Zinsbindung mit höheren Zinsen durchspielen. Bei drohender Überschuldung ist Verzicht die klügere Finanzierung.
Für wen lohnt sich der Kauf 2026 wirklich?

Der Kauf lohnt sich vor allem für Haushalte mit sicherem, ausreichendem Einkommen, genügend Eigenkapital und dem Willen, lange am selben Ort zu bleiben. Fehlt eine dieser Säulen, ist eine Baufinanzierung oft die teurere und riskantere Wahl gegenüber der Miete.
Die erste Säule ist ein verlässliches Einkommen. Eine Baufinanzierung bindet Sie zwei bis drei Jahrzehnte an eine feste Rate, während Arbeitsverhältnisse unsicherer werden: Befristungen, Probezeiten, Kurzarbeit und ganze Branchen im Umbruch. In einer wackligen Anstellung oder frisch in der Selbstständigkeit gehört die Rate an der eigenen Jobsicherheit gemessen, nicht am Wunschobjekt.
Die zweite Säule, das Eigenkapital, trennt den Markt zunehmend in zwei Klassen. In teuren Städten stemmen viele Erstkäufer den Kauf nur mit einer Schenkung oder einem Erbe, oft im sechsstelligen Bereich. Ohne diese Starthilfe bleibt selbst gutverdienenden Paaren die Innenstadt verschlossen, eine unbequeme Wahrheit, die kaum ein Finanzierungsrechner abbildet.
Und die Miete? Als Alternative zur Baufinanzierung ist die Miete kein Scheitern, sondern eine Rechengröße. Die Differenz zwischen Miete und höherer Kaufrate, konsequent angelegt, führt nach zwanzig Jahren nicht zwangsläufig zu einem schlechteren Ergebnis, gerade bei hohen Kaufnebenkosten und schwacher Wertentwicklung.
Die dritte Säule ist die Zeit. Kaufnebenkosten von 9 bis 15 Prozent holt eine Immobilie erst über viele Jahre wieder herein. Bei einem Umzug nach fünf Jahren, einer Trennung oder einem Jobwechsel in eine andere Stadt kippt die Rechnung schnell ins Minus. Erst ab etwa zehn Jahren am selben Ort spielt der Kauf seinen Vorteil gegenüber der Miete aus.
Ehrlich bilanziert bleibt die Baufinanzierung ein großartiges Werkzeug für die Richtigen und eine Falle für alle, die sich hineinzwingen. Der Unterschied liegt nicht im Zins, sondern in der nüchternen Selbsteinschätzung vor der ersten Bankberatung.
Das Einkommen muss sicher und ausreichend sein, nicht auf Kante kalkuliert. Ohne Schenkung oder Erbe ist das Eigenkapital in teuren Lagen oft der Knackpunkt. Unter etwa zehn Jahren am selben Ort rechnet sich der Kauf selten.
Häufige Fragen zur Baufinanzierung

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Baufinanzierung?
Als Faustregel sollten Sie mindestens die Kaufnebenkosten von rund 9 bis 15 Prozent des Kaufpreises aus Eigenkapital zahlen, besser zusätzlich etwa 20 Prozent des Kaufpreises. Mehr Eigenkapital senkt den Beleihungsauslauf und damit den Zins. Eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital ist möglich, aber teurer und riskanter.
Wie hoch sind die Bauzinsen 2026?
Anfang August 2026 liegt der beste Effektivzins für zehn Jahre Sollzinsbindung bei rund 3,7 Prozent, der Marktdurchschnitt der Bundesbank ähnlich hoch. Der konkrete Zins hängt von Zinsbindung, Beleihungsauslauf und Bonität ab, deshalb erhalten zwei Käufer am selben Tag unterschiedliche Angebote.
Wie viel Haus kann ich mir mit meinem Gehalt leisten?
Als grobe Grenze sollte die monatliche Rate rund 35 Prozent Ihres Haushaltsnettoeinkommens nicht übersteigen. Entscheidend ist eine ehrliche Haushaltsrechnung mit allen Fixkosten, Rücklagen für Reparaturen und einem Puffer für den Fall, dass ein Einkommen wegfällt. Der finanzierbare Kaufpreis ergibt sich dann aus Rate, Zins und Tilgung.
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?
Der Sollzins ist der reine Zins auf die Darlehenssumme. Der effektive Jahreszins rechnet nach der Preisangabenverordnung weitere Kreditkosten mit ein und macht Angebote vergleichbar. Beim Vergleich zählt immer der Effektivzins, weil der Sollzins günstiger wirkt, als das Darlehen tatsächlich kostet.
Welche KfW-Förderung passt zum Immobilienkauf?
Für Familien mit Kindern bietet die KfW das Programm Wohneigentum für Familien (KfW 300) mit Einkommensgrenzen ab 90.000 Euro und Krediten bis 270.000 Euro. Daneben fördern der Klimafreundliche Neubau (297/298) und das Programm Jung kauft Alt (308) energieeffizientes Bauen und den Kauf älterer Häuser mit zinsgünstigen Krediten.
Kann ich ein Baudarlehen vorzeitig kündigen?
Ja. Nach § 489 BGB dürfen Sie ein Darlehen mit festem Sollzins zehn Jahre nach der Vollauszahlung mit einer Frist von sechs Monaten kündigen, auch bei einer längeren Zinsbindung. Zusätzlich lassen sich über das Sondertilgungsrecht meist bis zu 5 Prozent der Summe pro Jahr kostenfrei zurückzahlen.
Quellen
- Deutsche Bundesbank, Zinsstatistik Wohnungsbaukredite: bundesbank.de
- Dr. Klein, Aktuelle Bauzinsen 2026: drklein.de
- Europäische Zentralbank, Key ECB interest rates: ecb.europa.eu
- Statistisches Bundesamt, Wohnimmobilienpreise 1. Quartal 2026: destatis.de
- KfW, Wohneigentum für Familien (300) sowie 297/298 und 308: kfw.de
- § 489 BGB und § 656c BGB: gesetze-im-internet.de
- Finanz-Tools.de, Grunderwerbsteuer 2026 nach Bundesländern
- Verbraucherzentrale, Baufinanzierung: verbraucherzentrale.de