Die Europäische Kommission hat die iCapital 2026-Sieger gekürt. Grenoble Alpes Métropole holt sich den Titel European Capital of Innovation samt einer Million Euro Preisgeld. Aalborg gewinnt in der Kategorie Rising Innovative City.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenHand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt von einem EU-Preis gehört, der Städte für ihre Innovationsfähigkeit auszahlt? Der iCapital-Award läuft seit 2014 in Stille und prämiert jedes Jahr die europäischen Städte, die ihr lokales Innovations-Ökosystem am wirkungsvollsten umbauen. Für 2026 stand Deutschland überraschend nicht in der Endrunde.
Das Wichtigste in Kürze
- Grenoble Alpes Métropole gewinnt iCapital 2026 mit 1 Million Euro Preisgeld
- Aalborg holt sich den Titel Rising Innovative City und 500.000 Euro
- Liverpool und Rotterdam landen als Runner-up bei jeweils 100.000 Euro
- Vergabe fand am 4. Dezember 2025 auf dem Cities Innovate Summit in Turin statt
- Deutsche Städte schafften es 2026 nicht ins Finale, in der Vorrunde war Ulm dabei
Warum holte Grenoble den Hauptpreis?

Grenoble Alpes Métropole gilt als siebtdichtestes Deeptech-Ökosystem weltweit. Die Metropolregion am Fuß der Alpen verbindet seit Jahrzehnten universitäre Forschung mit Industrie. Die Jury würdigte vor allem den ganzheitlichen Ansatz: erneuerbare Energien, intelligente Infrastruktur und gemeinschaftsgetragene Innovation greifen sichtbar ineinander. Konkret nennen die Begründer Projekte zu Abfallreduktion, Klimaresilienz und Bodengesundheit, die quer durch Ressorts wirken.
Liverpool kam mit einem anderen Profil ins Finale: Kulturregeneration als ökonomischer Hebel, Brückenbau zwischen Kunst, Tech und Sozialsektor. Rotterdam setzte auf zirkuläre Wirtschaft, smarte Mobilität und resiliente Stadtplanung — das niederländische Modell, in dem Wassermanagement und Urbanismus zusammen gedacht werden. Beide Städte erhalten je 100.000 Euro als Runner-up und Sichtbarkeit im EIC-Forum.
Was macht Aalborg zur Rising Innovative City?

Die dänische Hochschulstadt setzt auf community-zentrierte Lösungen und internationale Kooperation. Aalborg verbindet Smart-Specialisation-Strategie und European Green Deal mit kultureller Integration und demokratischer Beteiligung. Das Preisgeld von 500.000 Euro fließt in weitere grüne und digitale Modellprojekte. Die anderen Finalisten der Kategorie, Nicosia (Zypern) und San Sebastián (Spanien), erhalten je 50.000 Euro als Runner-up.
iCapital ist die einzige EU-Auszeichnung, die Städten richtig Geld in die Hand drückt, statt nur eine Urkunde zu vergeben. Eine Million Euro für Grenoble ist mehr als symbolisch und sollte deutsche Mittelstädte zum Mitmachen anstacheln. Ulm war 2026 unter den zwölf Halbfinalisten, das zeigt, dass die Tür offen ist.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Warum spielt die DACH-Region kaum eine Rolle?

Frühere Sieger sind Barcelona, Amsterdam, Paris, Athen, Nantes, Leuven, Dortmund, Aix-Marseille, Lissabon und Turin. Dortmund 2021 bleibt damit die einzige deutsche Stadt, die den Hauptpreis seit Bestehen des Awards geholt hat.
Für 2026 schaffte es immerhin Ulm bis ins Halbfinale, schied dort aber gegen Aalborg, Kranj, Nicosia, San Sebastián und Stavanger aus. Wer sich die Bewerberlisten ansieht, erkennt ein Muster: Dichte Forschungs-Industrie-Verzahnung, sichtbare Bürgerbeteiligung und ein erkennbarer Stadt-Markenkern punkten bei der Jury stärker als reine Tech-Cluster-Größe.
Für DACH-Kommunen lohnt ein Blick auf den Grenoble-Ansatz: Die Stadt hat Innovation nicht in ein einzelnes Ressort gepackt, sondern als Querschnittsthema in Klimaschutz, Wirtschaftsförderung und Mobilität verankert. Die Bewerbung 2027 startet im Frühjahr, die Anmeldung läuft über das EIC-Portal der Europäischen Kommission.
Wer den offiziellen Award-Hinweis der EU-Kommission liest, sieht die Bewerbungskriterien recht klar: Ökosystem-Reife, Bürgerbeteiligung und messbarer Wandel statt Power-Point-Visionen.
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