UX-Teams verlieren Budgetgespräche selten, weil ihre Arbeit schwach wäre. Sie verlieren, weil die Ergebnisse in der falschen Sprache ankommen. Die Nielsen Norman Group beschreibt, wie aus Aktivität ein Geschäftsergebnis wird.

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Beim Ringen ums UX-Budget zählt für die Geschäftsführung keine Design-Metrik, sondern die Wirkung auf die Bilanz. Eine Studie von McKinsey zeigt laut NN/g, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen kein objektives Maß für die Leistung ihrer Design-Teams besitzt. Ohne dieses Maß entscheidet das Bauchgefühl.

Das Wichtigste in Kürze

  • UX-Teams gelten als Kostenstelle, sobald der Bezug zum Geschäftsergebnis fehlt.
  • Ein SUS-Score sagt einem Finanzchef nichts über Umsatz, Kosten oder Risiko.
  • Downstream-Kennzahlen wie Support-Volumen und Abwanderung übersetzen UX in Geld.
  • Die nötigen Vorher-nachher-Daten liegen meist schon im Unternehmen.

Warum landet gute UX-Arbeit als Kostenstelle?

Zwei Etiketten, das linke durchgestrichen, das rechte mit Rabatt und Haken, daneben eine Mutter
Teams, die nur Aktivitäten berichten, werden als Kostenstelle wahrgenommen. Metriken wie Task-Completion-Werte zeigen Aufwand ohne Geschäftsergebnis

Eine Kostenstelle gibt Geld aus, ohne einen sichtbaren Rückfluss. Genau dort landen Teams, die ihre Arbeit über Aktivität berichten. Ein Bericht über durchgeführte Tests und gesammelte Nutzerzitate zeigt Aufwand, aber nicht die Veränderung. Führungskräfte sehen dann Ressourcen, denen kein Ergebnis gegenübersteht.

Ein Task-Completion-Wert oder ein SUS-Score von 74 gehört in den Forschungsbericht, nicht ins Budgetgespräch. Ein Finanzchef hat keinen Bezugsrahmen dafür, ob 74 gut ist. Ein Betriebsleiter kann eine Abschlussrate keinem Quartalsziel zuordnen. Wie sehr gutes Design auf die Bilanz einzahlt, zeigt auch unser Beitrag zu UX-Design als Best Practice.

Design zahlt messbar auf Umsatz und Rendite ein. Nur trägt diese Wirkung selten die Etiketten, die im Vorstand gelesen werden. Wer UX in Support-Anrufe und Abbruchquoten übersetzt, gewinnt das Budgetgespräch.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Wie übersetzen Sie UX in die Sprache der Bilanz?

Der Unterschied liegt in der Messstelle. Upstream-Werte beschreiben, wie ein Design abschneidet: Aufgabenerfolg, Fehlerquoten, SUS-Score. Downstream-Werte erfassen, was sich im Geschäft verändert hat: Support-Kontakte, Conversion, Abwanderung. Erst die zweite Gruppe zeigt, was die Arbeit wert war.

Die passenden Daten liegen bereits im Haus. Ein Blick zu Finanzabteilung, Produkt-Analytik oder Kundensupport liefert die Vorher-nachher-Zahlen für einen umgebauten Ablauf. Selbst grobe Richtungswerte überzeugen, sofern die Aussage ehrlich bleibt: Support-Anfragen zu einer Funktion sanken im Quartal nach dem Umbau um 30 Prozent. Welche Kennzahlen tatsächlich tragen, ordnet unser Glossar zur Kundengewinnung ein.

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