Google benennt sein Recherche-Werkzeug NotebookLM in Gemini Notebook um. Das Produkt bleibt eigenständig, rückt aber tiefer in die Gemini-App und die KI-Suche hinein. Die eigentliche Neuigkeit steckt unter der Haube: ein abgesicherter Cloud-Computer für Datenanalysen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenGemini Notebook ist der neue Name von NotebookLM: Google hat die Umbenennung am 16. Juli 2026 angekündigt[1]. Mehr als 30 Millionen Menschen und über 600.000 Organisationen arbeiten mit dem Werkzeug, das seine Antworten strikt aus den hochgeladenen Quellen zieht. Der Namenswechsel trifft damit eines der meistgenutzten KI-Produkte im Google-Portfolio.
Das Wichtigste in Kürze
- NotebookLM heißt seit dem 16. Juli 2026 Gemini Notebook; Name und Logo erscheinen schrittweise über mehrere Wochen.
- Neu ist ein abgesicherter Cloud-Computer: Notebooks schreiben und starten Code für Datenanalysen direkt im Werkzeug.
- AI-Ultra-Kunden erhalten die Code-Funktion sofort, Pro-Nutzer im Web folgen in den kommenden Wochen.
- Alte Links und geteilte Notebooks leiten automatisch weiter; Workspace-Admins müssen nichts umstellen.
Warum gibt Google einen etablierten Produktnamen auf?

Google zieht NotebookLM unter die Dachmarke Gemini, weil das Werkzeug künftig direkt in der Gemini-App und in der KI-Suche steckt. Der Name folgt der Distribution: Eine Funktion, die überall im Google-Kosmos auftaucht, soll überall gleich heißen.
Google-Labs-Chef Josh Woodward betont, Gemini Notebook bleibe „dasselbe eigenständige Produkt“[1]. Notizbücher lassen sich bereits in der Gemini-App anlegen und synchronisieren sich zwischen beiden Oberflächen. Als Nächstes holt Google die Notizbücher in den AI Mode der Suche, also in genau das Produkt, das Brüssel gerade per DMA-Auflagen für KI-Rivalen öffnet.
Hinter der Kosmetik steckt Distributionslogik: Die Gemini-App ist der zentrale Verteilkanal für Googles KI-Angebote, und jede Funktion außerhalb dieser Markenwelt muss ihre Reichweite allein erarbeiten. Ein Notizbuch, das in App und Suche auftaucht, erreicht mehr Menschen als eine separate Website.
Google setzt darauf, dass die Marke Gemini stärker zieht als die Gewohnheit von 30 Millionen Nutzern. Die eigentliche Neuigkeit ist der Cloud-Computer im Notizbuch, nicht das neue Etikett.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was ändert sich konkret für Nutzer?
Der größte Zugewinn ist der abgesicherte Cloud-Computer: Gemini Notebook schreibt und startet Code direkt im Notizbuch, etwa um Tabellen auszuwerten oder Diagramme zu erzeugen. Die Oberfläche bleibt unverändert, ebenso die Quellenbindung an hochgeladene Dokumente.
Die Code-Ausführung steht AI-Ultra-Kunden und Workspace-Konten mit AI Ultra ab sofort bereit, Pro-Nutzer im Web folgen in den kommenden Wochen[1]. Damit zieht Google bei den Analyse-Umgebungen nach, die Wettbewerber wie Anthropic mit Claude Science gerade für Forscher aufbauen.
Für Workspace-Kunden läuft der Rollout laut Google über mindestens 15 Tage[2]. Bestehende und geteilte Notizbücher leiten automatisch auf die neuen Adressen weiter, die Mobile-App braucht gegebenenfalls ein Update. Administratoren müssen nichts umstellen.
Drei Stationen bis zur Dachmarke
So läuft der Rollout
Welches Muster steckt hinter dem Namenswechsel?
Die Umbenennung folgt einem festen Google-Muster: Seit 2024 bündelt der Konzern alle KI-Produkte unter der Marke Gemini. Aus Bard ist im Februar 2024 Gemini geworden, Duet AI heißt seither Gemini für Workspace. Auch der Google Assistant weicht schrittweise Gemini.
NotebookLM war eine der letzten eigenständigen KI-Marken des Konzerns. Seit dem Start als „Project Tailwind“ auf der I/O 2023 hat sich das Werkzeug einen eigenen Ruf erarbeitet, vor allem wegen der Quellenbindung: Antworten stammen aus den hochgeladenen Dokumenten, nicht aus dem offenen Modellwissen. Diese Stärke bleibt erhalten, ebenso die Teamfunktionen für den Business-Einsatz.
Unternehmen im DACH-Raum sollten das Update-Fenster für einen kurzen Hausputz nutzen:
- Interne Schulungsunterlagen und Prozessdokumente auf den neuen Namen umstellen, damit Anleitungen auffindbar bleiben.
- Lesezeichen und SSO-Verknüpfungen testen; die Weiterleitungen laufen automatisch, verdienen aber eine Stichprobe.
- Die Synchronisierung in die Gemini-App bewusst steuern und Freigaben prüfen, bevor vertrauliche Quellen dort auftauchen.
Der neue Name kostet Sie nichts, der neue Unterbau verdient dagegen einen Test: Probieren Sie den Cloud-Computer an einer unkritischen Datenanalyse aus, bevor Teams produktiv damit arbeiten. Einen Überblick über das restliche Ökosystem liefert unser Ratgeber zu 55 Google-Tools, eine Marktübersicht der Text-KIs unser Vergleich der besten KI-Textgeneratoren.
Quellen
[1] Google: „NotebookLM is now Gemini Notebook“ ↩
[2] Google Workspace Updates: „NotebookLM is now Gemini Notebook“ ↩
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