Die Österreichische Post stellt Briefe und Pakete in Wien ab sofort komplett ohne Verbrennungsmotor zu. Auf der letzten Meile fährt das Unternehmen nur noch elektrisch oder die Zusteller gehen zu Fuß.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenMit der vollständigen Umstellung auf E-Mobilität wird Wien laut Post zur größten europäischen Metropole, in der alle Sendungen auf der letzten Meile CO2-frei ankommen. Rund 32 Millionen Euro hat das Unternehmen in Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur gesteckt. Für deutsche Logistiker liefert das Projekt eine konkrete Vorlage.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Post in Wien stellt Briefe, Pakete, Zeitungen und Prospekte ausschließlich elektrisch oder zu Fuß zu.
- Rund 1.000 E-Fahrzeuge legen pro Jahr etwa acht Millionen Kilometer rein elektrisch zurück.
- Die Umstellung spart jährlich rund 2.300 Tonnen CO2 in der Stadt ein.
- Insgesamt 32 Millionen Euro flossen in E-Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur.
Den Weg dorthin ging die Post schrittweise. Seit 2022 schafft das Unternehmen in der Zustellung nur noch Elektrofahrzeuge an. Täglich sind in Wien inzwischen mehr als 1.300 Zustellerinnen und Zusteller mit E-Transportern, E-Bikes, E-Mopeds oder eben zu Fuß unterwegs. Mehr als zwei Millionen Einwohner werden damit emissionsfrei beliefert.
Wie finanziert die Post den Strom für die Flotte?

Einen erheblichen Teil des Ladestroms erzeugt die Post selbst. An den Standorten Wien und Hagenbrunn in Niederösterreich betreibt das Unternehmen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 5,9 Megawattpeak. Den zugekauften Strom bezieht die Post ausschließlich aus österreichischen erneuerbaren Quellen.
Generaldirektor Walter Oblin ordnet den Schritt wirtschaftlich ein.
Mit der vollständigen Transformation unserer Zustellung in Wien setzen wir einen Meilenstein für elektrisch angetriebene Logistik in Europa. Klimaschutz und wirtschaftlich effiziente Zustellung passen im großen Maßstab zusammen.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was deutsche Logistiker daraus mitnehmen?

Die Wiener Lösung zeigt, dass eine vollelektrische Zustellflotte im urbanen Raum funktioniert, sofern Ladeinfrastruktur und Eigenstromerzeugung zusammen geplant werden. Für Flottenmanager liegt der Hebel weniger im Fahrzeug selbst als im Netzanschluss und in der Lade-Logistik am Depot. Wer die laufenden Energiekosten solcher Flotten kalkulieren will, findet im Vergleich der Ladetarife 2026 einen Anhaltspunkt.
Wie schnell der Nutzfahrzeugmarkt insgesamt kippt, zeigt unser Bericht dazu, ob der Lkw-Markt in Richtung Elektro kippt. Im Schwersegment hat sich derweil ein neuer Marktführer bei Elektro-Lkw herausgebildet.
Als nächstes Ziel nimmt sich die Post ganz Österreich vor. Bis 2030 soll die gesamte Zustellung auf der letzten Meile rein elektrisch oder zu Fuß ablaufen. Die vollständigen Kennzahlen zur Wiener Umstellung hat die Post in einer offiziellen Aussendung veröffentlicht.
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