Energie aus 2.000 Metern Höhe? Jetzt schon.

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
Aktualisiert:
2 Min. Lesezeit
SAWES Stratosphere Airborne Wind Energy System

Ein chinesisches Unternehmen hat ein Ballon-Windkraftsystem getestet, das 1.500 Haushalte versorgen kann. Die Technologie soll auch bei Naturkatastrophen als Notfallstromquelle dienen.

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Warum Windkraft am Boden an Grenzen stößt

Herkömmliche Windräder haben ein fundamentales Problem: In Bodennähe weht der Wind unzuverlässig und schwach. Je höher man kommt, desto konstanter und stärker wird die Strömung. Doch Windräder lassen sich nicht beliebig in die Höhe bauen. Das Pekinger Unternehmen Linyi Yunchuan Energy Technology geht deshalb einen anderen Weg.

Das Unternehmen hat das Stratosphere Airborne Wind Energy System (SAWES) entwickelt. Ein heliumgefüllter Ballon in Zeppelin-Form trägt dabei leichtgewichtige Generatoren in die Höhe. Der erzeugte Strom fließt über Haltekabel zurück zur Erde. Am vergangenen Samstag stieg das System auf 2.000 Meter Höhe und erzeugte genug Elektrizität für 1.500 Haushalte.

SAWES Stratosphere Airborne Wind Energy System
Dieser Ballon hat einen harten Job. Er arbeitet in 2.000 Metern Höhe und beschwert sich nie über die Aussicht.

Was die Technologie für abgelegene Regionen bedeutet

Die chinesische Außenministeriumssprecherin Mao Ning bezeichnete die Erfindung auf ihren Social-Media-Kanälen als „Powerbank am Himmel“. Laut dem chinesischen Staatsfernsehen CCTV erweitert die Innovation die Anwendungsmöglichkeiten erneuerbarer Energien erheblich. Besonders für Regionen mit Stromknappheit wie abgelegene Inseln könnte SAWES als primäre Energiequelle dienen.

Das jetzt getestete Modell ist bereits die dritte Generation des Systems. Im September 2024 flog das S1500-Modell erstmals an der Naomaohu-Basis in Hami in der autonomen Region Xinjiang. Im Oktober 2024 erreichte das S500-Modell 500 Meter Höhe über dem Zhanghe-Gebiet in der Provinz Hubei.

Chinese-built power-generating airborne turbine showcased at Airshow
Strom aus 500 Metern Höhe: Das chinesische SAWES-System auf der Airshow China 2024 in Zhuhai. Der drachenförmige Ballon trägt Generatoren in Höhen, die herkömmliche Windräder nie erreichen.

Einsatz bei Naturkatastrophen geplant

SAWES wurde für den Betrieb unter widrigen Wetterbedingungen konstruiert. Experten sehen laut einem Bericht der Hubei Daily Einsatzmöglichkeiten bei Notfallrettung, intelligenter Kartierung und urbaner Sicherheit. Nach Naturkatastrophen könnte das System schnell Strom für Beleuchtung und Kommunikation bereitstellen. Die Technologie ist zudem als erstes Höhenwind-System für den urbanen Einsatz konzipiert.

Für europäische Energieversorger und Investoren im Bereich erneuerbare Energien könnte diese Entwicklung ein Signal für neue Marktchancen sein. Die Kombination aus Mobilität, Katastrophentauglichkeit und hoher Energieausbeute adressiert Nischen, die konventionelle Wind- und Solaranlagen nicht bedienen können.

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Markus Seyfferth
Autor
ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
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