Ein neues Erweiterungsmodul bringt 10-Gigabit-Ethernet in Framework-Laptops. Doch der USB-C-Anschluss zum Mainboard wird zum Nadelöhr, und schuld ist ein Wirrwarr an USB-Bezeichnungen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEin 10-Gigabit-Netzwerkanschluss im modularen Laptop klingt nach einem klaren Upgrade, doch die Praxis zeigt einen Haken. Das neue WisdPi-10G-Modul für Framework-Rechner passt in jeden Erweiterungsslot, hängt aber über USB-C am Mainboard. Genau dort entsteht ein Tempolimit, das vielen Käufern erst beim Messen auffällt.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Modul passt in jeden Framework-Erweiterungsslot, auch im Framework Desktop
- Die volle 10-Gigabit-Rate verlangt einen USB-3.2-Gen-2×2-Port mit 20 Gigabit pro Sekunde
- Auf vielen Framework-Laptops bleiben real nur rund 6 bis 7 Gigabit pro Sekunde übrig
- Der verbaute Realtek-Controller RTL8159 ist auf die hohe USB-Bandbreite angewiesen
Woran scheitert die volle Bandbreite?

Der Kern des Problems liegt in der USB-C-Bandbreite. Der Realtek-Controller RTL8159 braucht einen USB-3.2-Gen-2×2-Port mit 20 Gigabit pro Sekunde, um die vollen 10 Gigabit zu erreichen. Auf einem Framework 13 mit AMDs Ryzen AI 5 340 unter Windows 11 maß der Tester Jeff Geerling im Schnitt deutlich weniger als die beworbenen 10 Gigabit, real etwa 9,4 Gigabit pro Sekunde als Höchstwert. Unter Linux fiel das Ergebnis auf demselben Gerät noch etwas schwächer aus.
Die eigentliche Falle ist die USB-Namensgebung. Microsoft meldet jede USB-3.x-Verbindung im Geräte-Manager schlicht als „USB 3.0″, selbst wenn ein 20-Gigabit-fähiges Gerät steckt. Wer die tatsächliche Port-Geschwindigkeit ermitteln will, muss ins Datenblatt schauen, weil nur wenige Hersteller den Port am Gehäuse beschriften. Apple verzichtet wie üblich auf jede Beschriftung, zeigt die ausgehandelte Geschwindigkeit aber immerhin in der Systeminformation an.
Framework verkauft Modularität als Versprechen, doch dieses 10G-Modul zeigt die Kehrseite. Wer die volle Leistung will, muss erst das USB-Kauderwelsch seines eigenen Geräts entschlüsseln, und das ist kein Komfort, sondern eine Zumutung.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Für wen lohnt sich der Kauf trotzdem?

Die Zielgruppe ist überschaubar. Wer einen Framework Desktop mit einem echten USB-3.2-Gen-2×2-Port besitzt, holt die vollen 10 Gigabit heraus, abzüglich etwas Protokoll-Overhead. Auf den meisten Laptops bleibt die nutzbare Rate darunter, was das Modul für reine Mobilnutzer weniger attraktiv macht. Für ein eigenes Heimlabor oder einen schnellen NAS-Zugriff am Schreibtisch kann sich der Aufpreis dennoch rechnen.
Preislich liegt das Modul bei rund 99 US-Dollar, also etwa 86 Euro, und damit über günstigeren 2,5- oder 5-Gigabit-Adaptern. Wer keine 10 Gigabit zwingend braucht, fährt mit einem 2,5- oder 5-Gigabit-Adapter weiterhin günstiger und ohne Bandbreiten-Risiko. Zum Testzeitpunkt war das Modul ohnehin ausverkauft, ein Kauf erfordert also etwas Geduld.
Wer auf eigene Hardware setzt, sollte vor der Bestellung die Port-Spezifikation des eigenen Geräts prüfen. Die ausführliche Messreihe steht im Testbericht von Jeff Geerling. Wer ohnehin über schnelle Netzwerk-Hardware nachdenkt, findet im Umfeld von GPU-Servern und Colocation ähnliche Bandbreitenfragen.