Wasserstoffnetz: Was bis 30. Juni entschieden wird

Michael Dobler
Autor Dr. Web
2 Min. Lesezeit
Wasserstoffnetz: Was bis 30. Juni entschieden wird

Das deutsche Wasserstoffnetz erreicht eine Wegmarke. Bis zum 30. Juni 2026 bestätigt die Bundesnetzagentur erstmals den integrierten Netzentwicklungsplan Gas und Wasserstoff, der über den Ausbau der nächsten Jahre entscheidet.

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Das Wasserstoff-Kernnetz bildet das Grundgerüst für den Transport von klimaneutralem Wasserstoff in Deutschland. Bis 2032 sollen schrittweise rund 9.040 Kilometer Leitungen in Betrieb gehen. Jetzt folgt mit dem ersten Netzentwicklungsplan die nächste Planungsstufe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis 30. Juni 2026 bestätigt die Bundesnetzagentur erstmals den integrierten Netzentwicklungsplan Gas und Wasserstoff.
  • Das bereits 2024 genehmigte Kernnetz umfasst rund 9.040 Kilometer Leitungen mit Inbetriebnahme zwischen 2025 und 2032.
  • Fachleute sehen den Hochlauf bei Erzeugung, Nachfrage und Speichern bislang als schleppend an.

Was leistet das Kernnetz?

Blauer Schlauch formt den Buchstaben H, daran ein Preisschild mit der Zahl 2032
Kernnetz verbindet Wasserstoff-Erzeugung, Importe und Industrie. Bestehende Erdgasleitungen werden umgewidmet, neue kommen hinzu. Rückgrat der künftigen Wasserstoffwirtschaft

Das Kernnetz verbindet Erzeugungsstandorte, Importpunkte und industrielle Verbraucher. Bestehende Erdgasleitungen werden umgewidmet, neue Leitungen kommen hinzu. Rückgrat der künftigen Wasserstoffwirtschaft nennt die Bundesregierung diese Infrastruktur.

Der nun anstehende Netzentwicklungsplan denkt das Netz über das Kernnetz hinaus. Alle zwei Jahre legen die Fernleitungsbetreiber fest, wo zusätzliche Leitungen nötig sind, damit Erzeuger, Verbraucher und Speicher angeschlossen werden. Die Bundesnetzagentur bestätigt diesen Plan und beauftragt damit die Umsetzung.

Wie weit ist der Hochlauf wirklich?

Grünes Rohr mit Aufschrift „H₂“, auf dem eine Weinbergschnecke nach rechts kriecht
Wasserstoffwirtschaft stockt: Elektrolyse, Nachfrage, Speicher und Netzausbau entwickeln sich langsamer als geplant. Henne-Ei-Problem verhindert Investitionen

Zwischen Plan und Realität liegt eine spürbare Strecke. Wolf-Peter Schill vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung beschreibt den Hochlauf als schleppend, sowohl bei der Elektrolyse als auch bei Nachfrage, Speichern und Netz. Henne-Ei-Problem heißt die Kernschwierigkeit, denn ohne Netz lohnt sich kein Elektrolyseur und umgekehrt.

Um die Verfahren zu beschleunigen, ist jüngst ein Gesetz in Kraft getreten, das Planung und Genehmigung verkürzen soll. Erste Leitungsabschnitte gehen bereits in Betrieb, die große Masse folgt bis Anfang der 2030er Jahre.

Ein Netz für einen Energieträger zu bauen, den es noch kaum gibt, ist mutig. Genau diese Vorleistung entscheidet aber, ob die deutsche Industrie 2032 grünen Wasserstoff bekommt oder nicht.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Industriebetriebe mit Bedarf an grünem Wasserstoff sollten ihren Standort frühzeitig mit dem geplanten Netzverlauf abgleichen. Ein Anschluss lässt sich beim zuständigen Netzbetreiber anfragen, auch wenn der Bedarf bisher nicht im Kernnetz erfasst ist.

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Michael Dobler
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Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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