Strom steuern wie Banking? PLAN B NET ZERO zeigt wie.
23. März 2026 9. April 2026
Reading Time: 7 minutes

Strom steuern wie Banking? PLAN B NET ZERO zeigt wie.

Markus Seyfferth

Markus Seyfferth

Autor Dr. Web
4.5
(22)

Der Schweizer Ökostrom-Anbieter PLAN B NET ZERO überträgt das Neo-Banking-Prinzip auf den Energiemarkt. Wöchentlich angepasste Tarife, volldigitale Vertragsverwaltung und ein App-first-Ansatz sollen den Anbieterwechsel so einfach machen wie eine Überweisung. Was das für Entscheider im Energiemarkt bedeutet.

Stellen Sie sich vor, Ihr Stromanbieter funktioniert wie Ihre Banking-App: schnell, transparent, ohne Hotline. Vor zehn Jahren war ein Bankkonto wechseln ein Halbtagsprojekt. Termin in der Filiale, Stapel Formulare, zwei Wochen Bearbeitungszeit und die stille Hoffnung, dass keine Daueraufträge verloren gehen. Heute dauert das Gleiche acht Minuten auf dem Sofa. Revolut, N26 und ihre Nachfolger haben nicht nur das Produkt verbessert. Sie haben das Verhältnis zwischen Kunden und Finanzdienstleistung neu definiert. Im deutschen Energiemarkt ist dieser Wandel noch nicht angekommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Über 7,1 Millionen Deutsche wechselten 2024 ihren Stromanbieter — 18 % mehr als im Vorjahr
  • Der 24-Stunden-Lieferantenwechsel (LFW24) ist seit Juni 2025 in Kraft
  • PLAN B NET ZERO setzt auf eine volldigitale App als Kernprodukt statt als Beiwerk
  • 44 % der deutschen Verbraucher wissen nicht, welche Zusatzleistungen ihr Energieversorger anbietet

Warum ist der Energiemarkt der letzte nicht-digitale Alltag?

Blaue US-Steckdose auf weißer Wand, in der oberen Öffnung steckt eine goldene Karte

Der Monitoringbericht 2025 der Bundesnetzagentur zeigt: 7,1 Millionen Deutsche wechselten 2024 ihren Stromanbieter, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Das klingt nach Bewegung. Gemessen am Gesamtpotenzial ist es erst der Anfang. Die meisten Kunden bleiben nicht, weil sie zufrieden sind, sondern weil der Wechsel sich wie bürokratischer Aufwand anfühlt, den man besser auf später verschiebt. Mehr als 1.000 Stromanbieter konkurrieren um Kunden, aber die meisten von ihnen bieten eine Erfahrung, die aus der Zeit gefallen wirkt: Papierdokumente, lange Bearbeitungszeiten, Hotlines, die niemand anrufen möchte.

Die rechtlichen Voraussetzungen für einen schnellen Anbieterwechsel sind geschaffen. Mit der LFW24-Initiative können Kundinnen und Kunden in Deutschland ihren Stromlieferanten innerhalb von 24 Stunden wechseln. Das Problem liegt nicht in der Regulierung. Das Problem liegt im Nutzererlebnis. PLAN B-NET ZERO setzt auf eine andere These: Was im Banking funktioniert hat, funktioniert auch im Energiemarkt.

Was macht die App zum Produkt statt zum Anhang?

Grüner Kippschalter in ON-Position mit Schweinchen-Griff vor weißem Hintergrund
App eines Schweizer GreenTech-Unternehmens, bei der die digitale Anwendung selbst das Kernprodukt ist, nicht nur eine Ergänzung

Die meisten Energieanbieter haben Apps. Die meisten davon sind nachträgliche Ergänzungen zu einem Geschäftsmodell, das ohne sie entwickelt wurde: eine digitale Version der Papierrechnung, bestenfalls mit Verbrauchsübersicht. Das Schweizer GreenTech-Scale-Up hat die Reihenfolge umgekehrt. Die App ist nicht der Zugang zum Produkt. Die App ist das Produkt.

In der Praxis bedeutet das: Kunden verwalten ihren gesamten Vertrag digital. Tarifinformationen, Verbrauchsdaten, Änderungen, Fragen. Alles ist jederzeit verfügbar, ohne Warteschleife, ohne Formular, ohne Verzögerung. Der Wechselprozess läuft vollständig innerhalb der App ab. Keine parallelen Kanäle, keine Medienbrüche, keine Momente, an denen ein Kunde das Smartphone weglegt und das Vorhaben auf später verschiebt.

Gründer und CEO Bradley Mundt hat diesen Standard aus seiner eigenen Erfahrung als Nutzer abgeleitet:

„Wenn ich Apps verwende, brauche ich Simplizität, Effizienz und Geschwindigkeit.“ — Bradley Mundt, Gründer und CEO PLAN B-NET ZERO

Was Mundt für sich selbst erwartet, hat er in das Produkt eingebaut.

Warum ist das Neo-Banking-Prinzip die Blaupause?

Weißer, quaderförmiger Smart-Meter-Stecker mit Display, Tasten und leuchtendem Ring unten
Revolut zeigte, dass eine Generation ihr Finanzleben vollständig in eine App verlagert, wenn das Nutzererlebnis stimmt

Mundt nennt Revolut nicht ohne Grund als Referenz. Was Revolut im Banking disruptiv gemacht hat, war nicht eine günstigere Kontoführungsgebühr. Die Erkenntnis war: eine ganze Generation ist bereit, ihr Finanzleben vollständig in eine App zu verlagern, wenn das Erlebnis stimmt.

Die Parallele ist nicht metaphorisch. Die Parallele ist strukturell. Beide Märkte hatten dieselbe Ausgangssituation: ein etabliertes, träges Angebot, eine regulatorische Öffnung und eine Zielgruppe, die mit einer besseren Alternative sofort wechselt.

PLAN B-NET ZERO geht allerdings über das hinaus, was eine Neobank je erreichen kann: die Tiefe der Kundenkenntnis. Ein Energieversorger weiß, wie viel ein Haushalt verbraucht, wann die Spitzenlastzeiten sind, wie viele Personen im Haushalt leben, welche Geräte betrieben werden und welche Routinen sich im Verbrauchsprofil abzeichnen. Eine Bank kennt Ausgaben. Ein Energieversorger kennt das Leben dahinter. Diese Datenbasis, verantwortungsvoll und transparent genutzt, erlaubt eine Personalisierung, die weit über eine Standard-Banking-App hinausgeht.

„Der Energiemarkt wiederholt gerade die Geschichte des Bankings. Nur wer das Nutzererlebnis ins Zentrum stellt, gewinnt die nächste Generation von Kunden.“ — Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeuten wöchentliche Preise für Verbraucher?

Sparschwein mit integrierter Energiepreisanzeige und sinkendem Pfeil auf weißem Grund
App zeigt automatisch die besten verfügbaren Energiepreise. Tarife passen sich wöchentlich an, ohne dass Kunden selbst vergleichen oder kündigen müssen

Ein konkretes Beispiel für die App-First-Philosophie ist das Preismodell des Unternehmens. Tarife werden wöchentlich angepasst, immer auf den aktuellen Marktstand. Kunden müssen nicht selbst vergleichen, nicht kündigen und neu abschließen, um von besseren Konditionen zu profitieren. Der beste verfügbare Preis ist der Standardzustand, nicht eine Ausnahme für aktive Kunden.

Im deutschen Energiemarkt ist das eine Ausnahme. Viele Anbieter arbeiten mit jährlichen Preisfestschreibungen oder intransparenten Anpassungsklauseln, die Kunden erst bei der nächsten Jahresabrechnung bemerken. PLAN B-NET ZERO kommuniziert Preisänderungen aktiv und vorab, in der App, nachvollziehbar und ohne Kleingedrucktes.

Die Simon-Kucher-Studie „Global Energy Consumer Study“ aus dem Jahr 2022 belegt: 44 Prozent der deutschen Verbraucher wissen nicht, welche Zusatzleistungen ihr aktueller Anbieter anbietet. Die Antwort von PLAN B-NET ZERO lautet: dauerhafte Sichtbarkeit statt gelegentliche Kommunikation.

Ist App-first eine Retentionsstrategie?

Schwarzes Strommessgerät mit grüner Anzeige „22.4 W“ und Steckersymbol vor weißem Hintergrund
Deutscher Energiemarkt: Kunden wechseln selten, bleiben aber loyal bei gutem Service

Der deutsche Energiemarkt gilt als besonders konservativ. Kunden wechseln selten, und wenn, dann zögernd. Bradley Mundt beschreibt das als doppelschneidiges Schwert: Die Zurückhaltung macht die Akquise schwieriger. Dieselbe Gewohnheitstreue bedeutet aber, dass ein Kunde, der sich einmal für den Anbieter entschieden hat und ein gutes Erlebnis gemacht hat, in aller Regel bleibt.

App-first ist in diesem Kontext keine reine Akquisitionsstrategie. App-first ist eine Retentionsstrategie. Ein Produkt, das nahtlos in den Alltag integriert ist, das von selbst funktioniert, das keine negativen Momente erzeugt, entwickelt eine Bindungskraft, die kein Vertragsparagraph ersetzen kann. PLAN B-NET ZERO setzt keine Mindestlaufzeiten als Haltemechanismus ein. Das Produkt selbst ist der Grund zu bleiben.

Was bedeutet „Strom steuern wie Banking“ wirklich?

Graues Gerät mit Schieberegler, Balkengrafik und einer Karte oben rechts
Kunden kontrollieren ihren Energieverbrauch über die App: Echtzeit-Verbrauch einsehen, Tarife verstehen und Verträge anpassen ohne Terminvergabe oder Hotline

Hinter dem App-first-Ansatz steht ein grundlegendes Prinzip: Kunden sollen die Kontrolle über ihre Energie haben, nicht umgekehrt. Verbrauch in Echtzeit einsehen, Tarife verstehen, Vertragsdetails anpassen. All das ist mit der App jederzeit möglich, ohne Termin, ohne Hotline, ohne Erklärungsaufwand.

Das ist die eigentliche Bedeutung von „Strom steuern wie Banking“. Nicht die Analogie zum Finanzprodukt, sondern die Analogie zur Erfahrung: intuitiv, schnell, transparent, auf dem Gerät, das sowieso immer dabei ist. Was für Finanzen längst selbstverständlich ist, wird für Energie gerade erst möglich. PLAN B-NET ZERO baut die Infrastruktur, um diesen Moment zu beschleunigen.

Quellen

Bundesnetzagentur / Bundeskartellamt – Monitoringbericht 2025: Wettbewerb bleibt Stabilitätsanker der Energiemärkte – https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/20250714_MB2025.html – besucht am 30.03.2026

Bundesnetzagentur – LFW24: Beschleunigter werktäglicher Lieferantenwechsel in 24 Stunden – https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Beschlusskammern/BK06/BK6_83_Zug_Mess/8353_Lieferantenwechsel/BK6_Lieferantenwechsel24h_node.html – besucht am 30.03.2026

Simon-Kucher & Partners – Global Energy Consumer Study 2022 – https://www.simon-kucher.com/de/insights/energie-studie-2022-wechselwilligkeit-der-gas-und-stromkunden-waechst-weiter – besucht am 30.03.2026

PLAN B NET ZERO – Offizielle Website – https://www.planbnetzero.com/ – besucht am 30.03.2026

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