Siemens verkleinert mit dem Programm One Tech Company seine Führungsriege drastisch: Rund 300 Managerinnen und Manager verlieren ihren CEO- oder CFO-Titel. Konzernchef Roland Busch verkündete den Schnitt am 6. August 2026 in einer Videokonferenz vor Hunderten Führungskräften. Zum 1. Oktober 2026 startet die neue Struktur. Mit ihr verschwinden die beiden größten Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 300 CEO- und CFO-Titel in Tochter- und Geschäftsgesellschaften fallen weg.
  • Digital Industries und Smart Infrastructure zerfallen in sechs bis sieben Einheiten, die direkt an den Vorstand berichten.
  • Die neue Struktur greift zum 1. Oktober 2026, die Bahnsparte Mobility bleibt ausgenommen.
  • Busch hebt mit dem Umbau die mittelfristige Wachstumsambition auf sechs bis neun Prozent Umsatzplus.

Was steckt hinter Siemens’ One Tech Company?

Eine Hand entfernt Schrift von einer Glastür, rechts steht ein Schild mit
Bosch vereint Software und KI in One Tech Company über Fabrikautomation, Gebäudetechnik und Bahn statt getrennter Sparten

One Tech Company ist Buschs Programm, aus dem Industriekonzern einen integrierten Technologieanbieter zu formen. Software und künstliche Intelligenz sollen quer über Fabrikautomation, Gebäudetechnik und Bahn laufen, statt in getrennten Sparten zu enden. Erste Bausteine liefert der Konzern bereits, etwa die bis zu tausendfach schnellere KI-Simulation in Simcenter.

Genau deshalb löst der Vorstand die zwei größten Sparten auf. Digital Industries und Smart Infrastructure zerfallen in sechs bis sieben kleinere Einheiten, die direkt an den Konzernvorstand berichten.[1] Die Bahnsparte Mobility bleibt unberührt.

Warum streicht Siemens rund 300 Cheftitel?

Die Cheftitel hängen an der alten Sparten-Hierarchie, die jetzt fällt. Rund 300 Managerinnen und Manager führten bislang eigene Landes- und Geschäftsgesellschaften als CEO oder CFO. In der flacheren Struktur werden aus ihnen President, Head of oder Managing Director. Cedrik Neike etwa gibt bei Digital Industries den CEO-Posten ab und wird President, wie das Handelsblatt berichtet.

Der Schritt folgt einem Muster. SAP zog den KI-Umbau ähnlich zur Chefsache und bündelte die Produktverantwortung neu. Dahinter steht dieselbe Einsicht: Ein Konzern mit 300 Mini-Vorständen bildet Datensilos, die KI-Projekte ausbremsen. Aufgebrochene Sparten verkürzen die Entscheidungswege zwischen Entwicklung und Vorstand.

Titel zu streichen ist der sichtbare Teil, der eigentliche Hebel liegt in den kürzeren Wegen zwischen einem KI-Projekt und dem Vorstand.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Siemens One Tech Company: der Umbau in Zahlen
Was Konzernchef Roland Busch zum 1. Oktober 2026 an der Führungsstruktur ändert.
rund 300
gestrichene CEO- und CFO-Titel in Landes- und Geschäftsgesellschaften
6 bis 7
neue Einheiten aus Digital Industries und Smart Infrastructure, direkt am Vorstand
1. Okt. 2026
Start der neuen Konzernstruktur, Bahnsparte Mobility bleibt außen vor
6 bis 9 %
mittelfristige Umsatzwachstum-Ambition des One-Tech-Company-Programms

Was bedeutet der Konzernumbau für den Mittelstand?

Der Umbau zeigt, dass KI-Transformation an der Organisation hängt, nicht nur an Werkzeugen. Deutsche Zulieferer und Mittelständler spüren die Folgen an zwei Stellen. Zum einen ändern sich die Ansprechpartner: Aus dem Digital-Industries-CEO wird ab Oktober ein President oder Managing Director einer kleineren Einheit. Zum anderen liefert der Konzern eine Blaupause, denn auch Händler wie Metro räumen für KI erst die eigene IT-Struktur.

Die deutsche Mitbestimmung bremst das Tempo: Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter mussten dem Zuschnitt zustimmen, bevor er greift. Mittelständler sollten den Umbau als Signal lesen und vor dem nächsten KI-Projekt die eigene Hierarchie prüfen. Ein Praxisleitfaden zur digitalen Transformation im Maschinenbau zeigt, wie kleinere Betriebe Entscheidungswege verkürzen, ohne 300 Titel zu vergeben.

FAQ: Siemens streicht Cheftitel für die One Tech Company

Wann tritt die neue Siemens-Struktur in Kraft?

Die neue Struktur greift zum 1. Oktober 2026. An diesem Tag lösen sich die Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure auf und gehen in sechs bis sieben kleinere Einheiten über, die direkt an den Konzernvorstand berichten.

Wie viele Führungstitel streicht Siemens?

Rund 300 Managerinnen und Manager verlieren ihren CEO- oder CFO-Titel in Landes- und Geschäftsgesellschaften. Aus ihnen werden künftig President, Head of oder Managing Director. Die Zahl nannte das Handelsblatt am 6. August 2026.

Ist die Bahnsparte Mobility vom Umbau betroffen?

Nein, die Bahnsparte Mobility bleibt von der Neuordnung ausgenommen. Der Umbau betrifft vor allem Digital Industries und Smart Infrastructure, deren Sparten in kleinere, direkt an den Vorstand berichtende Einheiten zerfallen.

Wer ist Roland Busch?

Roland Busch ist seit 2021 Vorstandsvorsitzender von Siemens. Er treibt die Strategie One Tech Company voran, die den Konzern vom klassischen Mischkonzern zu einem software- und KI-getriebenen Technologieunternehmen umbauen soll.

Muss der Aufsichtsrat dem Konzernumbau zustimmen?

Ja, der Zuschnitt der neuen Einheiten und der Abbau der Führungsebenen brauchen die Zustimmung von Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertretern. Die deutsche Mitbestimmung bindet Konzernumbauten dieser Größenordnung an die Gremien.

Quelle

[1] Siemens: „Siemens enters next stage of growth with its ONE Tech Company program“

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