Figma Nested Folders beginnen mit einem stillen Eingriff: Seit dem 3. August 2026 wandelt Figma die vertrauten Projekte automatisch in Ordner um.[1] Was nach Kosmetik im Datei-Browser aussieht, zwang das Unternehmen dazu, sein Berechtigungsmodell von Grund auf neu zu bauen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Figma ersetzt die bisherigen Projekte durch Ordner, die sich auf den Bezahlplänen bis zu zehn Ebenen tief verschachteln lassen.
- Der kostenlose Starter-Plan erlaubt nur einen einzigen Ordner, Professional, Organization und Enterprise dagegen beliebig viele.
- Jeder Unterordner erbt die Zugriffsrechte des übergeordneten Ordners, lässt sich aber gezielt auf einzelne Personen begrenzen.
- Der Rollout läuft ab dem 3. August 2026 über mehrere Wochen an alle Konten.
Was ändern Figma Nested Folders im Datei-Browser?

Bis zu diesem Update kannte Figma nur zwei Stufen: das Projekt und die Dateien darin. Große Teams mit vielen Kunden oder Produktlinien stapelten alles in einer flachen Liste. Mit den Nested Folders lassen sich Ordner nun ineinander schachteln und farblich markieren, bis zu zehn Ebenen tief auf den Bezahlplänen.[2]
Der kostenlose Starter-Plan bekommt die Funktion nur homöopathisch: Genau ein Ordner ist erlaubt, ein zweiter entsteht erst, nachdem der erste gelöscht wurde.[2] Professional, Organization und Enterprise kennen diese Grenze nicht. Dass ausgerechnet die Dateiverwaltung zum Thema wird, überrascht in einer Szene, die zuletzt lieber übers Skizzieren statt Mockups diskutierte.
Warum steckt hinter den Ordnern ein neues Rechtemodell?
Ordner im Ordner klingen trivial, doch die Verschachtelung sprengt Figmas altes Rechtekonzept. Zugriff hing bisher an Projekt und Datei, also an zwei festen Stufen. Sobald Ordner beliebig tief liegen, muss jede Ebene ihre Rechte nach unten weitergeben, ohne dass eine Freigabe versehentlich nach oben durchschlägt.
Genau dafür baute Figma den Unterbau neu, vom Datei-Browser über die Admin-Kontrollen bis zu Freigaben und Kern-Infrastruktur.[1] Ein Unterordner erbt die Rechte seines Elternordners, lässt sich aber auf einzelne Personen begrenzen. Für Teams, die Kundenprojekte sauber trennen müssen, ist diese Vererbung der eigentliche Kern des Updates.
Den Umbau selbst trieb Figma auf ungewohntem Weg voran. Statt langer Spezifikationen schrieben die Entwickler ihre Entwürfe direkt als Pull Requests, und Designer griffen dabei selbst in den Code.[1] Diese Verschmelzung von Entwurf und Code treibt gerade die ganze Branche um, etwa wenn Framer seine Projekte für Claude Code öffnet.
Nested Folders sehen aus wie eine Aufräumaktion, sind aber ein Rechte-Update. In Figma verteilen verschachtelte Ordner künftig Sichtbarkeit, nicht nur Dateien.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Ordnerlimit nach Plan
Was heißt das für Agenturen und Inhouse-Teams?
Für Agenturen im DACH-Raum ist die Rechtevererbung mehr als Komfort. Getrennte Ordner pro Kunde erleichtern es, Zugriffe entlang der DSGVO zu sortieren und externe Freelancer nur auf das Nötige zu lassen. Prüfen Sie vor dem Rollout, welche Freigaben aus den alten Projekten übernommen werden, damit kein Ordner unbemerkt zu weit offen steht. Für konsistente Oberflächen lohnt der Blick auf gepflegte Design-Systeme.
Für Teams, die ihre Design-Dateien lieber im eigenen Haus behalten, ist die quelloffene Alternative Penpot ein selbst hostbarer Gegenentwurf. Für die meisten Teams bleibt Figma aber gesetzt, und die neue Struktur erzwingt eine klare Ordnung, die zuvor Handarbeit war. Einen Überblick über weitere Werkzeuge im Tagesgeschäft liefert unsere Sammlung der wichtigsten Webdesign-Tools für 2026.
Quellen
[1] Figma: „Code, Craft, and the Making of Nested Folders“
[2] Figma-Hilfecenter: „Updates to Figma’s file management“
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