Martin Scorsese gilt als Bewahrer des klassischen Kinos. Ausgerechnet er steigt nun bei Black Forest Labs ein, dem KI-Bildgenerator aus Freiburg. Eingesetzt wird die Technik allerdings nur in der Vorproduktion.

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Martin Scorsese und KI klingt nach einem Widerspruch, doch der Regisseur holt sich für sein nächstes Projekt ein Bildmodell aus dem Schwarzwald an Bord. Als Berater und Partner ist er bei Black Forest Labs eingestiegen, dem Freiburger Unternehmen hinter der FLUX-Reihe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Scorsese wirkt als Berater und Partner bei Black Forest Labs mit, dem Freiburger Anbieter der FLUX-Bildmodelle.
  • Eingesetzt wird die KI ausschließlich beim Storyboarding in der Vorproduktion, nicht für fertige Filmbilder.
  • Black Forest Labs kam zuletzt auf eine Bewertung von 3,25 Milliarden Dollar und liefert Bildfunktionen an Adobe, Canva, Microsoft und Meta.

Warum holt sich Scorsese KI ins Studio?

Filmklappe aus Holz mit hellblauem Rahmen, beschriftet mit „SCENE 1 TAKE 70“ auf weißem Grund
Scorsese nutzt seit 70 Jahren selbstgezeichnete Storyboards, um seine Filmvision schneller und präziser an Kamerateam und Ausstattung zu vermitteln

Der 83-jährige Regisseur nennt ein altes Problem der Regie: wie überträgt man das Bild im Kopf an Kamerateam und Ausstattung? Schnelligkeit ist sein Argument. Scorsese zeichnet seit 70 Jahren eigene Storyboards und beschreibt, dass ihm das Werkzeug hilft, seine Vorstellung klarer an Produktionsdesigner, Szenenbildner und Kameramann weiterzugeben.

„Mit diesem Werkzeug kann ich klarer und schneller vermitteln, was ich vor Augen habe, damit mein kreatives Team darauf aufbauen kann“, so Scorsese. Den Praxistest schildert er nüchtern: In der Vorproduktion koste Zeit Geld, und die KI habe das Tempo erhöht, ohne Qualität oder Handwerk zu opfern. Veröffentlicht wurde die Zusammenarbeit über ein Video samt Statement auf der Firmenseite.

Was kann die KI aus Freiburg?

Kamera im Retro-Look mit aufgesetzter Kuckucksuhr und Aufschrift
Hollywood-Regisseure spalten sich in der KI-Haltung: Cameron und Jackson befürworten sie, del Toro lehnt ab, Scorsese steigt nun ein

Black Forest Labs sitzt nicht im Silicon Valley, sondern in Freiburg, also praktisch um die Ecke unserer Redaktion. Das rund 70-köpfige Team ging aus den Entwicklern von Stable Diffusion hervor und betreibt heute die Bildmodelle der FLUX-Reihe, die in Adobe, Canva, Microsoft und Meta stecken. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde lag die Bewertung bei 3,25 Milliarden Dollar.

„Dass jemand wie Martin Scorsese unsere Technik nutzt und neugierig auf sie ist, begeistert mich“, sagte Robin Rombach, Geschäftsführer von Black Forest Labs. „Ein großartiger Beleg dafür, dass es funktioniert.“

Dass die KI für Scorseses Storyboards aus Freiburg kommt, ist mehr als eine charmante Randnotiz. Europäische Bildmodelle spielen in der Weltspitze mit, auch wenn der Lärm meist aus Kalifornien kommt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Bröckelt Hollywoods Widerstand gegen KI?

Die Ablehnung in Hollywood verliert an Geschlossenheit. James Cameron sitzt im Verwaltungsrat von Stability AI, Peter Jackson vergleicht KI mit einem Spezialeffekt. Auf der Gegenseite lehnt Guillermo del Toro die Technik vehement ab. Dass nun Scorsese einsteigt, wiegt schwer, denn kaum ein Name steht so für das analoge Handwerk des Kinos. Schon in seinem Frühwerk Mean Streets von 1973 zeichnete er Little Italy bis in die ökonomischen Verästelungen, die wir in einer eigenen Analyse nachgerechnet haben. Storyboard-Zeichner kritisieren den Schritt, weil ihr Handwerk genau an dieser Stelle ansetzt.

Für Kreativteams in der DACH-Region lohnt der Blick auf FLUX als europäische Alternative zu den US-Modellen, gerade bei Datenhoheit und offenem Modellzugang. Die Modelle stehen über die BFL-API bereit, kleinere Varianten auch als offene Gewichte zum Selbstbetrieb.

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