Eine Tunnelbohrmaschine von Herrenknecht hat am Gotthard-Straßentunnel einen präzisen Durchbruch geschafft. Nach rund 3,8 Kilometern Vortrieb erreichte die Maschine ihr erstes Etappenziel in der zweiten Röhre. Für eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Schweiz markiert das einen zentralen Meilenstein.

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Zum Einsatz kommt eine speziell für Hartgestein ausgelegte Maschine mit 12,225 Metern Durchmesser. Gefertigt wurde sie im baden-württembergischen Werk Schwanau.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Herrenknecht-Tunnelbohrmaschine erreichte am 29. April 2026 ihr erstes Etappenziel im Gotthard-Straßentunnel.
  • Nach rund 3,8 Kilometern Vortrieb erfolgte der Durchbruch in die Störzone Nord.
  • Die Maschine ist mit 12,225 Metern Durchmesser speziell für Hartgestein ausgelegt.
  • Im Auftrag des Bundesamts für Strassen ASTRA arbeiten Implenia und Frutiger am Nordlos der zweiten Röhre.

Was macht den Durchbruch besonders?

Runder Ausschnitt eines Felsentunnels, an dessen Ende ein helles Licht leuchtet
Tunnelbau in Störzone Nord: Präziser Durchbruch zwischen maschinengestütztem und konventionellem Vortrieb

Präzision ist beim Tunnelbau in dieser Geologie alles. Der Durchbruch erfolgte exakt in einen bereits konventionell ausgebrochenen Abschnitt der Störzone Nord. Die Kombination aus maschinellem und konventionellem Vortrieb zeigt, wie flexibel moderne Großprojekte geplant werden müssen.

Im rotierenden Bohrkopf lösen Schneidrollen den Fels. Sie unterliegen je nach Geologie einem hohen Verschleiß und müssen regelmäßig getauscht werden. Hier unterstützte Herrenknecht den Vortrieb mit Schneidrollen aus dem Werk Schwanau und einem eng abgestimmten Logistikprozess.

Warum ist das Projekt so bedeutend?

Modell einer Tunnelbohrmaschine durchbricht weißen Stein, mit Edelweiß und Schweizer Flagge
Herrenknecht-Tunnelbohrmaschinen beim Bau der zweiten Gotthard-Röhre im Einsatz, fortsetzend jahrzehntelange Entwicklung im maschinellen Tunnelbau

Referenz ist der Gotthard für den Tunnelbau weltweit. Schon beim Bau des Gotthard-Basistunnels kamen mehrere Maschinen von Herrenknecht zum Einsatz. Die Arbeiten an der zweiten Röhre knüpfen an eine jahrzehntelange Entwicklung im maschinellen Tunnelbau an.

Tunnelbohrmaschinen sind die größten Roboter, die Deutschland baut, auch wenn niemand sie so nennt. Herrenknecht beweist am Gotthard, dass Maschinenbau aus dem Schwarzwald die Infrastruktur Europas trägt.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Nach dem Durchbruch wird die rund 100 Meter lange Maschine durch die Kaverne transportiert, die zugleich als Wartungsstandort dient. Danach stehen noch rund vier Kilometer Vortrieb unter anspruchsvollen geologischen Bedingungen bevor.

Für die deutsche Industrie zeigt der Gotthard, wie ein Hidden Champion globale Großprojekte prägt. Wie sich Robotik und Automatisierung im Maschinenbau entwickeln, ordnet unser Überblick Robotik 2026 ein.

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