Der KI-Bildgenerator Midjourney wagt den Sprung in die Medizintechnik. Ein neuer Ganzkörperscanner soll den menschlichen Körper in rund 60 Sekunden ohne Strahlung abbilden. Für eine Firma, die bislang nur Bilder aus Text erzeugte, ist das ein radikaler Kurswechsel.

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Mit Midjourney Medical stellt das Unternehmen sein erstes Hardware-Produkt vor. Ein Ultraschall-Scanner erstellt eine dreidimensionale Karte des Körpers, fein bis in den Bruchteil eines Millimeters. Die Auflösung soll an ein MRT heranreichen, bei rund hundertfachem Tempo.

Das Wichtigste in Kürze

  • Midjourney Medical scannt den Ganzkörper per Ultraschall in etwa 60 Sekunden, ganz ohne Strahlung.
  • Rund 500.000 winzige Ultraschall-Elemente erfassen dabei 17 Gigabyte Daten pro Sekunde.
  • Die Technik beruht auf einer Exklusiv-Lizenz mit dem Ultraschall-Spezialisten Butterfly Network.
  • Das erste „Midjourney Spa“ soll Ende 2027 in San Francisco öffnen.

Wie funktioniert der Ganzkörperscanner?

Ein roter Apfel schwimmt mittig in einem transparenten Wasserglas vor weißem Hintergrund
Person wird in Wasserbecken abgesenkt und von 500.000 Ultraschall-Elementen gescannt, die ein 3D-Modell aus Schallwellen-Reflexionen erstellen

Die zu scannende Person steht auf einer Plattform und wird langsam in ein Wasserbecken abgesenkt. Ein Ring aus rund 500.000 mikroskopischen Ultraschall-Elementen umschließt den Körper und setzt aus den Reflexionen ein 3D-Modell zusammen.

Jedes dieser Elemente sendet Schallwellen aus und fängt die zurückgeworfenen Signale wieder auf. Daraus entsteht ein Datenstrom von 17 Gigabyte pro Sekunde, den das System zu einem feinen Körperbild rechnet. Ohne Röntgenstrahlung entfällt die Strahlenbelastung, die klassische CT-Scans mit sich bringen.

Die zugrunde liegende Technik stammt nicht von Midjourney selbst, sondern aus einer Exklusiv-Lizenz mit Butterfly Network, einem US-Spezialisten für Ultraschall auf Chip-Basis. Die Vereinbarung wurde bereits im November 2025 geschlossen.

Wenn eine KI-Firma plötzlich Medizinhardware baut, ist Neugier angebracht, aber auch Vorsicht. Ein Wellness-Scan ersetzt keine ärztliche Diagnose, und genau diese Grenze muss klar bleiben.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was bedeutet der Schwenk für die Branche?

Monitor zeigt 3D-Körpermodell, Roboter-Icon und „60 SEKUNDEN“-Timer auf weißem Grund
Midjourney plant 50.000 Scan-Studios weltweit mit einer Milliarde Scans monatlich bis 2031. Datenschutz und Zulassung sind zentrale Herausforderungen

Midjourney verlässt das reine Software-Geschäft und plant ein Netz aus Scan-Studios. Bis 2031 sollen 50.000 Geräte stehen und eine Milliarde Scans pro Monat liefern, womit das Vorhaben weit über ein Nischenprodukt hinauszielt.

Ob die Pläne tragen, hängt an Zulassung, Datenschutz und ärztlicher Einordnung der Ergebnisse. Ein hochauflösendes Körperbild wirft sofort Fragen nach Speicherung und Auswertung sensibler Gesundheitsdaten auf. Für Anbieter generativer Modelle zeigt der Schritt, wie weit der Sprung von der Bilderzeugung in physische Produkte reichen kann. Wie eng KI und Bildgebung zusammenwachsen, ordnet die KI-Rubrik von Dr. Web laufend ein.

Bis zur Eröffnung des ersten Studios bleibt Zeit für Skepsis und Prüfung. Frühe Demonstrationen ersetzen keine klinischen Daten. Belastbare Studien müssen zeigen, was der Scanner medizinisch wirklich leistet.

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