Der Lufthansa-Gewinneinbruch im zweiten Quartal 2026 fällt drastisch aus: Das bereinigte Ergebnis sackt auf 383 Millionen Euro, während der Umsatz um 8 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro steigt. Allein die Kerosinrechnung liegt 750 Millionen Euro über dem Vorjahr, Streiks kosten weitere 150 Millionen. Für 2026 nennt der Vorstand nur noch eine breite Ergebnisspanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro.

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Ein Umsatzplus von 8 Prozent und trotzdem nur die Hälfte des Vorjahresgewinns: Der Lufthansa-Gewinneinbruch zeigt, wie schnell ein volles Flugzeug an der Tankstelle unrentabel wird. Vorstandschef Carsten Spohr lobt das Geschäftsmodell, doch die Zahlen des Halbjahresberichts erzählen von einer Kostenschere, die sich weiter öffnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das bereinigte Ergebnis von Lufthansa fällt im zweiten Quartal auf 383 Millionen Euro, nach 870 Millionen im Vorjahr.
  • Höhere Treibstoffkosten belasten das Quartal mit rund 750 Millionen Euro, Streiks mit mindestens 150 Millionen.
  • Der Umsatz steigt dennoch um 8 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro, getragen von anhaltend hoher Reiselust.
  • Für das Gesamtjahr peilt der Konzern nur noch 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro bereinigtes Ergebnis an.

Was steckt hinter dem Lufthansa-Gewinneinbruch?

Ein Flugzeug aus Geldscheinen, das getankt wird, mit einem brennenden Flügel
Lufthansa: Umsatz wächst, aber Gewinn halbiert sich wegen hoher Kosten. Nettogewinn fällt von einer Milliarde auf 123 Millionen Euro

Der Lufthansa-Gewinneinbruch entsteht nicht am Markt, sondern in der Kostenstruktur. Die Nachfrage nach Flügen bleibt hoch, der Umsatz der Netzwerk-Airlines und von Eurowings wächst. Trotzdem halbiert sich das bereinigte Ergebnis auf 383 Millionen Euro.[1] Unter dem Strich bleiben statt einer Milliarde nur noch 123 Millionen Euro Nettogewinn.

Den Ausschlag geben zwei Kostenblöcke: rund 750 Millionen Euro höhere Treibstoffkosten und mindestens 150 Millionen Euro aus Streiktagen, die zugleich die Kapazität um etwa 3 Prozent drückten. An der Kostenseite arbeitet der Konzern bereits, im Sommer begann er, 550 Verwaltungsstellen abzubauen. Finanzvorstand Till Streichert fasst den eigentlichen Treiber so: „Die zunehmende Volatilität der Treibstoffpreise erschwert die Prognosefähigkeit.“

Warum trifft die Kerosin-Volatilität sogar den Marktführer?

Lufthansa sichert rund 80 Prozent seines Treibstoffbedarfs über Termingeschäfte ab. Trotzdem bleibt für 2026 eine Mehrbelastung von etwa 1,7 Milliarden Euro aus dem Kerosinpreis. Absicherung dämpft den Ausschlag, sie hebt ihn nicht auf.

Genau deshalb nennt der Vorstand für das Gesamtjahr nur noch eine Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro, die den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden nach unten wie nach oben umschließt. Eine so weite Prognose ist das eigentliche Signal: Selbst Europas größte Airline-Gruppe kann ihre eigene Tankrechnung kaum mehr vorhersagen. Die Abhängigkeit vom Rohölmarkt teilt Lufthansa mit der ganzen Branche, während Airbus mit neuen Faltflügeln erst am Verbrauch der nächsten Generation arbeitet.

Der Rekordumsatz kaschiert das eigentliche Problem: Lufthansa steuert seine Flotte präzise, seinen größten Kostenblock aber steuert der Rohölmarkt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Lufthansa Q2 2026: Rekordumsatz, halber Gewinn
Wie Kerosin und Streiks das Ergebnis der Airline-Gruppe drückten
383 Mio. €
bereinigtes Ergebnis im Quartal, nach 870 Mio. € im Vorjahr
+750 Mio. €
höhere Treibstoffkosten gegenüber dem Vorjahresquartal
150 Mio. €
Belastung durch Streiktage, minus 3 Prozent Kapazität
11,1 Mrd. €
Umsatz im Quartal, ein Plus von 8 Prozent

Die Kostenschere bleibt offen

Für 2026 nennt der Vorstand nur noch eine Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro bereinigtes Ergebnis. Zusätzlich schreibt die EU seit 2025 nachhaltigen Flugkraftstoff vor, 2 Prozent zunächst und 6 Prozent ab 2030.

Was bedeutet der Lufthansa-Gewinneinbruch für Geschäftsreisen?

Über den Kerosinpreis legt sich seit 2025 eine zweite, dauerhafte Kostenschicht. Die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation schreibt an europäischen Flughäfen einen Mindestanteil an nachhaltigem Flugkraftstoff vor, 2 Prozent zunächst und 6 Prozent ab 2030.[2] Nachhaltiger Kraftstoff kostet ein Vielfaches von fossilem Kerosin. Die Differenz landet über den Ticketpreis beim Firmenkunden.

Für Entscheider heißt das: Geschäftsreisen werden strukturell teurer, unabhängig von der nächsten Ölpreisspitze. Reiseverantwortliche kalkulieren die Aufschläge besser fest ein, verlagern kurze Strecken auf die Bahn und prüfen, welche Termine sich auch per Videokonferenz erledigen lassen. Technische Auswege wie die Wasserstoff-Brennstoffzelle von MTU liegen noch Jahre vor der Serienreife. Klimaneutrale Werbeversprechen helfen ohnehin nicht weiter, wie das Verbot der Lufthansa-CO2-Werbung vor dem OLG Köln zeigte.

Vorstandschef Carsten Spohr nennt das Geschäftsmodell „robust, anpassungsfähig und zunehmend resilient.“ Für die Kundschaft zählt eine nüchternere Zahl: Solange der Kerosinpreis schwankt und die SAF-Quote steigt, bleiben Flugpreise die am schwersten planbare Position im Reisebudget. Rahmenverträge mit fixen Konditionen sichern jetzt Preisstabilität, bevor die nächste Quote greift.

Warum ist der Gewinn von Lufthansa 2026 eingebrochen?

Der Lufthansa-Gewinneinbruch 2026 geht vor allem auf höhere Kosten zurück. Treibstoff verteuerte das Quartal um rund 750 Millionen Euro, Streiks um mindestens 150 Millionen. Das bereinigte Ergebnis halbierte sich auf 383 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um 8 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro stieg.

Wie stark steigen die Kerosinkosten bei Lufthansa?

Im zweiten Quartal 2026 lagen die Treibstoffkosten rund 750 Millionen Euro über dem Vorjahr, bei den Netzwerk-Airlines allein über 600 Millionen. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einer Mehrbelastung von etwa 1,7 Milliarden Euro, obwohl rund 80 Prozent des Bedarfs abgesichert sind.

Was bedeutet die SAF-Pflicht für die Flugpreise?

Die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation schreibt seit 2025 nachhaltigen Flugkraftstoff vor, 2 Prozent zunächst und 6 Prozent ab 2030. Weil dieser Kraftstoff deutlich teurer ist als fossiles Kerosin, geben die Airlines die Mehrkosten über die Ticketpreise weiter. Geschäftsreisen werden dadurch teurer.

Quellen

[1] Lufthansa Group: „Operativer Gewinn von 383 Millionen Euro im zweiten Quartal 2026“

[2] Europäische Union: Verordnung (EU) 2023/2405 (ReFuelEU Aviation)

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