Die Untergangsnarrative für klassische Unternehmensberatung überleben sich gerade selbst. Die Boston Consulting Group hat für das Geschäftsjahr 2025 ein globales Umsatzwachstum von 7 Prozent auf 14,4 Milliarden US-Dollar gemeldet. Das entspricht dem 22. Wachstumsjahr in Folge. Gleichzeitig stieg die Mitarbeiterzahl auf 33.500, mit einem klaren Schwerpunkt auf technischen Profilen: KI-Ingenieure, Datenwissenschaftler und IT-Architekten.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenWas treibt das Wachstum?

KI-Dienste legen laut BCGs offiziellem Jahresbericht um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. KI- und technologiefokussierte Leistungen machen inzwischen über 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Unternehmen fragen nicht mehr, was generative KI ist, sondern wie sie diese in laufende Geschäftsprozesse integrieren, ohne Compliance-Risiken einzugehen oder Effizienzversprechen zu verfehlen. Genau dort liegt der Hebel für externe Beratung: Die Übersetzungsarbeit zwischen Technologieangebot und Unternehmensrealität.
BCG bettet KI dabei direkt in Beratungsworkflows ein, also in Form agentenbasierter Prozesse, die auf proprietären Datenbeständen und bewährten Delivery-Ansätzen aufsetzen. Durch die firmeneigene Einheit BCG X entstehen branchenspezifische Plattformen wie Auto AI, Retail AI und Deep Customer Engagement AI, die direkt in Kundensysteme integriert werden. Für deutsche Mittelständler, die sich beim Einsatz von KI-Lösungen fragen, wie man Enterprise-Komplexität beherrschbar hält, ist das ein relevantes Skalierungsmodell.
BCG liefert hier einen handfesten Gegenbeweis zur These, dass KI Beratungsleistungen ersetzt. Die Nachfrage nach Implementierungskompetenz wächst schneller als die Technologie selbst.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet das für DACH-Unternehmen?

Der BCG-Jahresbericht 2025 formuliert das Wachstumsmuster deutlich: Kunden suchen Begleitung bei großangelegten Transformationen mit KI-Wirkung im operativen Betrieb. Das erklärt, warum auch kleinere Beratungshäuser und Systemintegratoren im deutschsprachigen Raum stärkere Nachfrage verzeichnen. Das KI-Barometer 2026 belegt, dass 41 Prozent der deutschen Unternehmen KI bereits aktiv nutzen, der Rest aber strukturierte Einstiegshilfe sucht.
Für Entscheider in Mittelstandsbetrieben folgt daraus eine konkrete Frage: Ob man externe Beratung hinzuzieht oder intern aufbaut, hängt weniger von der Technologie ab als von der verfügbaren Implementierungstiefe. Große Beratungshäuser wie BCG investieren diese Tiefe gerade massiv auf, und die Marktbewegung der KI-Anbieter selbst zeigt die Richtung: Anthropic und OpenAI, deren Umsätze sich 2026 dramatisch beschleunigt haben, gelten bei BCG bereits als strategische Technologiepartner.
Für Unternehmen ohne eigenes KI-Team lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Kosten-Nutzen-Gleichung: Pilotprojekte in abgegrenzten Bereichen starten, Ergebnisse dokumentieren, erst danach skalieren. Externe Beratungsleistung zahlt sich vor allem dann aus, wenn der interne Lernaufwand die Kosten übersteigt.
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