Rund 621.000 Getränke- und Verpflegungsautomaten stehen in Deutschland, und der Automatenfachmann ist der Mensch, der sie am Laufen hält. Der Beruf lebt also davon, dass anderswo Personal wegfällt, und genau diese Ironie macht ihn für diese Serie interessant. Der KI-Resilienz-Check von Dr. Web legt an jeden Ausbildungsberuf dasselbe Sechs-Kriterien-Raster an, jedes Kriterium bekommt eine Schulnote von 1 bis 6, vier davon zählen doppelt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Gesamtnote 3,8 im KI-Resilienz-Check, auf der Schulnotenskala von 1 bis 6 und damit in der exponierten Hälfte der Serie
  • Ausbildungsdauer drei Jahre, mit den Fachrichtungen Automatenmechatronik und Automatendienstleistung
  • Einstiegsvergütung 724 Euro im ersten Lehrjahr, weil für den Beruf keine Branchentarifwerte gelistet sind und die gesetzliche Untergrenze greift
  • Substituierbarkeitspotenzial laut Job-Futuromat des IAB: 70 Prozent in der Automatenmechatronik, 44 Prozent in der Automatendienstleistung
  • Knackpunkt ist der Routineanteil: Auffüllen, Leeren und Abrechnen gelten als ersetzbar, Reparatur und Inbetriebnahme nicht

Erst raten, dann lesen: Wie KI-fest tippen Sie den Automatenfachmann?

Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Automatenfachmann im KI-Resilienz-Check
Erst schätzen, dann im Artikel nachlesen. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 In der BIBB-Rangliste 2025 landet der Automatenfachmann auf Platz 225 von 319. Wie viele neue Ausbildungsverträge stecken dahinter? Aufklappen ↓
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Richtig: A. 51 neue Verträge im gesamten Bundesgebiet. Der Kraftfahrzeugmechatroniker an der Spitze kommt auf 24.531. Was diese Winzigkeit für Azubis bedeutet, steht in Kapitel 7.
2 Ein Automat verkauft ohne Personal, also braucht die Branche bald niemanden mehr, lautet der Verdacht. Welche Tätigkeit stuft der Job-Futuromat des IAB in beiden Fachrichtungen als nicht ersetzbar ein? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Wartung, Reparatur und Instandhaltung gilt in beiden Fachrichtungen als nicht ersetzbar, ebenso Inbetriebnahme und Kundenberatung. Auffüllen und Abrechnung dagegen stehen auf der Streichliste. Kapitel 5 sortiert das.
3 Ein Paragraf der Gewerbeordnung schreibt vor, wen ein Aufsteller überhaupt an ein Geldspielgerät lassen darf. Was verlangt er von der einzelnen Fachkraft? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Nach § 33c Absatz 3 Satz 4 der Gewerbeordnung darf der Aufsteller nur Personen beschäftigen, die eine IHK-Unterrichtung zu Spieler- und Jugendschutz vorweisen. Kapitel 3d erklärt, warum das trotzdem keine Bestnote bringt.
4 Was bekommt ein Azubi im ersten Lehrjahr, wenn der Betrieb keinem Tarifvertrag angehört und 2026 ausbildet? Aufklappen ↓
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Richtig: A. 724 Euro, die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung für Verträge mit Beginn im Jahr 2026. Der Bundesdurchschnitt aller dualen Berufe liegt im ersten Lehrjahr bei 1.117 Euro. Die Balken dazu stehen in Kapitel 1.
5 Welche KI-Resilienz-Note vergibt Dr. Web an den Automatenfachmann? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Die Note lautet 3,8, gerechnet aus sechs Einzelkriterien mit doppelter Gewichtung für die ersten vier. Hoher Routineanteil, hoher Digitalisierungsgrad und wenig Vertrauensarbeit drücken sie. Der Tacho in Kapitel 3 zerlegt jeden Balken.

Was macht ein Automatenfachmann und wie läuft die Ausbildung ab?

Ausbildungsvergütung nach Lehrjahr
Automatenfachmann/-frau: gesetzliche Untergrenze, weil kein Branchentarif gelistet ist
1. Jahr
724 €
2. Jahr
854 €
3. Jahr
977 €
Vergleich
1.117 €

Der Automatenfachmann betreut Automaten dort, wo sie stehen: in Betriebskantinen, an Bahnhöfen, in Hotels, in Gaststätten und in Spielhallen. Er stellt die Geräte auf, schließt sie an, füllt sie, leert die Kassen, wechselt Verschleißteile und behebt Störungen. Der Ausbildungsrahmenplan formuliert das in der Berufsbildposition Automatenservice ungewöhnlich wörtlich: Störungen und Qualitätsmängel sind zu erkennen, vor Ort zu beheben und zu dokumentieren.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und teilt sich nach der gemeinsamen Grundstufe in zwei Fachrichtungen. Die Automatenmechatronik zieht in Richtung Technik, mit Prüfungsbereichen zu Instandsetzungs- und Wartungstechnik sowie zu Netzwerken und Elektrotechnik. Die Automatendienstleistung dreht in Richtung Betriebswirtschaft, dort trägt der Prüfungsbereich Automatenwirtschaft allein 60 Prozent der Abschlussnote von Teil 2.

Rechtsgrundlage ist die Automatenfachmannausbildungsverordnung vom 1. Juli 2015, in Kraft seit dem 1. August 2015. Bemerkenswert daran: Eine der sechs fachrichtungsübergreifenden Berufsbildpositionen heißt schlicht Rechtliche Rahmenbedingungen für die Automatenwirtschaft und belegt zwölf Ausbildungswochen. Jugendschutz, Hygienerecht, Datenschutz, Steuerrecht und ordnungsrechtliche Vorschriften bei der Automatenaufstellung stehen darin nebeneinander.

Einen formalen Schulabschluss verlangt die Verordnung nicht, die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein. Der Beruf ist zugleich einer der kleinsten im dualen System: Die Rangliste des Bundesinstituts für Berufsbildung weist für 2025 genau 51 neue Ausbildungsverträge aus, Rangplatz 225. Der Frauenanteil liegt bei knapp 16 Prozent.

Bei der Vergütung klafft eine Lücke, die dieser Artikel nicht überdecken soll. Die BIBB-Datenbank Ausbildungsvergütungen führt rund 180 ausgewählte Berufe, der Automatenfachmann steht nicht darunter, und auch die Vergütungstabellen der Handwerkskammern kennen ihn nicht. Verbindlich bleibt damit die Mindestausbildungsvergütung nach Paragraf 17 des Berufsbildungsgesetzes: 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Lehrjahr für Verträge, die 2026 beginnen. Zum Vergleich stehen die Vergütungen aller Ausbildungsberufe im Ausbildungsberufe-Finder von Dr. Web.

Welche Note bekommt der Automatenfachmann im KI-Resilienz-Check?

KI-Resilienz3,8von 1 bis 6
Die Hand am Automaten rettet die Note nicht

Die Gesamtnote 3,8 setzt den Beruf in die exponierte Hälfte der Serie. Wie sie zustande kommt, zerlegt das Sechs-Kriterien-Raster im nächsten Kapitel.

Die Gesamtnote lautet 3,8. Damit landet der Beruf hinter dem Aufbereitungsmechaniker mit 4,0 und vor dem Ausbaufacharbeiter mit 3,3, also im schwächeren Drittel der bisher geprüften gewerblich-technischen Berufe. Eine bessere Note verhindern zwei Werte, die sich gegenseitig verstärken: ein Routineanteil von 5 und ein Digitalisierungsgrad von 5.

Schlechter fällt die Note nicht aus, weil zwei Kerntätigkeiten hart am Gerät hängen. Der Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stuft Inbetriebnahme sowie Wartung, Reparatur und Instandhaltung in beiden Fachrichtungen als nicht ersetzbar ein. Ein Automat, dessen Münzprüfer klemmt, wartet auf eine Hand, nicht auf ein Modell.

Interessant wird der Fall durch die Spreizung innerhalb des Berufs. Derselbe Futuromat bewertet die Fachrichtung Automatenmechatronik mit 70 Prozent Substituierbarkeitspotenzial, die Automatendienstleistung dagegen mit 44 Prozent, beide mit Datenstand 31. Dezember 2024. Ausgerechnet die technische Fachrichtung gilt als die gefährdetere, weil Elektronik, Elektrotechnik und Mechatronik als Wissensbestände leichter formalisierbar sind als Marketing und Personalwirtschaft. Die Note 3,8 mittelt diese Spreizung bewusst nicht weg, sondern trägt sie: Sie gilt für den Beruf, nicht für eine Fachrichtung.

Wie setzt sich die Note aus dem Sechs-Kriterien-Raster zusammen?

Wie die Note 3,8 zustande kommt
123 456
3,8
Gesamtnote auf der Schulnotenskala 1 bis 6
Physische PräsenzGewicht ×2
2
Empathie & VertrauenGewicht ×2
5
Urteilskraft & HaftungGewicht ×2
3
Regulatorische HürdeGewicht ×2
4
RoutineanteilGewicht ×1
5
DigitalisierungsgradGewicht ×1
5
(2×2) + (5×2) + (3×2) + (4×2) + (5×1) + (5×1) = 38  ÷  10 = 3,8

Physische Präsenz (Note 2)

Der Automat steht im Feld, und die drei Arbeitsproben im Prüfungsbereich Automatenbetreuung finden allesamt an ihm statt: Aufstellen und Anschließen, Auslesen und Befüllen, Warten und Reinigen. Trotzdem vergibt dieser Check nicht die Bestnote. In der Fachrichtung Automatendienstleistung entfallen 60 Prozent der Prüfungsleistung von Teil 2 auf Marketing, Personaleinsatzplanung, Entgeltabrechnung und Kalkulation, und diese Arbeit lässt sich von jedem Schreibtisch aus erledigen. Der Beruf hat zwei Beine, und nur eines steht am Gerät.

Empathie und Vertrauen (Note 5)

Der Automat ist die technische Antwort auf die Frage, wie Verkauf ohne Verkäufer funktioniert. Am Ausgabeschacht steht nie eine Fachkraft. Kundenkontakt existiert im Beruf durchaus, er richtet sich aber an den Aufstellpartner: an den Gastwirt, den Kantinenleiter, den Betriebsrat. Der Ausbildungsrahmenplan hält dafür fünfzehn Wochen Verkaufsförderung bereit, und der Futuromat stuft Kundenberatung als nicht ersetzbar ein. Für eine bessere Note reicht das nicht, weil kein Vertrauensverhältnis zum Endkunden entsteht, das eine Maschine nicht ersetzen könnte.

Urteilskraft und Haftung (Note 3)

Die Fachkraft prüft Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen, misst Spannungen und Widerstände, erstellt Prüfprotokolle und übergibt Automaten mit Abnahmeprotokoll. Der Rahmenplan verlangt außerdem ausdrücklich Maßnahmen zum Manipulationsschutz, denn ein geöffnetes Gerät ist ein Angriffspunkt für Betrug. Die eigentliche Haftung trägt jedoch der Aufsteller, der die Erlaubnis besitzt und für den Aufstellort geradestehen muss. Die Fachkraft misst und dokumentiert, verantworten muss der Betrieb.

Regulatorische Hürde (Note 4)

Der Automatenfachmann steht in keiner Anlage der Handwerksordnung, weder unter den zulassungspflichtigen noch unter den zulassungsfreien oder handwerksähnlichen Gewerben. Ein Meistervorbehalt schützt ihn also nicht. Dafür greift eine Vorschrift, die in dieser Serie bisher kein Beruf hatte: Paragraf 33c der Gewerbeordnung bindet die Sachkunde an die Person. Absatz 3 Satz 4 formuliert unmissverständlich, dass der Aufsteller mit der Aufstellung von Spielgeräten nur Personen beschäftigen darf, die über eine Unterrichtung der Industrie- und Handelskammer zu Spieler- und Jugendschutz verfügen.

Dazu kommt die Bauartzulassung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, ohne die kein Geldspielgerät aufgestellt werden darf, und ein Sozialkonzept als Erlaubnisvoraussetzung. Für die Note 4 statt 5 reicht das, weil der Gesetzgeber die arbeitende Person adressiert und nicht nur Produkt und Betrieb. Für die Note 3 reicht die Vorschrift nicht: Die IHK-Unterrichtung dauert wenige Tage, steht jedem offen und setzt den Berufsabschluss an keiner Stelle voraus. Geschützt wird eine Kenntnis, kein Berufszugang.

Routineanteil (Note 5)

Füllstände prüfen, nachfüllen, Kassen leeren, Geld zählen, Ablauffristen kontrollieren, Verschleißteile tauschen, Tour abarbeiten: Der Kern des Alltags besteht aus wiederkehrenden Handgriffen an baugleichen Geräten. Der Futuromat markiert genau diese Positionen als ersetzbar, darunter Auffüllen, Abrechnung und Geldzählen. Der Rhythmus der Arbeit ist standardisierbar, der einzelne Handgriff dagegen nicht.

Digitalisierungsgrad (Note 5)

Moderne Automaten melden Füllstand, Störung und Kassenstand selbst. Die Verordnung schreibt vor, dass Auszubildende branchenspezifische Software anwenden, digitale Prüf- und Messdaten auswerten und Automaten in informationstechnische Systeme einbinden. Bargeldlose Zahlung hat den Münzeinwurf in weiten Teilen abgelöst. Der Beruf ist damit so weit digitalisiert, dass die Datenspur jeder einzelnen Tätigkeit bereits vorliegt, und genau diese Datenspur ist der Rohstoff jeder Automatisierung.

Die gewichtete Gesamtrechnung

Physische Präsenz, Empathie und Vertrauen, Urteilskraft und Haftung sowie regulatorische Hürde zählen doppelt, Routineanteil und Digitalisierungsgrad einfach. Die Rechnung lautet: (2×2) + (5×2) + (3×2) + (4×2) + (5×1) + (5×1) = 38. Geteilt durch die Gewichtssumme 10 ergibt das die exakte Zehntelnote 3,8, ohne Rundung.

Welche Teilaufgaben verschwinden zuerst?

Münzprüfer mit Klebezettel: „meldet sich jetzt selbst“. Daneben Stapel aus Euro-Münzen
Telemetrie meldet den Füllstand, bevor der Servicewagen losfährt

Zuerst verschwindet die Fahrt, die sich niemand angesehen hat. Telemetrie meldet Füllstand und Störung, bevor der Servicewagen losfährt, und Routenplanung entscheidet danach, welcher Standort heute überhaupt angefahren wird. Der Weg zum Automaten bleibt, die Blindfahrt zum halbvollen Gerät entfällt.

Als Zweites fällt die Zahlenarbeit. Kassenabschluss, Soll-Ist-Vergleich, Nachkalkulation je Aufstellplatz und die Auswertung betrieblicher Kennziffern stehen im Ausbildungsrahmenplan als eigene Positionen, laufen in der Praxis aber längst über die Backend-Systeme der Automatenverwaltung. Der Job-Futuromat stuft Abrechnung und Geldzählen folgerichtig als ersetzbar ein. Wo bargeldlos gezahlt wird, entsteht die Abrechnung ohnehin ohne menschlichen Eingriff.

Als Drittes geht der Standardfall im Kundendienst. Eine verschluckte Münze, ein nicht ausgeworfenes Produkt, eine Rückerstattung: Bezahl-Apps wickeln solche Reklamationen automatisch ab, sobald die Transaktion digital vorliegt. Der Futuromat markiert Reklamationsbearbeitung entsprechend. Übrig bleibt der Streitfall, bei dem jemand entscheiden muss, wem er glaubt.

Vollständig aus dem Berufsbild verschwinden dürfte auf längere Sicht das reine Auffüllen. Cook-and-Chill-Automaten, Warenausgaberoboter und automatisierte Nachschubsysteme greifen dort an, wo Menge und Takt planbar sind. Der Beruf verliert damit nicht seine schwierigsten Aufgaben, sondern seine häufigsten, und diese Verschiebung erklärt den Routineanteil von 5 besser als jede Prozentzahl.

Welche Teilaufgaben bleiben unersetzbar menschlich?

Was die KI übernimmt – und was menschlich bleibt
Das übernimmt die KI
  • Nachfüllbedarf aus Telemetriedaten vorhersagen
  • Abrechnung, Kassenabschluss und Soll-Ist-Vergleich
  • Tourenplanung für den Servicewagen
  • Standardreklamationen und Rückerstattungen
Das bleibt menschlich
  • +Inbetriebnahme und Aufstellung am realen Standort
  • +Wartung, Reparatur und Instandhaltung am Gerät
  • +Verhandlung mit dem Aufstellpartner über den Platz
  • +Jugend- und Spielerschutz vor Ort durchsetzen

Am festesten sitzt die Reparatur. Ein defekter Münzprüfer, ein verklemmter Warenschieber, ein Kühlkreislauf ohne Leistung: Solche Fehler zeigen sich erst am geöffneten Gerät, und der Ausbildungsrahmenplan verlangt dafür systematische Fehler- und Störungssuche samt Behebung und Dokumentation. Der Futuromat stuft Wartung, Reparatur und Instandhaltung in beiden Fachrichtungen als nicht ersetzbar ein, ebenso die Inbetriebnahme. Beide Tätigkeiten setzen voraus, dass jemand vor dem Gerät steht.

Ähnlich stabil ist die Arbeit am Aufstellplatz. Ob ein Automat in der Ecke neben dem Ausgang steht oder auf dem Flur zur Kantine, entscheidet über seinen Umsatz, und diese Entscheidung fällt in einem Gespräch mit dem Hausherrn. Der Rahmenplan verlangt ausdrücklich, den Aufstellort nach automatenspezifischen Erfordernissen auszuwählen und Maßnahmen zur Verkehrssicherheit zu ergreifen. Eine Fehleinschätzung endet nicht mit einer schlechten Kennzahl, sondern mit einem umgestürzten Gerät.

Der dritte resiliente Block ist der Jugend- und Spielerschutz. Ein Automat prüft kein Alter, wenn niemand die Alterserkennung wartet, und ein Spielhallenmitarbeiter, der Anzeichen problematischen Spielverhaltens bemerkt, tut etwas, das keine Kamera ersetzt. Der Gesetzgeber hat diesen Punkt in Paragraf 33c der Gewerbeordnung an die Person gebunden, und die Ausbildungsverordnung räumt ihm zwölf Wochen Unterricht ein. Wer diesen Teil des Berufs für eine Formalie hält, hat die Verordnung nicht gelesen.

Wie verändert sich der Arbeitsalltag konkret?

Zwei Märkte, zwei Richtungen
Der Automatenfachmann bedient beide Seiten der Branche zugleich
621.000
Getränke- und Verpflegungsautomaten in Deutschland, 2024
4,62 Mrd. €
Vending-Umsatz 2024, gegenüber 2,97 Milliarden Euro im Jahr 2019
−31,6 %
Geldspielgeräte in Spielhallen, 2012 bis 2024, in denselben Kommunen

Der Beruf sitzt zwischen zwei Märkten, die sich in entgegengesetzte Richtungen bewegen. Der Vending-Markt wächst: Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft, zitiert in einer Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages vom Februar 2026, stieg der Branchenumsatz von 2,97 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 4,62 Milliarden Euro im Jahr 2024. Rund 15.000 Menschen arbeiten in der Vending-Branche, rund 1.000 Automaten-Dienstleister teilen sich den Markt, und aus 621.000 Geräten werden täglich etwa zwölf Millionen Snacks und Getränke gezogen.

Der Unterhaltungsautomatenmarkt schrumpft dagegen seit Jahren. Die Erhebung von IW Consult zur Angebotsstruktur der Spielhallen, Stand 1. Januar 2024, zählt in denselben Kommunen 88.319 Geldspielgeräte in Spielhallen gegenüber 129.084 im Jahr 2012, ein Minus von 31,6 Prozent. In der Gastronomie fiel der Rückgang mit 36,6 Prozent noch schärfer aus. Ursache ist keine Technologie, sondern Regulierung: Mindestabstände, Konzessionsgrenzen und der Glücksspielstaatsvertrag haben die Zahl der Standorte gedrückt.

Der Automatenfachmann ist der Techniker der Selbstbedienung. Genau deshalb sollte niemand ihm zurufen, die Automatisierung sei sein Freund. Sie ist sein Geschäftsmodell und sein Wettbewerber in einer Person, und wer in diesem Beruf bestehen will, sollte die Seite wählen, die repariert, statt der Seite, die nachfüllt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Für die Beschäftigten bedeutet die Doppelbewegung eine Verschiebung der Nachfrage. Die Betreuung von Spielgeräten findet in einem schrumpfenden Bestand mit steigender Regulierungsdichte statt. Die Betreuung von Verpflegungsautomaten dagegen läuft in einem wachsenden Markt mit höherem Technikanteil, weil Kühlung, Bezahlsysteme und Lebensmittelhygiene zusammenkommen. Die 51 neuen Ausbildungsverträge des Jahres 2025 reichen für keinen der beiden Märkte, was den Ausbildungsplatz aus Sicht der Bewerber allerdings zu einer Seltenheit mit guter Übernahmechance macht.

Was bedeutet das für angehende Azubis und Betriebe?

Schlüsselbund mit Plakette „Paragraf 33c“ und kleinem Schraubendreher auf weißem Grund
Ohne IHK-Unterrichtung bleibt das Geldspielgerät verschlossen

Angehende Azubis sollten die Fachrichtung nicht nach Neigung allein wählen. Die Automatenmechatronik steht im Futuromat bei 70 Prozent, die Automatendienstleistung bei 44 Prozent, doch das Raster dieses Checks bewertet die Mechatronik trotzdem als den stabileren Zweig, weil Reparatur und Inbetriebnahme die einzigen Tätigkeiten sind, die zugleich physisch gebunden und nicht ersetzbar sind. Die richtige Lesart lautet deshalb: Technik lernen und dabei zusehen, dass die Elektrotechnik nicht bei der Automatenelektronik stehenbleibt.

Zwei Zusatzqualifikationen zahlen unmittelbar auf das Raster ein. Die Unterrichtung nach Paragraf 33c der Gewerbeordnung hebt den Wert auf dem Arbeitsmarkt, weil ohne sie niemand an ein Geldspielgerät darf. Eine Qualifikation in der Elektrotechnik über den Automatenbereich hinaus, etwa als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten, öffnet den Weg in Nachbarberufe, falls der Bestand weiter schrumpft. Die Grundsatzfrage zwischen dualer Ausbildung und Hochschule behandelt unsere Entscheidungshilfe zu Ausbildung und Studium.

Ausbildungsbetriebe sollten die Ausbildung dort verstärken, wo das Raster gute Noten vergibt. Der Rahmenplan sieht zwölf Wochen für rechtliche Rahmenbedingungen vor, und diese Wochen sind angesichts von Jugendschutz, Hygienerecht und Spielerschutz die beste Investition in die Unersetzbarkeit der eigenen Leute. Umgekehrt bringt eine lange Verweildauer im reinen Befüllbetrieb wenig, denn genau dieser Teil der Arbeit steht auf jeder Streichliste.

Und ein Rat an beide Seiten: Bei 51 neuen Verträgen im Jahr entscheidet nicht der Markt über die Qualität der Ausbildung, sondern der einzelne Betrieb. Bewerber sollten deshalb fragen, wie viele Wochen tatsächlich in der Werkstatt und wie viele im Servicewagen verbracht werden. Ausbildungsbetriebe sollten diese Frage beantworten können, bevor jemand sie stellt.

Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe zum Automatenfachmann

Aufsteller

Aufsteller heißt das Unternehmen, das Automaten auf eigene Rechnung betreibt und die dafür nötige gewerberechtliche Erlaubnis besitzt. Bei Geldspielgeräten trägt der Aufsteller die Verantwortung für Aufstellort, Jugendschutz und Sozialkonzept, nicht die einzelne Fachkraft vor Ort.

Automatenbetreuung

Automatenbetreuung ist einer der beiden Prüfungsbereiche von Teil 1 der Abschlussprüfung. Er umfasst drei Arbeitsproben am Gerät: Aufstellen und Anschließen, Auslesen und Befüllen sowie Warten und Reinigen. Der Bereich zählt in beiden Fachrichtungen 20 Prozent der Gesamtnote.

Automatendienstleistung

Automatendienstleistung ist die kaufmännisch geprägte der beiden Fachrichtungen. Sie ergänzt die gemeinsame Grundstufe um Marketing und Personalwirtschaft sowie zwei Wahlqualifikationen von je 26 Wochen, wahlweise kaufmännische Geschäftsprozesse oder Kundenbetreuung.

Automatenmechatronik

Automatenmechatronik ist die technische Fachrichtung des Berufs. Sie vertieft Installation, Montage, Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung von Automaten sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Instandsetzungs- und Wartungstechnik allein macht 40 Prozent der Abschlussnote aus.

Bauartzulassung

Bauartzulassung bezeichnet die Prüfung und Freigabe eines Geldspielgeräts durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt. Nur zugelassene Bauarten dürfen aufgestellt werden. Eingriffe, die das Spielverhalten verändern, heben die Zulassung auf und machen den Betrieb unerlaubt.

Berufsbildposition

Berufsbildposition nennt die Ausbildungsverordnung die inhaltlichen Bausteine des Ausbildungsberufsbilds. Der Automatenfachmann trägt sechs fachrichtungsübergreifende Positionen, dazu vier in der Automatenmechatronik und zwei in der Automatendienstleistung.

Job-Futuromat

Job-Futuromat heißt das Online-Werkzeug des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Das Werkzeug weist je Beruf aus, welcher Anteil der Kerntätigkeiten technisch durch Maschinen erledigt werden könnte. Der Wert misst Machbarkeit, keine Prognose über tatsächlichen Personalabbau.

Manipulationsschutz

Manipulationsschutz bündelt alle Maßnahmen gegen unbefugte Eingriffe am Automaten, von der Sicherung des Kassenbereichs bis zur Erkennung gefälschter Zahlungsmittel. Der Ausbildungsrahmenplan führt ihn als eigene Fertigkeit in der Berufsbildposition Automatenservice.

Mindestausbildungsvergütung

Mindestausbildungsvergütung ist die gesetzliche Untergrenze nach Paragraf 17 des Berufsbildungsgesetzes. Sie gilt seit 2020 und steigt jährlich. Tarifgebundene Betriebe dürfen sie unterschreiten, nicht tarifgebundene Betriebe müssen mindestens 80 Prozent des einschlägigen Tarifwerts zahlen.

Substituierbarkeitspotenzial

Substituierbarkeitspotenzial bezeichnet den Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs, den heute verfügbare Technik übernehmen könnte. Das IAB berechnet den Wert aus einzelnen Tätigkeitsbewertungen. Ein hoher Wert bedeutet technische Machbarkeit, nicht wirtschaftliche oder rechtliche Umsetzbarkeit.

Telemetrie

Telemetrie meint die Fernübertragung von Betriebsdaten aus dem Automaten an das Backend des Betreibers. Übermittelt werden Füllstände, Störungsmeldungen, Temperaturen und Umsätze. Telemetrie ist die technische Grundlage dafür, Servicefahrten nach Bedarf statt nach Kalender zu planen.

Vending

Vending steht für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen über Automaten, abgeleitet vom lateinischen vendere. Der deutsche Vending-Markt umfasst Getränke- und Verpflegungsautomaten in Unternehmen, Behörden, Hotels, Bahnhöfen, Schulen und Krankenhäusern.

FAQ: Automatenfachmann im KI-Resilienz-Check

Wird der Automatenfachmann durch KI ersetzt?

Nein, aber der Beruf verliert seine häufigsten Aufgaben. Der Job-Futuromat des IAB beziffert das Substituierbarkeitspotenzial auf 70 Prozent in der Fachrichtung Automatenmechatronik und 44 Prozent in der Automatendienstleistung. Dr. Web vergibt die KI-Resilienz-Note 3,8 auf einer Skala von 1 bis 6, weil Auffüllen und Abrechnen als ersetzbar gelten, Reparatur und Inbetriebnahme dagegen nicht.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Automatenfachmann?

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Nach einer gemeinsamen Grundstufe teilt sie sich in die Fachrichtungen Automatenmechatronik und Automatendienstleistung. Teil 1 der Abschlussprüfung liegt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, Teil 2 am Ende der Ausbildung. Rechtsgrundlage ist die Automatenfachmannausbildungsverordnung vom 1. Juli 2015.

Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Automatenfachmann?

Für den Beruf sind weder in der BIBB-Datenbank Ausbildungsvergütungen noch in den Vergütungstabellen der Handwerkskammern Werte gelistet. Verbindlich ist damit die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach Paragraf 17 des Berufsbildungsgesetzes: für Verträge mit Beginn im Jahr 2026 sind das 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Lehrjahr.

Welche Fachrichtungen hat der Automatenfachmann?

Der Beruf kennt zwei Fachrichtungen. Die Automatenmechatronik vertieft Installation, Montage, Wartung und Instandhaltung sowie Netzwerke und Elektrotechnik. Die Automatendienstleistung vertieft Marketing und Personalwirtschaft und ergänzt zwei Wahlqualifikationen von je 26 Wochen, wahlweise kaufmännische Geschäftsprozesse oder Kundenbetreuung.

Braucht ein Automatenfachmann eine besondere Erlaubnis für Spielgeräte?

Ja, für die Aufstellung von Geldspielgeräten. Nach Paragraf 33c Absatz 3 Satz 4 der Gewerbeordnung darf ein Aufsteller mit dieser Arbeit nur Personen beschäftigen, die eine Bescheinigung der Industrie- und Handelskammer über eine Unterrichtung zu Spieler- und Jugendschutz vorweisen. Die gewerberechtliche Erlaubnis selbst besitzt der Aufsteller, nicht die Fachkraft.

Wie viele Menschen lernen den Beruf überhaupt?

Sehr wenige. Die Rangliste der Ausbildungsberufe des Bundesinstituts für Berufsbildung weist für 2025 genau 51 neue Ausbildungsverträge aus, was Rangplatz 225 entspricht. Der Frauenanteil liegt bei knapp 16 Prozent. Zum Vergleich: Der Kraftfahrzeugmechatroniker an der Spitze der Liste kommt auf 24.531 Neuabschlüsse.

Quellen

Bundesministerium der Justiz – Automatenfachmannausbildungsverordnung vom 1. Juli 2015, BGBl. I S. 1075, in Kraft seit 1. August 2015 – https://www.gesetze-im-internet.de/automausbv/ – besucht am 13.08.2026

Bundesministerium der Justiz – Gewerbeordnung, Paragraf 33c Spielgeraete mit Gewinnmoeglichkeit – https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__33c.html – besucht am 13.08.2026

Bundesministerium der Justiz – Handwerksordnung, Anlage A und Anlage B – https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/anlage_a.html – besucht am 13.08.2026

Bundesministerium der Justiz – Berufsbildungsgesetz, Paragraf 17 Vergütungsanspruch und Mindestvergütung – https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__17.html – besucht am 13.08.2026

Bundesinstitut für Berufsbildung – Datenbank Ausbildungsvergütungen, Gesamtübersicht Bundesgebiet, Stand 2025 – https://www.bibb.de/de/65925.php – besucht am 13.08.2026

Bundesinstitut für Berufsbildung – Die Mindestausbildungsvergütung, Werte zum 1. Januar 2026 – https://www.bibb.de/de/199658.php – besucht am 13.08.2026

Bundesinstitut für Berufsbildung – Rangliste 2025 der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen in Deutschland – https://www.bibb.de/de/211102.php – besucht am 13.08.2026

Bundesinstitut für Berufsbildung – DAZUBI-Datenblatt Automatenfachmann/-fachfrau Fachrichtung Automatendienstleistung – https://www.bibb.de/dienst/dazubi/dazubi/datasheet/download/30-7021.pdf – besucht am 13.08.2026

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung – Job-Futuromat, Berufsprofile Automatenfachmann/-frau, Fachrichtungen Automatenmechatronik und Automatendienstleistung, Datenstand 31.12.2024 – https://job-futuromat.iab.de/ – besucht am 13.08.2026

Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages – Verkaufsautomaten (Vending), WD 4 – 3000 – 011/26, WD 5 – 3000 – 017/26, WD 8 – 3000 – 009/26, Abschluss der Arbeit 11.02.2026 – https://www.bundestag.de/resource/blob/1157042/WD-5-017-26-WD-4-011-26-WD-8-009-26.pdf – besucht am 13.08.2026

IW Consult – Angebotsstruktur der Spielhallen und Geldspielgeräte in Deutschland, Stand 01.01.2024, Studie vom 07.03.2025 – https://www.iwconsult.de/fileadmin/user_upload/pdfs/2025/angebotsstruktur_der_spielhallen_und_geldspielgeraete_in_deutschland.pdf – besucht am 13.08.2026

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