Volkswagen hat eine zentrale Schnittstelle dichtgemacht. Halter von Elektroautos der Marken VW, Audi, Cupra und Škoda kommen über ihre gewohnten Tools nicht mehr an Ladedaten und Steuerung. Mitten hinein platzt die Frage nach dem EU Data Act.

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Die VW-API liefert seit Ende Mai keine Daten mehr an Drittanbieter, und tausende Halter standen plötzlich vor toten Lade-Apps. Am 27. Mai scheiterte die Anmeldung an der alten Brand-Schnittstelle, EVCC und die Home-Assistant-Integration verstummten gleichzeitig. Damit verlieren Privatleute genau die Funktion, mit der sie ihr Auto bisher günstig am Sonnenstrom geladen haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Volkswagen schloss die alte Brand-App-Schnittstelle, über die externe Tools Fahrzeugdaten abgefragt haben.
  • Betroffen sind alle Konzernmarken, darunter Audi, Cupra und Škoda.
  • Open-Source-Lösungen wie EVCC und Home Assistant verloren den Zugriff auf Ladestand und Ladesteuerung.
  • Der EU Data Act schreibt einfachen Zugang zu den eigenen Fahrzeugdaten vor, VW liefert bisher nur einen ZIP-Export.

Was hat Volkswagen genau abgeschaltet?

Ein EV-Ladestecker mit Vorhängeschloss und Preisschild
Volkswagen stellt Brand-API um. Seit 27. Mai funktioniert die Authentifizierung über die alte Schnittstelle nicht mehr. Programme wie EVCC sind betroffen

Brand-Schnittstelle dicht. Am 2. April kündigte die Volkswagen Group in einer Short-News zur nächsten Generation der Fahrzeugschnittstellen die Umstellung an und nannte die Kalenderwoche 21 als Stichtag. Seit dem 27. Mai scheitert die Authentifizierung an der bisherigen Brand-API. Programme wie EVCC, die Home-Assistant-Integration Volkswagen Carnet und ioBroker vw-connect zogen zeitgleich blank.

Wen trifft die Sperre im Alltag?

Schranke mit VW-Logo, Text „DATEN“ und hängendem Schlüssel vor weißem Hintergrund
VW-Fahrzeughalter verlieren Zugriff auf Akkustand und Ladestouerung via Schnittstelle. Solarstromoptimiertes Laden funktioniert ohne Live-Daten nicht mehr

Sonnenstrom ade. Halter von VW, Audi, Cupra und Škoda lasen über die Schnittstelle den Akkustand aus und steuerten das Laden. Besonders bitter wird es beim Überschussladen an der eigenen Photovoltaik, das ohne Live-Daten nicht mehr funktioniert. Die offizielle VW-App bietet diese Automatisierung nicht, und ob der Zugang künftig nur über ein kostenpflichtiges Abo läuft, ist noch offen.

Wenn ein Hersteller die Verbindung zum eigenen Auto über Nacht kappt, zahlt der Kunde den Preis für eine Konzernentscheidung. Der EU Data Act steht für genau solche Fälle im Gesetzblatt, jetzt muss er sich in der Praxis beweisen.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Greift hier der EU Data Act?

VW-Schlüssel mit Absperrband und Anhänger „DATENZUGANG: GESPERRT“
EU Data Act seit 12. September 2025: Volkswagen ermöglicht Datenabruf via Web-Portal mit 24-Stunden-Lieferung als ZIP-Archiv statt Echtzeit-Zugang

Recht auf eigene Daten. Der EU Data Act gilt seit dem 12. September 2025 und soll Fahrzeughaltern den einfachen Zugang zu ihren Daten sichern. Volkswagen bietet inzwischen einen Web-Abruf, der die Daten binnen 24 Stunden als ZIP-Archiv liefert, von einer Echtzeit-Schnittstelle ist das weit entfernt. Das EVCC-Team sammelt deshalb über eine Petition Unterschriften und verweist darauf, dass bislang nur BMW seinen Kunden die Fahrzeugdaten über ein eigenes Portal offen bereitstellt.

Vertrag prüfen. Klären Sie vor dem nächsten E-Auto-Kauf, welche Daten der Hersteller herausgibt und zu welchen Kosten. Beim netzdienlichen Laden hängt die ganze Automatisierung an dieser einen Schnittstelle. Bis sich die Lage klärt, helfen die Workarounds der Open-Source-Community nur teilweise.

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