GFTs Wachstum kommt 2026 nicht mehr aus zusätzlichen Beraterstunden, sondern aus einer KI-Plattform. Der vom Agentic-AI-System Wynxx beeinflusste Vertragswert hat um 48 Prozent zugelegt, während das klassische Bankgeschäft praktisch auf der Stelle tritt. Für IT-Entscheider im Finanzsektor verschiebt sich damit die Rechnung.

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GFT verdient sein Geld künftig anders: 105 Kunden in elf Ländern haben die agentische KI-Plattform Wynxx schon im ersten Quartal 2026 genutzt, der darüber beeinflusste Vertragswert hat 104 Millionen Euro erreicht. Der Umsatz des IT-Dienstleisters ist im selben Zeitraum aber nur um drei Prozent gewachsen. Diese Schere ist die eigentliche Nachricht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wynxx, GFTs Plattform für KI-Agenten, hat den beeinflussten Vertragswert im ersten Quartal 2026 um 48 Prozent auf 104 Millionen Euro gesteigert.
  • Der Konzernumsatz ist nur um 3 Prozent auf 229,5 Millionen Euro gestiegen, das Bankgeschäft sogar nur um 1 Prozent.
  • In Deutschland ist der Umsatz um 10 Prozent gesunken, die Belegschaft leicht auf 11.645 Vollzeitstellen geschrumpft.
  • KI-Agenten beschleunigen die Modernisierung von Alt-Systemen und setzen so das Stundenmodell der IT-Dienstleister unter Druck.

Warum trägt eine KI-Plattform GFTs Wachstum?

Ein Roboterarm stempelt Dokumente von einem Stapel. Am Schalter stehen
GFT modernisiert Bankaltsysteme zunehmend mit KI-Agenten. Die Plattform Wynxx wächst auf 105 Kunden in elf Ländern, der Vertragswert steigt um 48 Prozent auf 104 Millionen Euro

Weil GFT die Modernisierung von Bank-Altsystemen zunehmend über KI-Agenten abwickelt statt über reine Personalkapazität. Die Plattform Wynxx ist im ersten Quartal 2026 auf 105 Kunden in elf Ländern gewachsen, ihr beeinflusster Vertragswert um 48 Prozent auf 104 Millionen Euro gestiegen.

Agentische KI meint Software, die Modernisierungsaufgaben eigenständig plant und ausführt: Sie baut Code um, testet ihn und bereitet Deployments vor. GFT bündelt diese KI-Agenten in Wynxx und verkauft nicht mehr nur Beratungstage, sondern beschleunigte Projekte. Die Rechenlast solcher Agenten treibt derweil eine eigene Hardware-Generation an.

Der Effekt zeigt sich in der Marge, nicht im Umsatz. Das bereinigte EBIT ist im ersten Quartal um 7 Prozent auf 16,1 Millionen Euro gestiegen. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt GFT rund 930 Millionen Euro Umsatz und 71 Millionen Euro bereinigtes EBIT.[1]

Was passiert mit dem klassischen Beratungsgeschäft?

Das Beratungsgeschäft gerät unter Druck. Erledigen KI-Agenten Modernisierungsprojekte schneller, sinkt die Zahl der abrechenbaren Stunden. GFTs Bankgeschäft ist im ersten Quartal 2026 nur um 1 Prozent gewachsen, in Deutschland ist der Umsatz sogar um 10 Prozent gefallen.

Das Stundenmodell der IT-Dienstleister rechnet sich über Personentage. Verkürzt ein Agent ein Projekt von 18 auf sechs Monate, fällt der Erlös pro Auftrag, solange die Preise nicht mitziehen. Genau diesen Druck spüren auch hoch bezahlte Spezialisten.

GFT begegnet dem mit Plattform statt Köpfen: Der beeinflusste Vertragswert wächst zweistellig, die Zahl der Vollzeitstellen geht leicht zurück. Ein Einzelfall ist das nicht, sondern der Umbau einer ganzen Branche vom Personaldienstleister zum Aufseher KI-gesteuerter Modernisierungs-Pipelines.

Wynxx macht GFT produktiver und zugleich angreifbar: Eine als Plattform verkaufte Modernisierung zwingt zu einer neuen Preislogik, bevor die eigene Effizienz die Marge auffrisst.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
GFT im ersten Quartal 2026: Die KI-Plattform zieht davon

Wynxx wächst zweistellig, das klassische Geschäft bleibt zurück.

+48 %
Beeinflusster Vertragswert der KI-Plattform Wynxx, auf 104 Mio. €
105
Wynxx-Kunden in 11 Ländern, Ende 2025 waren es 92 in 8 Ländern
+1 %
Umsatzwachstum im Bankgeschäft, Versicherung liegt bei +6 %
-10 %
Umsatz in Deutschland, die Belegschaft zählt 11.645 Vollzeitstellen

Was heißt das für die Banken-IT im DACH-Raum?

Governance entscheidet über den Nutzen. Agentische KI in der regulierten Finanz-IT muss unter DORA und dem EU AI Act nachvollziehbar und kontrollierbar bleiben. Für deutsche Banken und Versicherer wird nicht die schnellste, sondern die prüfbare Automatisierung zum Kriterium.

DORA verpflichtet Finanzunternehmen seit Januar 2025 zu belastbarer IT und klaren Regeln für ausgelagerte Dienstleister. Der AI Act verlangt zusätzlich Transparenz und Aufsicht über KI-Systeme. Ein Modernisierungs-Agent, der Code eigenständig umbaut, braucht deshalb ein Protokoll, das jede Änderung belegt.

Zwei Fragen sollten Entscheider zuerst klären: Bleibt jede Entscheidung eines Agenten prüfbar, und wer haftet für fehlerhaften Code? Erst danach folgt die Frage nach einem Preismodell jenseits reiner Personentage. Dass die KI-Nutzung im Mittelstand rasch zunimmt, verschärft den Handlungsdruck. GFT liefert damit Blaupause und Warnung zugleich: Der Wert wandert von der abgerechneten Stunde zum Ergebnis.

Quelle

[1] GFT Technologies: „GFT Technologies Reports a Solid Start to 2026“ (Quartalsmitteilung Q1 2026, 7. Mai 2026)

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