Eine neue Studie vermisst 24 Monate KI-Nutzung und findet einen klaren Aufsteiger. Google Gemini legte binnen zwölf Monaten 5,6 Milliarden Web-Besuche zu, mehr als jedes andere Werkzeug außer ChatGPT. Für die Planung des eigenen KI-Stacks steckt darin eine unbequeme Botschaft.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenGemini kam im April 2025 auf 133,3 Millionen monatliche Web-Besuche und ein Jahr später auf 1,05 Milliarden. Fast eine Verachtfachung, gemessen an öffentlich sichtbaren Website-Aufrufen. Die Zahlen stammen aus einer Auswertung von 9.531 KI-Tools, die das SEO-Unternehmen OneLittleWeb Ende Juli 2026 veröffentlicht hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Gemini erreichte 6,9 Milliarden Web-Besuche in zwölf Monaten, ein Plus von 450 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- Der Zuwachs von 5,6 Milliarden Besuchen ist der zweitgrößte im gesamten Feld, nur ChatGPT legte mehr zu.
- Im Gesamt-Ranking aller KI-Tools steht Gemini auf Platz 3, hinter ChatGPT und Canva.
- Chatbots vereinen inzwischen fast 60 Prozent aller KI-Tool-Besuche, während Übersetzer und Lernhelfer Reichweite verlieren.
Wie schnell ist Gemini wirklich gewachsen?

Der Aufstieg verteilt sich über das ganze Jahr und hängt nicht an einem einzelnen Ausreißermonat. Im September 2025 übersprang Gemini die Marke von 400 Millionen Besuchen, im Dezember lag der Wert bei 679,9 Millionen, im Januar 2026 über 800 Millionen. Den Höchststand markierte der März 2026 mit 1,13 Milliarden, bevor der April leicht auf 1,05 Milliarden nachgab.
24-Monats-Analyse von 9.531 KI-Tools: Kein Werkzeug außer ChatGPT hat 2026 so viele Besuche zugelegt wie Google Gemini.
Monatliche Web-Besuche von April 2025 bis April 2026. Fast eine Verachtfachung binnen eines Jahres.
Monatliche Web-Besuche, Mai 2025 bis April 2026. Orange markiert den Höchststand.
Web-Besuche im Zeitraum Mai 2025 bis April 2026.
ChatGPT sammelt weiter rund 9,4-mal so viele Besuche wie Gemini.
Absoluter Besuchszuwachs im Jahresvergleich, in Milliarden.
Die Kategorie Chatbots wuchs auf 86 Mrd. Besuche und hält inzwischen fast 60 % aller KI-Tool-Besuche. Übersetzer, Grammatik- und Lernhelfer verlieren dagegen Reichweite, weil ein einziger Allrounder ihre Aufgaben nebenbei übernimmt.
Warum bleibt ChatGPT trotzdem uneinholbar?
Beim Wachstumstempo liegt Gemini vorn, beim Volumen nicht. ChatGPT kam im selben Zeitraum auf 64,7 Milliarden Web-Besuche und damit auf rund das 9,4-Fache. Gemini hält 4,8 Prozent des gesamten KI-Tool-Marktes und rückt als engster Chatbot-Herausforderer an ChatGPT heran, ohne den Abstand bereits zu verkleinern.
Auch die anderen Verfolger wachsen kräftig. Claude gewann 2,4 Milliarden Besuche hinzu, Grok und DeepSeek jeweils rund 2,2 Milliarden. Die genauen Kräfteverhältnisse zeigt unsere Analyse dazu, wer den KI-Chatbot-Markt 2026 regiert.
„Der eigentliche Befund steckt nicht in Geminis Kurve, sondern im Kollateralschaden: Übersetzer, Grammatikhelfer und Lernplattformen verlieren Besuche, weil ein einziger Chatbot ihre Aufgaben nebenbei erledigt. Unternehmen sollten ihren Tool-Stack 2026 daran messen, wie viele Einzellösungen ein Allrounder ersetzen kann.“
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Ihren KI-Stack?
Die Studie misst öffentliche Website-Besuche, nicht App-, API- oder Workspace-Nutzung. Gerade Gemini und Copilot laufen zu großen Teilen eingebettet in Google Workspace und Microsoft 365, tauchen dort also gar nicht als Website-Aufruf auf. Die realen Nutzungszahlen dürften deshalb höher liegen als die sichtbare Kurve.
Für die eigene Tool-Auswahl zählt der Konsolidierungstrend mehr als die Rangliste. Prüfen Sie, welche Einzelabos für Übersetzung, Textkorrektur oder Recherche ein Allround-Modell bereits abdeckt, und verhandeln Sie Lizenzen entsprechend neu. Einen Überblick über Leistung und Preise der Modelle bietet unser LLMs-Ratgeber, die Kostenfrage speziell zu Google klärt der Beitrag dazu, was Google Gemini kann und kostet.
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