
LLMs gegen Google: Wer gewinnt den Kampf um die Online-Suche? Spoiler: Alle verlieren ein bisschen
Michael Dobler
Autor Dr. WebChatGPT verarbeitet über zwei Milliarden Anfragen pro Tag. Google beantwortet 60 Prozent aller Suchanfragen, ohne dass jemand auf ein Ergebnis klickt. Und Sie stehen dazwischen und fragen sich, wohin Ihr Marketing-Budget fließen soll.
Das Wichtigste in Kürze
- Google hält noch knapp 90 Prozent Marktanteil bei der Websuche, doch dieser Wert ist erstmals seit 2015 unter die kritische 90-Prozent-Marke gefallen. KI-Plattformen verzeichnen ein Wachstum von über 700 Prozent innerhalb eines Jahres.
- Rund 60 Prozent aller Google-Suchen enden bereits ohne einen einzigen Klick auf eine externe Website. Bei Suchanfragen mit KI-Übersicht steigt dieser Wert auf 83 Prozent.
- OpenAI generiert einen Jahresumsatz von über 10 Milliarden Euro, verliert dabei aber mehr als das Dreifache. Googles Werbeumsätze wachsen trotz KI-Disruption weiter um fast 15 Prozent jährlich.
- Die eigene Website bleibt das unverzichtbare Herzstück jeder digitalen Strategie. Nur dort kontrollieren Unternehmen ihre Daten, ihre Inhalte und ihre Kundenbeziehungen unabhängig von Plattform-Algorithmen.

Wie konnte Google überhaupt so mächtig werden?
Googles Dominanz im Suchmaschinenmarkt ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von zwei Jahrzehnten systematischer Marktbeherrschung. Mit einem Marktanteil von rund 89,6 Prozent Mitte 2025 verarbeitet der Konzern zwischen 8,5 und 14 Milliarden Suchanfragen täglich. Das Werbegeschäft brachte dem Mutterkonzern Alphabet allein 2024 über 234 Milliarden US-Dollar ein. Kein anderes Unternehmen der Digitalwirtschaft kontrolliert den Informationsfluss im Internet so umfassend.
So verschieben sich die Marktanteile zwischen Google, ChatGPT und den neuen KI-Herausforderern
Prozentuale Veränderung bezieht sich auf den Marktanteil seit Anfang 2025. Datenquelle: SimilarWeb Global AI Tracker 2026.
Diese Traffic-Zahlen erfassen nur direkte Besuche auf Chatbot-Websites. Googles eingebettete KI-Funktionen (AI Overviews, AI Mode) erreichen geschätzt 1,3 bis 1,7 Milliarden KI-Interaktionen täglich. Das ist fünfmal mehr als alle eigenständigen Chatbots zusammen.
Doch genau diese Monopolstellung macht Google anfällig. Der Konzern verdient sein Geld mit Werbeanzeigen neben und zwischen Suchergebnissen. Jede Technologie, die Nutzer davon abhält, auf Links zu klicken, bedroht das Kerngeschäftsmodell direkt. Und genau das passiert gerade.
Google steckt in einem strategischen Paradox. Der Konzern muss KI-Funktionen in seine Suche integrieren, um Nutzer nicht an ChatGPT und Perplexity zu verlieren. Gleichzeitig kannibalisieren diese KI-Übersichten den eigenen Anzeigenmarkt. Wenn eine KI-generierte Zusammenfassung die Antwort direkt auf der Ergebnisseite liefert, klickt niemand mehr auf die bezahlte Anzeige darunter.
Trotz dieser Bedrohung zeigte Alphabets Quartalsbericht Q3 2025 einen Umsatzanstieg von 14,5 Prozent bei Such- und Werbedienstleistungen gegenüber dem Vorjahr. Die Einführung von AI Overviews und AI Mode scheint den Konzern kurzfristig sogar zu stärken. Die Frage ist nur: Wie lange noch?
Was macht KI-Suche eigentlich anders als Google?
Der fundamentale Unterschied zwischen Google und einem Large Language Model liegt nicht in der Technologie, sondern im Nutzererlebnis. Google liefert eine Liste von Links. ChatGPT liefert eine Antwort.
Stellen Sie sich vor, Sie recherchieren die beste CRM-Software für Ihr 50-Mitarbeiter-Unternehmen. Bei Google erhalten Sie zehn blaue Links, durchsetzt mit Anzeigen. Sie klicken sich durch mehrere Seiten, vergleichen Preise, lesen Testberichte. Bei ChatGPT beschreiben Sie Ihre Anforderungen, Ihr Budget und Ihre Branche. Sie erhalten eine strukturierte Empfehlung mit Begründung.
Das Verhalten der Nutzer bestätigt diesen Wandel. Über die Hälfte aller Verbraucher haben 2025 mindestens einmal eine KI-gestützte Suche ausprobiert. 34 Prozent nutzen ein LLM bereits täglich oder fast täglich. Das Verhältnis von Google-Nutzern zu KI-Suchnutzern hat sich innerhalb von zwölf Monaten von 10:1 auf 4,7:1 halbiert.
Besonders aufschlussreich ist die Aufteilung nach Aufgabentyp. Nutzer wählen bewusst verschiedene Werkzeuge für verschiedene Aufgaben. Für schnelle Faktenabfragen bleibt Google die erste Wahl. Für komplexe Recherchen, Zusammenfassungen, Produktvergleiche und strategische Fragestellungen wandern sie zunehmend zu KI-Assistenten. Diese Aufteilung wird sich in den kommenden Jahren weiter verfestigen.
Welche Spieler kämpfen um den KI-Suchmarkt?
Der Markt für KI-gestützte Suche ist keine Einöde mit einem einzelnen Herausforderer. Hinter der Fassade des vermeintlichen Zweikampfs Google gegen ChatGPT verbirgt sich ein vielschichtiges Wettbewerbsfeld.

ChatGPT dominiert den Markt der eigenständigen KI-Chatbots mit rund 800 Millionen wöchentlich aktiven Nutzern. OpenAI verarbeitet über zwei Milliarden Anfragen pro Tag und hat die Marke von 10 Milliarden Euro Jahresumsatz überschritten. Allerdings sinkt der Marktanteil unter den KI-Chatbots: Von 86,7 Prozent Anfang 2025 auf 64,5 Prozent Anfang 2026.
Google Gemini ist der am schnellsten wachsende Konkurrent im KI-Chatbot-Segment. Der Marktanteil stieg von 5,7 auf 21,5 Prozent innerhalb eines Jahres. Der entscheidende Vorteil: Gemini ist direkt in die Google-Suche, YouTube und Workspace integriert. 400 Millionen monatlich aktive Nutzer hatte die Plattform bis Mai 2025 erreicht.
Microsoft Copilot wuchs explosionsartig um das 25-Fache und erreichte 100 Millionen monatliche Nutzer. Die Stärke liegt in der nahtlosen Integration in das Microsoft-Ökosystem. Analysten, Projektmanager und Vertriebsteams nutzen KI-gestützte Recherche, ohne ihre Arbeitsumgebung zu verlassen.
Perplexity AI hat sich als spezialisierte Antwortmaschine positioniert. Die Plattform verarbeitet 780 Millionen Anfragen monatlich und verdreifachte diesen Wert innerhalb eines Jahres. Mit einer Bewertung von rund 18 Milliarden Euro und einem Jahresumsatz von etwa 140 Millionen Euro strebt Perplexity 500 Millionen Euro Umsatz bis 2026 an.
Claude (von Anthropic) dominiert den Enterprise-Bereich und den Einsatz in regulierten Branchen. 21 Prozent der weltweiten LLM-Nutzung entfallen auf Claude, mit besonderer Stärke im Gesundheitswesen und an Universitäten. Anthropics Umsatz wuchs von 100 Millionen auf geschätzte 8 bis 10 Milliarden Euro in weniger als zwei Jahren.
Wer diese Entwicklungen bei der eigenen Unternehmensstrategie berücksichtigen will, braucht einen professionellen Webauftritt als Ausgangsbasis. Homepage erstellen? Für die DIY-Macher unter uns: Plattformen ermöglichen es auch kleineren Unternehmen, schnell eine eigene digitale Präsenz aufzubauen für die neue Ära der KI-Suche fit zu machen.
Warum verschwinden 60 Prozent aller Klicks einfach?
Das Phänomen der Zero-Click-Suchen ist der unsichtbare Elefant im Raum. Rund 60 Prozent aller Google-Suchen enden bereits ohne einen einzigen Klick auf eine externe Website. Bei mobilen Suchen liegt dieser Wert sogar über 70 Prozent. Und die Tendenz zeigt steil nach oben.

Die Ursache liegt in Googles eigener Strategie. AI Overviews erscheinen mittlerweile bei rund 20 Prozent aller Desktop-Suchanfragen in den USA. Bei diesen Suchanfragen steigt die Zero-Click-Rate auf durchschnittlich 83 Prozent. Acht von zehn Nutzern erhalten ihre Antwort direkt in der Suchmaske, ohne jemals eine Website zu besuchen.
Die Auswirkungen auf Publisher und Unternehmen sind dramatisch. Der organische Traffic zu Websites sank von 2,3 Milliarden Besuchen pro Monat Mitte 2024 auf unter 1,7 Milliarden bis Mai 2025. Das sind über 600 Millionen verlorene Besuche in nur zwölf Monaten. Branchenriesen wie HubSpot verzeichneten Rückgänge von 70 bis 80 Prozent. CNN verlor zwischen 27 und 38 Prozent.
Wie AI Overviews und KI-Suche den organischen Website-Traffic austrocknen
* Prognose basiert auf Gartner- und Branchenanalysen. Quellen: SparkToro, SimilarWeb, Semrush, BrightEdge.
Weniger Traffic bedeutet nicht automatisch weniger Umsatz. KI-Besucher konvertieren deutlich besser: 15,9 % Konversionsrate bei ChatGPT-Verweisen vs. 3-5 % bei Google. Die eigene Website bleibt der einzige Kanal, den Sie vollständig kontrollieren. Investieren Sie in First-Party-Daten, strukturierte Inhalte und thematische Autorität.
Gartner prognostiziert, dass traditionelle Suchmaschinenvolumina bis 2026 um 25 Prozent sinken werden. Noch drastischer: Bis 2028 könnte der organische Suchverkehr laut Gartner um 50 Prozent oder mehr zurückgehen. Für Unternehmen, deren gesamtes Geschäftsmodell auf organischem Suchtraffic basiert, ist das ein existenzielles Risiko.
Doch die Panik ist nur zur Hälfte berechtigt. Die Qualität des verbleibenden Traffics steigt messbar. Laut einer Analyse von Semrush sind Besucher, die über KI-Plattformen kommen, durchschnittlich 4,4-mal mehr wert als herkömmliche organische Besucher. Die Konversionsraten von ChatGPT-Verweisen liegen bei 15,9 Prozent, verglichen mit den üblichen 3 bis 5 Prozent bei Google.
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Wer verdient das große Geld im Suchmarkt der Zukunft?
Googles Werbeeinnahmen erreichten 2024 einen Rekordumsatz von rund 234 Milliarden US-Dollar allein durch Google-Website-Anzeigen. Der Gesamtumsatz von Alphabet lag bei 348 Milliarden US-Dollar. Das klingt nach einem Unternehmen, das alles unter Kontrolle hat. Doch die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte.
OpenAI erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2025 rund 4,3 Milliarden US-Dollar Umsatz, verbrannte aber gleichzeitig 2,5 Milliarden nur für Infrastruktur und Entwicklung. Der Nettoverlust im gleichen Zeitraum lag bei geschätzten 13,5 Milliarden US-Dollar. Nur etwa 4 bis 5 Prozent der ChatGPT-Nutzer bezahlen für ein Abonnement. Das bedeutet: 95 Prozent nutzen den Dienst kostenlos, während OpenAI Milliarden verbrennt.
Perplexity steht vor einem ähnlichen Dilemma. Mit einem Jahresumsatz von rund 148 Millionen Euro und einer Bewertung von 18 Milliarden Euro bewegt sich das Unternehmen in einer Welt, in der jede einzelne KI-Anfrage mehrere Cent kostet, während herkömmliche Google-Suchen praktisch nichts kosten. Das macht Werbung als alleinige Einnahmequelle für KI-Suchmaschinen schwierig. Perplexity hat kürzlich sogar die Annahme neuer Werbekunden pausiert, um sein Umsatzmodell zu überdenken.
Die spannende Frage ist: Wohin fließen die Werbebudgets? Googles Anteil am weltweiten Digitalwerbemarkt lag 2024 bei 27,4 Prozent. Die Prognosen für die Suchmaschinenwerbung insgesamt zeigen weiteres Wachstum auf geschätzte 340 Milliarden US-Dollar bis 2027. Gleichzeitig wird die Verteilung fragmentierter. Amazon baut sein Werbegeschäft auf über 30 Milliarden US-Dollar jährlich aus. TikTok generiert über 8 Milliarden. Und mit KI-gestützter Produktsuche direkt in ChatGPT plant OpenAI, ab 2026 durch Affiliate-Marketing und Shopping-Integrationen zusätzliche Milliarden zu verdienen.
Für Sie als Entscheider bedeutet das konkret: Diversifizieren Sie Ihre Werbebudgets. Google Ads bleiben relevant, aber setzen Sie nicht alles auf eine einzige Plattform.
Was ist Generative Engine Optimization und warum sollten Sie das kennen?
Klassisches SEO reicht nicht mehr. Eine neue Disziplin hat sich etabliert: Generative Engine Optimization, kurz GEO. Während SEO darauf abzielt, in den Google-Suchergebnissen möglichst weit oben zu erscheinen, geht GEO einen Schritt weiter. Das Ziel ist, von KI-Systemen als vertrauenswürdige Quelle zitiert und empfohlen zu werden.
Der Unterschied klingt subtil, ist aber fundamental. Bei der klassischen Suche entscheidet ein Algorithmus über die Reihenfolge von Links. Bei der generativen Suche entscheidet ein Sprachmodell, welche Informationsquellen es in seine Antwort einwebt. Ihre Website muss nicht mehr Platz 1 bei Google erreichen. Sie muss die Quelle sein, die ChatGPT, Gemini oder Perplexity zitiert.
Die Daten belegen diesen Paradigmenwechsel. Laut einer Analyse von Ahrefs haben 28,3 Prozent der von ChatGPT am häufigsten zitierten Seiten keinerlei organische Sichtbarkeit bei Google. Umgekehrt werden 90 Prozent der von ChatGPT zitierten Webseiten bei Google erst ab Position 21 oder schlechter gelistet. Sie brauchen also keine Top-3-Platzierung bei Google, um in der KI-Suche sichtbar zu sein.

Was macht Inhalte für KI-Systeme attraktiv? Strukturierte, faktenreiche Inhalte mit klaren Antworten auf konkrete Fragen. Externe Validierung durch Erwähnungen in Fachpublikationen, Bewertungsportalen und Branchenverzeichnissen. Konsistente thematische Autorität über mehrere zusammenhängende Themenfelder. Und eine technisch saubere Website mit strukturierten Daten, die Crawlern das Verständnis erleichtert.
LinkedIn hat GEO in seiner Liste der Big Ideas 2026 als eine der prägenden Entwicklungen des Jahres identifiziert. Die Botschaft ist klar: Wer jetzt nicht in GEO investiert, wird in 18 Monaten schwer aufzuholen haben.
Welche Branchen trifft die KI-Revolution am härtesten?
Die Auswirkungen der KI-gestützten Suche verteilen sich nicht gleichmäßig über alle Branchen. Informationsbasierte Geschäftsmodelle erleiden die größten Verluste, während transaktionsorientierte Branchen vergleichsweise geschützt bleiben.
Am härtesten trifft es Publisher, Nachrichtenseiten und Content-Portale. Klicks auf die 50 größten Nachrichtenseiten fielen von 2,3 Milliarden auf unter 1,7 Milliarden monatliche Besuche innerhalb eines Jahres. Die Zero-Click-Rate für Nachrichtensuchen stieg von 56 auf 69 Prozent. Jede Frage, die eine KI-Zusammenfassung beantworten kann, ist ein verlorener Seitenaufruf für den Publisher.
DIY-Inhalte, Rezepte, Gesundheitsinformationen und How-To-Anleitungen verlieren 40 bis 70 Prozent ihres Traffics. Produktvergleichsseiten und Affiliate-Portale sehen ihre Existenzgrundlage schwinden, wenn ChatGPT direkt das beste Produkt empfiehlt. Im Bildungs- und Versicherungssektor erscheinen AI Overviews bei über 60 bis 90 Prozent aller Suchanfragen.
Relative Gewinner gibt es auch. Lokale Suchanfragen bleiben weitgehend verschont: Nur 7,9 Prozent lokaler Suchen lösen eine KI-Übersicht aus. Transaktionale Keywords, bei denen Nutzer tatsächlich kaufen wollen, und Markensuchen bleiben resilient. KI-Übersichten erscheinen bei weniger als 5 Prozent aller Marken-Suchanfragen und können die Klickrate auf Markenanzeigen sogar um 18 Prozent steigern.
73 Prozent aller B2B-Websites verzeichneten zwischen 2024 und 2025 signifikante Trafficverluste. Das ist kein Qualitätsproblem einzelner Websites. Das ist ein struktureller Marktumbruch, der die gesamte Branche betrifft.
Warum bleibt die eigene Website trotzdem das Herzstück?
Inmitten all dieser Umbrüche gibt es eine Konstante, die paradoxerweise sogar an Bedeutung gewinnt: Ihre eigene Website. Plattformen ändern Algorithmen über Nacht. Social-Media-Accounts werden gesperrt. KI-Modelle wechseln ihre Datenquellen. Aber Ihre Domain, Ihre Inhalte und Ihre Kundendaten gehören Ihnen.

71 Prozent der Publisher erkannten 2025 First-Party-Daten als zentrale Quelle positiver Werbeergebnisse an. 85 Prozent erwarten, dass die Bedeutung dieser Erstanbieterdaten bis 2026 weiter zunimmt. In einer Welt, in der Third-Party-Cookies verschwinden und Plattformen ihren Datenzugang einschränken, wird die eigene Website zur letzten Bastion kontrollierter Kundenbeziehungen.
Die eigene Website ist Ihr digitales Zuhause. Dort bauen Sie wiederkehrenden, planbaren Traffic über SEO und Newsletter auf. Dort sammeln Sie DSGVO-konforme Einwilligungen und Kundendaten. Dort kontrollieren Sie den gesamten Konversionspfad vom ersten Kontakt bis zum Kaufabschluss. Und dort bleiben Ihre Inhalte bestehen, selbst wenn Instagram seinen Algorithmus ändert oder TikTok in Ihrem Markt verboten wird.
Besonders relevant für die KI-Ära: Ihre Website ist gleichzeitig das Fundament für GEO-Sichtbarkeit. KI-Systeme crawlen und indexieren Websites, um ihre Antworten zusammenzustellen. Ohne eine gut strukturierte, inhaltlich starke Website haben Sie keine Chance, in den Antworten von ChatGPT, Gemini oder Perplexity aufzutauchen. Laut Bitkom verfügen immer noch 25 Prozent der deutschen Unternehmen über keinen professionellen Webauftritt. In der neuen Suchlandschaft ist das fahrlässig.
Die Strategie ist klar: Investieren Sie in Ihre eigene digitale Infrastruktur. Bauen Sie Ihre E-Mail-Liste aus. Setzen Sie auf hochwertige, faktenreiche Inhalte, die sowohl für Google als auch für KI-Systeme relevant sind. Und behandeln Sie Ihre Website nicht als Kostenstelle, sondern als Ihr wichtigstes Geschäfts-Asset.
Was sollten Entscheider jetzt konkret tun?
Die Veränderungen im Suchmarkt erfordern keine Panik, aber entschlossenes Handeln. Hier sind die strategischen Prioritäten für die nächsten zwölf Monate.
Erstens: Diversifizieren Sie Ihre Traffic-Quellen. Wer sich zu 70 Prozent auf organischen Google-Traffic verlässt, baut auf Sand. Verteilen Sie Ihre Sichtbarkeit auf Google, KI-Plattformen, Newsletter, Social Media und direkte Zugriffe. Messen Sie nicht nur Traffic-Volumen, sondern den tatsächlichen Geschäftswert jedes Kanals.
Zweitens: Investieren Sie in GEO parallel zu SEO. Strukturieren Sie Ihre Inhalte so, dass KI-Systeme sie als vertrauenswürdige Quelle erkennen. Konkret bedeutet das: Klare Antworten auf spezifische Fragen, faktenreiche Absätze, Schema-Markup und thematische Tiefe. Die Grundlagen guten SEOs und guter GEO-Strategie überlappen sich zu 80 Prozent.
Drittens: Stärken Sie Ihre Marke. In einer Welt, in der KI-Systeme Empfehlungen aussprechen, gewinnen Marken mit hoher Bekanntheit und Vertrauen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Unternehmen in Fachpublikationen, Branchenverzeichnissen und Bewertungsportalen präsent ist. Laut dem BSI wird Vertrauen in digitale Dienste zunehmend zum Wettbewerbsfaktor, besonders in regulierten Branchen.
Viertens: Bauen Sie Ihre First-Party-Daten aus. Jede E-Mail-Adresse, jede Einwilligung, jedes direkte Kundengespräch ist Gold wert. Während Plattform-Reichweiten schwanken und KI-Systeme die Spielregeln ändern, bleiben direkte Kundenbeziehungen stabil.
Fünftens: Beobachten Sie die KI-Plattform-Dynamik. Welche KI-Plattform Ihre Zielgruppe bevorzugt, hängt von der Branche ab. B2B-Entscheider nutzen verstärkt Microsoft Copilot. Technik-affine Recherchierer greifen zu Perplexity. Kreativschaffende und Generalisten bleiben bei ChatGPT. Passen Sie Ihre Strategie an das tatsächliche Suchverhalten Ihrer Kunden an.
Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zur KI-Suche

AI Overviews
AI Overviews (ehemals Search Generative Experience) sind KI-generierte Zusammenfassungen, die Google direkt in den Suchergebnissen anzeigt. Sie beantworten Nutzeranfragen, ohne dass ein Klick auf eine externe Website nötig ist. Für Publisher bedeuten sie drastische Rückgänge bei der Klickrate.
Chatbot-Marktanteil
Chatbot-Marktanteil beschreibt die Verteilung der Nutzung zwischen verschiedenen KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini, Copilot und Claude. Die Messung erfolgt meist über Website-Besuche und unterscheidet nicht zwischen eingebetteter und eigenständiger Nutzung.
First-Party-Daten
First-Party-Daten sind Informationen, die ein Unternehmen direkt über eigene Kanäle wie Website, Newsletter oder CRM-Systeme erhebt. In einer Welt ohne Third-Party-Cookies werden sie zum zentralen Asset für Personalisierung und Kundenbindung.
Generative Engine Optimization (GEO)
Generative Engine Optimization (GEO) bezeichnet die Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Suchsysteme. Das Ziel ist nicht mehr ein hohes Google-Ranking, sondern die Zitierung und Empfehlung durch Large Language Models wie ChatGPT oder Gemini.
Halluzination
Halluzination beschreibt das Phänomen, dass KI-Modelle faktisch falsche Informationen als korrekt ausgeben. Halluzinationsraten liegen je nach Plattform bei 1 bis 7 Prozent der Antworten und bleiben ein Vertrauensproblem für die KI-gestützte Suche.
Large Language Model (LLM)
Ein Large Language Model (LLM) ist ein KI-System, das auf riesigen Textmengen trainiert wurde und natürliche Sprache verstehen sowie generieren kann. Bekannte Beispiele sind GPT von OpenAI, Gemini von Google und Claude von Anthropic.
Owned Media
Owned Media bezeichnet alle digitalen Kanäle, die ein Unternehmen selbst kontrolliert. Dazu zählen die eigene Website, E-Mail-Newsletter und firmeneigene Apps. Im Gegensatz zu Paid und Earned Media unterliegen sie keinen Algorithmus-Änderungen externer Plattformen.
RAG (Retrieval-Augmented Generation)
RAG ist eine Architektur, bei der ein Sprachmodell vor der Antwortgenerierung relevante externe Dokumente abruft. Dadurch liefern KI-Systeme aktuellere und faktengenauere Antworten als Modelle, die ausschließlich auf Trainingsdaten basieren.
Schema Markup
Schema Markup (strukturierte Daten) ist ein standardisiertes Vokabular, mit dem Webseiten ihren Inhalt für Suchmaschinen und KI-Systeme maschinenlesbar kennzeichnen. Korrekt implementiertes Schema Markup erhöht die Chance auf Zitierung in AI Overviews deutlich.
Search Everywhere Optimization
Search Everywhere Optimization erweitert den SEO-Ansatz auf alle Plattformen, auf denen Nutzer suchen. Dazu gehören neben Google auch TikTok, YouTube, Reddit, ChatGPT und Perplexity. Die Strategie reflektiert das fragmentierte Suchverhalten der Nutzer.
Token-Kosten
Token-Kosten bezeichnen die Rechenkosten pro verarbeiteter Texteinheit bei KI-Modellen. Diese Kosten fielen von 30 US-Dollar pro Million Token 2023 auf unter 1 US-Dollar 2025 und bestimmen die Wirtschaftlichkeit KI-gestützter Suchdienste.
Topical Authority
Topical Authority beschreibt die wahrgenommene Fachkompetenz einer Website zu einem bestimmten Themengebiet. KI-Systeme bevorzugen Quellen, die ein Thema umfassend und konsistent über viele zusammenhängende Inhalte abdecken.
Zero-Click-Suche
Eine Zero-Click-Suche liegt vor, wenn ein Nutzer seine Suchanfrage startet, aber auf kein Ergebnis klickt. Die Antwort wird direkt auf der Suchergebnisseite durch Featured Snippets, Knowledge Panels oder AI Overviews geliefert.
Zero-Party-Daten
Zero-Party-Daten sind Informationen, die Kunden bewusst und freiwillig mit einem Unternehmen teilen. Dazu gehören Präferenzen, Umfrageantworten und Feedback. Sie gelten als die datenschutzfreundlichste Form der Datenerhebung.
SERP-Fragmentierung
SERP-Fragmentierung bezeichnet die zunehmende Aufteilung der Suchergebnisseite in verschiedene Elemente wie Anzeigen, AI Overviews, Featured Snippets und lokale Ergebnisse. Für organische Ergebnisse bleibt dadurch immer weniger Sichtbarkeit.
FAQ

Ist Google als Suchmaschine am Ende?
Google ist bei Weitem nicht am Ende. Mit knapp 90 Prozent Marktanteil und Rekord-Werbeeinnahmen bleibt der Konzern die dominante Kraft im Suchmaschinenmarkt. Die KI-Integration durch AI Overviews und AI Mode zeigt erste Wirkung. Allerdings ändert sich die Art, wie Nutzer suchen, fundamental. Google wird nicht verschwinden, aber sein Monopol auf die Informationssuche schwindet.
Wie viel Traffic verlieren Websites durch KI-Suche?
Die Verluste variieren stark nach Branche. Informationsbasierte Websites verlieren zwischen 15 und 80 Prozent ihres organischen Traffics. Transaktionale und lokale Suchanfragen bleiben weitgehend stabil. Insgesamt sank der organische Referral-Traffic in den USA von 2,3 Milliarden auf 1,8 Milliarden monatliche Besuche zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025.
Lohnt sich Suchmaschinenoptimierung noch?
Ja, aber die Spielregeln ändern sich. Klassisches SEO und die neue Disziplin GEO ergänzen sich. Die Grundlagen guter SEO-Arbeit wie hochwertiger Content, technische Exzellenz und thematische Autorität bilden gleichzeitig das Fundament für KI-Sichtbarkeit. Unternehmen sollten beide Strategien parallel verfolgen.
Sollten Unternehmen für ChatGPT optimieren?
Unbedingt, allerdings nicht ausschließlich. ChatGPT ist die meistgenutzte KI-Plattform, aber je nach Branche und Zielgruppe können Microsoft Copilot, Perplexity oder Google Gemini relevanter sein. Optimieren Sie für die Plattformen, die Ihre Zielgruppe tatsächlich nutzt, statt blind auf ChatGPT zu setzen.
Wie können kleine Unternehmen von der KI-Suche profitieren?
Kleine Unternehmen haben einen strukturellen Vorteil: KI-Systeme bevorzugen nicht automatisch große Marken. Laut Studien können selbst Seiten mit geringer organischer Sichtbarkeit in KI-Antworten zitiert werden, wenn ihre Inhalte spezifisch, faktenreich und thematisch relevant sind. Spezialisierung schlägt Größe.
Wie wirkt sich die KI-Suche auf den Werbemarkt aus?
Der digitale Werbemarkt wächst weiter, wird aber fragmentierter. Googles Werbeeinnahmen steigen noch, doch der Marktanteil schrumpft langsam. Gleichzeitig experimentieren KI-Plattformen wie Perplexity mit Werbeformaten und OpenAI plant ab 2026 die Monetarisierung kostenloser Nutzer durch Affiliate-Marketing und Shopping-Integrationen.
Quellen
Statista - Google: annual advertising revenue 2001-2024 - https://www.statista.com/statistics/266249/advertising-revenue-of-google/ - besucht am 19.02.2026
Statista - Google quarterly revenue 2025 - https://www.statista.com/statistics/267606/quarterly-revenue-of-google/ - besucht am 19.02.2026
Evolv Agency - LLM Statistics 2026: Where 800M Users Are Searching Instead of Google - https://evolvagency.io/learn/generative-search/llm-statistics-2026 - besucht am 19.02.2026
Wallaroo Media - Tracking Market Share of Each LLM Q1 2026 - https://wallaroomedia.com/blog/llm-traffic-market-share-q1-2026/ - besucht am 19.02.2026
Search Engine Land - What 2 million LLM sessions reveal about AI discovery - https://searchengineland.com/2-million-llm-sessions-ai-discovery-468115 - besucht am 19.02.2026
SaaStr - OpenAI Crosses $12 Billion ARR - https://www.saastr.com/openai-crosses-12-billion-arr-the-3-year-sprint-that-redefined-whats-possible-in-scaling-software/ - besucht am 19.02.2026
Click-Vision - Zero Click Search Statistics 2026 - https://click-vision.com/zero-click-search-statistics - besucht am 19.02.2026
Digiday - AI is driving more traffic, but not offsetting zero-click search - https://digiday.com/media/in-graphic-detail-ai-platforms-are-driving-more-traffic-but-not-enough-to-offset-zero-click-search/ - besucht am 19.02.2026
Position Digital - 100+ AI SEO Statistics for 2026 - https://www.position.digital/blog/ai-seo-statistics/ - besucht am 19.02.2026
TTMS - When Will AI Search Beat Google? 2025-2030 Forecast - https://ttms.com/llm-powered-search-vs-traditional-search-2025-2030-forecast/ - besucht am 19.02.2026
IMD - Google vs LLM: The Future Of Search - https://www.imd.org/ibyimd/artificial-intelligence/battle-for-search-dominance/ - besucht am 19.02.2026
DemandSage - Perplexity AI Statistics 2025 - https://www.demandsage.com/perplexity-ai-statistics/ - besucht am 19.02.2026
WebProNews - Perplexity AI Bets Its Future on Subscriptions - https://www.webpronews.com/perplexity-ai-bets-its-future-on-subscriptions-targeting-500-million-in-revenue-by-2026/ - besucht am 19.02.2026
Search Engine Land - How to plan for GEO in 2026 - https://searchengineland.com/plan-for-geo-2026-evolve-search-strategy-463399 - besucht am 19.02.2026
Adtelligent - First-Party Data Monetization Guide 2025 - https://adtelligent.com/blog/ad-tech-insights/first-party-data-monetization-practical-guide-for-publishers/ - besucht am 19.02.2026
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