E.ON verpackt die Energiewende in eine achtteilige YouTube-Reality-Serie. „House of Power“ schickt zwölf Creator in ein technisch aufgerüstetes Einfamilienhaus, samt verdeckter Saboteure. Für Marketing-Entscheider steckt darin mehr als eine Kampagne.

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Die Energiewende bekommt bei E.ON eine eigene Bühne, auf YouTube statt im Werbeblock. Ab dem 13. August 2026 macht das Format „House of Power“ Wärmepumpe und Solaranlage zum Serienstoff. Hinter der Unterhaltung steckt ein Strategiewechsel, der auch kleinere Marken angeht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Acht Folgen à rund 20 Minuten laufen ab dem 13. August 2026 donnerstags auf dem YouTube-Kanal von E.ON Deutschland.
  • Zwölf Creator ziehen drei Wochen in ein Haus, das E.ON mit Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und Energiemanagement ausstattet.
  • Produziert wird das Format von Leonine C_, als Partner sind Google, die Agentur Mawave und Mediaplus an Bord.
  • E.ON tauscht den Werbespot gegen Infotainment, um werbemüde, jüngere Zielgruppen zu erreichen.

Was steckt hinter „House of Power“?

Wärmepumpe mit dampfendem Gitter, Badeente, Filmklappe
Zwölf bekannte Personen wie Schauspieler Axel Stein und Streamer Reeze leben drei Wochen zusammen. Verdeckte Saboteure sabotieren ihre Gruppenaufgaben

Das Konzept borgt sich Versatzstücke aus dem Reality-Fernsehen. Zwölf bekannte Gesichter, darunter Schauspieler Axel Stein und Streamer Reeze aus „7 vs. Wild“, leben drei Wochen zusammen, während verdeckte Saboteure die Gruppenaufgaben unterlaufen.[1]

Parallel modernisiert ein E.ON-Team das Haus vom Keller bis zum Dach: Solaranlage, Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wallbox und ein intelligentes Energiemanagement. Aus jeder Kaufentscheidung, die sonst im Beratungsgespräch versandet, wird eine Challenge.

„Das Format macht sichtbar, wie moderne Energielösungen zusammenspielen, und übersetzt komplexe Themen in unterhaltsamen Infotainment-Content“, sagt Volker Mayr, Leitung Marketing und Vertrieb bei E.ON Energie Deutschland.

Warum wird ein Energiekonzern zum Fernsehproduzenten?

Der eigentliche Hebel ist Vertrauen, nicht Reichweite: Wärmepumpe und Solarspeicher sind teuer, erklärungsbedürftig und mit Skepsis behaftet, und ein 20-Sekunden-Spot räumt diese Zweifel nicht aus.

E.ON kopiert damit ein Muster, das Red Bull mit seinem Media House geprägt hat: Die Marke produziert eigene Inhalte, statt Werbeplätze zu mieten. Auf YouTube, wo klassische Spots weggeklickt werden, zählt eine Marke nur, wenn sie selbst unterhält. Ob dieser Weg trägt, entscheidet die alte Frage, ob Content Marketing überhaupt noch funktioniert.

Selbst Aldi Süd setzt inzwischen auf Sichtbarkeit statt auf Rabatt-Apps und zeigt, wie breit dieses Umdenken reicht.

House of Power verkauft keine Tarife, sondern Aufmerksamkeit für ein sperriges Thema. E.ON setzt damit auf eine Währung, die klassische Energiewerbung längst verspielt hat.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
E.ON „House of Power“ in Zahlen
Die Energiewende als achtteilige YouTube-Reality-Serie, Start 13. August 2026.
8
Folgen à rund 20 Minuten, donnerstags auf YouTube
12
Creator drei Wochen gemeinsam im Einfamilienhaus
5
Technik-Bausteine im Umbau des Hauses
4
Partner: Google, Mawave, Mediaplus, Leonine
Diese fünf Bausteine baut E.ON ins Haus
Photovoltaik
Stromspeicher
Wärmepumpe
Wallbox
Energiemanagement

Was heißt das für Entscheider im Mittelstand?

Das Budget für zwölf Creator hat kaum ein Mittelständler, das Prinzip lässt sich aber im Kleinen kopieren: das eigene Thema erklären, statt Werbeplätze dafür zu kaufen.

Zwei Punkte sind vorher zu klären. Sobald eine Marke die Energiewende feiert, prüfen Gerichte die Aussagen streng, wie das Werbeverbot gegen Lufthansas CO2-Versprechen gezeigt hat; jede Zahl im Video muss belegbar sein. Und weil YouTube bei der Sichtbarkeit inzwischen wie eine Suchmaschine wirkt, zahlt sich langlebiger Erklär-Content doppelt aus, als Kampagne und als auffindbares Archiv.

Der pragmatische Weg führt über einen eigenen Kanal, eine klare Erklär-Story und die Zusammenarbeit mit den passenden Creatoren. Wie das planvoll gelingt, zeigt unser Leitfaden zu den Grundlagen des Content Marketings.

Quelle

[1] Leonine C_: „LEONINE C_ produziert Reality HOUSE OF POWER für E.ON“

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