Der Arbeitsspeicher wird für KI-Rechenzentren zum teuersten Engpass. Der chinesische Chipentwickler Montage Technology überführt nun einen Baustein in die Serienerprobung, der Servern deutlich mehr Speicher verschafft, ohne teure Spezialmodule. Für Betreiber in der DACH-Region entscheidet diese Technik über die Kosten der nächsten KI-Ausbaustufe.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenCXL 3.2 heißt der Standard, mit dem Montage Technology nach eigenen Angaben als erster Anbieter der Branche einen Speichercontroller in Serie erprobt.[1] Der Baustein sitzt zwischen Prozessor und Speicher und hebt eine Grenze auf, an die klassische Server seit Jahren stoßen.
Das Wichtigste in Kürze
- Montage Technology startet die Serienerprobung seines CXL-3.2-Speichercontrollers (MXC), nach eigenen Angaben als erster Anbieter weltweit.
- Der Controller bindet zusätzlichen Speicher über die PCIe-6.x-Leitungen mit bis zu 64 GT/s an und steuert zwei DDR5-Kanäle mit bis zu 8000 MT/s.
- Samsung und SK Hynix haben den Baustein in ihre nächste Speichergeneration übernommen; er läuft auf Servern mit Intel Xeon und AMD EPYC.
- Für KI-Server adressiert CXL die Speicherwand, bei der die Rechenleistung schneller wächst als der anschließbare Arbeitsspeicher.
Was löst CXL 3.2 im Server?

Speicherwand nennt die Branche das eigentliche Problem. Große KI-Modelle verlangen enorme Mengen Arbeitsspeicher, doch jeder Prozessor besitzt nur eine feste Zahl an Speicherkanälen. Ist diese Zahl ausgereizt, hilft kein schnellerer Rechenkern mehr.
Umweg über PCIe schafft Luft. Compute Express Link, kurz CXL, nutzt die vorhandenen PCIe-Leitungen, um zusätzliche DDR5-Module an den Server anzubinden.[2] Der Memory eXpander Controller von Montage bildet die Brücke zum ausgelagerten Speicher, der sich zwischen Servern teilen und in Ebenen staffeln lässt. Genau solche Bausteine treiben den Ausbau der großen KI-Infrastruktur voran.
Warum Samsung und SK Hynix auf CXL setzen
Ökosystem entscheidet über den Erfolg. Der Controller taugt nur so viel wie die Speichermodule, in denen er steckt: Samsung und SK Hynix haben ihn bereits in ihre nächste CXL-Generation aufgenommen und validiert, als Steckkarte und im kompakten EDSFF-Format. Auf der Prozessorseite unterstützt der Baustein Intel Xeon und AMD EPYC.
Zeitpunkt spielt Montage in die Hände. Die Serienerprobung fällt in eine Phase steigender Speicherpreise, in der die KI-Nachfrage die DRAM-Produktion aufsaugt. Wie stark der Halbleitermarkt an dieser Wette hängt, zeigte zuletzt der Ausverkauf bei SK Hynix. Die öffentliche Vorstellung folgt Anfang August auf der CXL DevCon und der Speichermesse FMS in Santa Clara.
Der Arbeitsspeicher wird im KI-Rechenzentrum zur eigentlichen Kostenfrage. Mit CXL lassen sich vorhandene DDR5-Module weiternutzen, statt jede Ausbaustufe mit knappen Premium-Chips zu bezahlen.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Speichermodule im Test
Samsung und SK Hynix, als Steckkarte (AIC) und im kompakten EDSFF-Format
Serverplattformen
Intel Xeon und AMD EPYC, für Speichererweiterung, Pooling und gestaffelte Ebenen
Was bringt CXL 3.2 europäischen Rechenzentren?
Kostenhebel zählt hier am meisten. Der teure Speicher trifft europäische Betreiber genauso wie asiatische, und der Kapazitätshunger der KI verschärft die Lage. Ein Controller, der Standard-DDR5 poolt und bestehende Hardware länger nutzbar hält, senkt die Rechnung für jedes neue Cluster, auch in den großen deutschen Rechenzentren.
Souveränität kommt als zweite Frage hinzu. Dass ausgerechnet ein chinesischer Anbieter einen offenen Industriestandard zuerst in Serie bringt, während der EU Chips Act eigene Kapazitäten aufbaut, legt die Lücke bei der europäischen Chip-Souveränität offen. Planen Sie eine KI-Infrastruktur, gehören CXL-fähige Server jetzt in die Beschaffung, und der Speicher sollte nicht länger fest an einzelne Knoten hängen.
Quellen
[1] Montage Technology: „Montage Technology Announces Industry-First Trial Production of CXL 3.2 MXC Chip“
[2] CXL Consortium: „Compute Express Link: An open industry standard interconnect“
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