Billige China-E-Autos: Der Restwert ist der Haken

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Billige China-E-Autos: Der Restwert ist der Haken

Chinesische E-Autos locken mit Kampfpreisen, doch beim Wiederverkauf folgt die Ernüchterung. Neue DAT-Zahlen zeigen einen doppelt so schnellen Restwertverfall wie im Gesamtmarkt. Für Leasingnehmer und Flottenverantwortliche wird das schnell teuer.

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Der Restwert chinesischer E-Autos fällt derzeit schneller, als vielen Käufern lieb ist. Das günstige Schnäppchen von gestern steht heute mit einem ernüchternden Inzahlungnahme-Angebot da. Aus dem vermeintlichen Sparmodell wird so schnell ein Rechenfehler.

Das Wichtigste in Kürze

  • Chinesische E-Autos und Plug-in-Hybride verlieren laut DAT doppelt so schnell an Wert wie der Marktdurchschnitt.
  • Der Restwert sank von 61 % Anfang 2024 auf 47,2 % im April 2026, ein Minus von 14 Punkten.
  • Leasinggesellschaften verlangen teils einen Ausgleich vorab, bevor sie chinesische Modelle übernehmen.
  • Knapp jeder zweite Verbraucher zweifelt, ob es manche China-Marken in fünf Jahren noch gibt.

Warum bricht der Restwert so schnell ein?

Auto aus Eis auf Teller, schmelzend, orangefarbenes Preisschild mit „-53%“ Aufschrift
Chinesische E-Autos und Plug-in-Hybride verlieren deutlich an Restwert: von 61 % auf 47,2 % in zwei Jahren

Die Deutsche Automobil Treuhand hat die Restwerte chinesischer Stromer und Plug-in-Hybride ausgewertet, und das Ergebnis fällt deutlich aus. Innerhalb von gut zwei Jahren sackte der durchschnittliche Restwert von 61 % Anfang 2024 auf 47,2 % im April 2026. Der Gesamtmarkt für dieselben Antriebe gab im selben Zeitraum nur 7 Punkte nach, die chinesischen Marken dagegen 14. Ein doppelter Wertverlust also.

Hinter den Zahlen steckt vor allem Unsicherheit. Viele Käufer fragen sich, ob einzelne Marken den deutschen Markt langfristig bedienen. Sorgen um Service, Ersatzteile und Händlernetz lassen vorsichtige Gebrauchtkäufer zögern, und dieses Zögern drückt die Preise. Das hohe Innovationstempo verschärft die Vertrauensfrage, weil aktuelle Modelle schon nach Monaten veraltet wirken.

Ein Kampfpreis im Schaufenster nützt wenig, wenn die Inzahlungnahme drei Jahre später zum Minusgeschäft wird. Vertrauen lässt sich nicht rabattieren, sondern muss über Jahre verdient werden.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was bedeutet das für Ihre Flotte?

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Vorsichtigere Restwerte treiben die Leasingraten chinesischer Modelle spürbar nach oben.

Für Flottenbetreiber verschiebt sich die Rechnung spürbar. Leasinggesellschaften kalkulieren die Restwerte chinesischer Modelle inzwischen vorsichtiger, was die Leasingrate nach oben treibt. Manche Anbieter behalten die Fahrzeuge länger, um den Wertverlust über mehr Jahre zu strecken. Ob sich E-Auto-Leasing im Gewerbe rechnet, hängt damit stärker denn je vom konkreten Modell ab.

Unter Druck stehen längst nicht nur China-Marken. In Großbritannien war ein drei Jahre alter Stromer zuletzt nur noch 38 % seines Neupreises wert, in Deutschland, Frankreich und Spanien immerhin 46 %. Wie tief der Wertverlust beim Elektroauto generell reicht, ordnet auch der Blick auf die aktuellen EU-Neuzulassungen ein: Hohe Rabatte auf Neuwagen drücken zugleich die Preise junger Gebrauchter.

Prüfen Sie vor dem nächsten Flotten-Deal nicht nur Listenpreis und Rate, sondern die kalkulierte Restwertquote und die Marktpräsenz des Herstellers. Ein Modell prüfen, das ein stabiles Händlernetz und belastbare Batteriedaten mitbringt, schützt Ihre Bilanz besser als der niedrigste Einstiegspreis.

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Markus Seyfferth
Autor
ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
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