Australien geht mit einem Pflichtregister gegen betrügerische SMS vor. Ab dem 1. Juli 2026 müssen Firmen ihre Absenderkennungen anmelden, sonst landen ihre Nachrichten im Verdachtsordner. Für Unternehmen mit Kundenkommunikation per SMS ist das ein Modell, das auch Europa erreichen könnte.

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Das neue SMS-Absenderregister der Medienaufsicht ACMA verlangt, dass jede als Markenname angezeigte Kennung registriert ist. Ohne Anmeldung werden die Nachrichten auf dem Empfängergerät als „nicht verifiziert“ markiert. Hinter der Regel steht eine Welle von Betrugs-SMS.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 1. Juli 2026 müssen in Australien alle Marken-Absenderkennungen für SMS registriert sein.
  • Nicht registrierte Marken-SMS erscheinen als „nicht verifiziert“ und werden gebündelt angezeigt.
  • Die Anmeldung läuft über die Mobilfunkanbieter und setzt eine gültige Firmennummer voraus.
  • Australier verloren allein in neun Monaten 2025 rund 13,8 Millionen australische Dollar (etwa 8 Millionen Euro) durch SMS-Betrug.

Wie stoppt das Register den Betrug?

Zwei weiße Umschläge, links mit grünem Siegel, rechts mit kleiner Brille
Register bindet Markenabsender an geprüfte Firmen und verhindert, dass Betrüger Banken- oder Paketdienst-Namen fälschen

Das Register macht jede Marken-Absenderkennung nachvollziehbar und bindet sie an eine geprüfte Firma. Betrüger können den Namen einer Bank oder eines Paketdienstes dann nicht mehr einfach fälschen, weil nur der registrierte Inhaber ihn nutzen darf.

Smishing lebt davon, dass im Absenderfeld ein vertrauter Markenname steht. Genau diesen Trick nimmt das Register ins Visier. Für die Anmeldung einer Kennung braucht der Versender eine aktive australische Firmennummer und muss die Rechte an Marke oder Domain nachweisen.

Nicht registrierte Marken-Nachrichten verschwinden nicht, werden aber sichtbar entwertet. Auf dem Gerät erscheinen sie als „nicht verifiziert“ und landen gesammelt in einem eigenen Verlauf. Diese Markierung signalisiert dem Empfänger, dass Vorsicht angebracht ist.

Ein Absenderregister verschiebt die Beweislast zurück zum Versender, wo sie hingehört. Genau dieser Hebel fehlt im deutschen Kampf gegen Betrugs-SMS bislang.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was heißt das für Unternehmen in der DACH-Region?

Silberner Locher, Sonnenbrille, Münze auf weißem Grund
Australien führt SMS-Registerregeln ein. Deutsche Firmen sollten Absenderkennungen dokumentieren und verifizierte Versandwege nutzen, um SMS-Betrug zu bekämpfen

Ein vergleichbares Pflichtregister gibt es in Deutschland noch nicht, doch der Druck wächst. Firmen, die per SMS mit Kunden kommunizieren, sollten ihre Absenderkennungen schon jetzt dokumentieren und auf verifizierte Versandwege achten.

Australische Tochterfirmen oder Dienstleister deutscher Unternehmen sind direkt betroffen und sollten die Frist im Blick behalten. Für den Heimatmarkt liefert das Modell eine Blaupause, falls die EU nachzieht. Sichere Kommunikation und sauberer Markenschutz zahlen ohnehin auf das Vertrauen der Kunden ein. Vorbereitung kostet wenig und erspart später Hektik.

Der australische Schritt zeigt, dass Plattform-Regeln gegen Betrug wirken können, wenn sie verpflichtend sind. Freiwillige Lösungen haben das Smishing-Problem bisher nicht gelöst. Ein klarer Standard nützt am Ende seriösen Absendern wie Empfängern.

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