Aldi Süd betritt Südostasien nicht mit einem eigenen Filialnetz, sondern mit einem Scheck. Der Discounter übernimmt einen Minderheitsanteil am philippinischen Hard-Discounter Dali, der seit 2020 auf rund 1.300 Läden gewachsen ist. Aldi vermeidet so den teuren Alleingang in einem der wachstumsstärksten Konsummärkte Asiens.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAldi Süd baut seine Präsenz in Asien aus, ohne einen einzigen eigenen Laden zu eröffnen. Der Discounter aus Mülheim übernimmt einen Minderheitsanteil am philippinischen Filialisten Dali und fasst damit erstmals außerhalb Chinas auf dem Kontinent Fuß.
Das Wichtigste in Kürze
- Aldi Süd übernimmt einen Minderheitsanteil am philippinischen Hard-Discounter Dali; Kaufpreis und Höhe des Anteils bleiben offen.
- Dali betreibt rund 1.300 Filialen (Stand September 2026) und kopiert das europäische Discount-Modell mit schmalem Eigenmarken-Sortiment.
- Für Aldi Süd ist es der zweite Asien-Markt nach China, wo der Konzern bisher erst rund 90 Läden führt.
- Das lokale Management bleibt an Bord, Aldi steuert Kapital für die Expansion bei und nicht das operative Tagesgeschäft.
Was genau kauft Aldi Süd?

Über Kaufpreis und Höhe des Anteils schweigen beide Seiten. Fest steht nur die Richtung: Aldi Süd sichert sich eine Beteiligung an der Dali Corporation, einer der am schnellsten wachsenden Lebensmittelketten der Philippinen.[1] Minderheitsanteil bleibt das Stichwort, die Kontrolle behält das bestehende Führungsteam.
Dali kopiert seit 2020 das europäische Hard-Discount-Modell mit wenigen tausend Artikeln, einem hohen Eigenmarken-Anteil und bewusst schlichten Läden. Rund 1.300 Filialen zählt die Kette heute, betrieben von lokalen Managern, die auch nach dem Einstieg das Tagesgeschäft führen. Vertrautes Konzept, fremder Markt.
Warum eine Minderheit statt eigener Läden?
Ein eigener Filialaufbau auf mehr als 7.000 Inseln wäre teuer, langsam und riskant. Aldi Süd kauft sich stattdessen in einen Betreiber ein, der das Discount-Prinzip in diesem Markt schon bewiesen hat, und spart sich Immobiliensuche, Lieferantennetz und Personalaufbau. Zugekauftes Tempo ersetzt den mühsamen Start bei null.
Das lokale Management bleibt entscheidend, Aldi liefert vor allem Kapital für neue Standorte, Jobs und Lieferantenpartnerschaften. Zum Aldi-Prinzip gehört diese bewusste Reduktion, wie schon der Verzicht auf ein eigenes Bonusprogramm zeigt. Finanzvorstand Marcus Almeling ordnet den Schritt so ein: „Die Philippinen sind ein wachstumsstarker Markt mit hoher Nachfrage nach guten Lebensmitteln zu niedrigen Preisen, und Dali ist gut aufgestellt, um sie im großen Maßstab zu bedienen.“[1] Kapital statt Kommando beschreibt die Rollenteilung.
Aldi kauft sich keine Filialen, sondern ein fertiges Discount-Playbook auf Philippinisch. Der Konzern spart sich damit die teuersten Lehrjahre und lässt die Leute vor Ort weiterentscheiden.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was der Deal über Aldis Asien-Strategie verrät
Für einen Handelskonzern, der in den USA zuletzt sogar Kroger überholt hat, geht Aldi Süd in Asien auffällig vorsichtig vor. In China betreibt der Discounter nach mehreren Jahren erst etwa 90 Läden, ein Neustart auf eigene Faust in Manila würde ähnlich zäh beginnen. Westliche Ketten wie Tesco oder Carrefour zogen sich aus mehreren asiatischen Märkten wieder zurück, nachdem ihnen lokale Wettbewerber davongelaufen waren. Gelernte Vorsicht prägt deshalb das Vorgehen.
Andere deutsche Händler gehen andere Wege ins Ausland, etwa Kaufland mit einem reinen Online-Marktplatz ohne eigene Filiale. Für deutsche Entscheider steckt in Aldis Weg eine übertragbare Formel: Ein Einstieg über eine Minderheit an einem erprobten Betreiber sichert den Marktzugang, ohne das volle Kapital und Risiko eines Alleingangs. So lässt sich lokales Wissen mitnutzen, statt es teuer selbst aufzubauen.
Ob die Wette aufgeht, zeigt sich daran, wie schnell Dali in den nächsten Quartalen weiter wächst. Für Unternehmen mit Auslandsambitionen lohnt der Blick auf das Muster: eine Minderheitsbeteiligung an einem lokalen Marktführer kostet weniger Nerven als der eigene Markteintritt und hält die Tür für mehr offen. Beobachten sollten Handelsentscheider vor allem, ob Aldi den Anteil später aufstockt.
FAQ: Aldi Süd und der Discounter Dali
Was ist Dali auf den Philippinen?
Dali ist eine philippinische Hard-Discount-Kette, 2020 gegründet und bis September 2026 auf rund 1.300 Filialen gewachsen. Das Sortiment setzt auf wenige tausend Artikel, einen hohen Eigenmarken-Anteil und niedrige Preise, ähnlich dem europäischen Discount-Modell von Aldi und Lidl.
Wie viel zahlt Aldi Süd für den Anteil an Dali?
Aldi Süd und Dali haben weder den Kaufpreis noch die Höhe des Anteils veröffentlicht. Bestätigt ist nur, dass Aldi Süd eine Minderheitsbeteiligung übernimmt und die Investition Expansion, Arbeitsplätze und Lieferantenpartnerschaften bei Dali finanzieren soll.
In welchen Ländern ist Aldi Süd in Asien aktiv?
Vor dem Einstieg bei Dali war Aldi Süd in Asien nur in China aktiv, dort mit rund 90 Filialen. Die Philippinen sind damit der zweite asiatische Markt des Discounters, diesmal aber über eine Beteiligung statt über eigene Läden.
Bleibt Dali eigenständig?
Ja. Dali wird weiter vom bestehenden lokalen Management geführt, das die volle operative Verantwortung behält. Aldi Süd steuert Kapital für die weitere Expansion bei, greift aber nicht in das Tagesgeschäft der philippinischen Kette ein.
Warum kauft Aldi Süd nur eine Minderheit?
Eine Minderheitsbeteiligung senkt Kapitaleinsatz und Risiko, zugleich nutzt Aldi Süd das Wissen eines erprobten lokalen Betreibers. Aldi Süd spart sich so den teuren Aufbau eines eigenen Filialnetzes auf mehr als 7.000 Inseln und sichert sich trotzdem einen Fuß in einem wachstumsstarken Markt.
Quelle
[1] ALDI SÜD Group: Newsroom, Mitteilung zur Minderheitsbeteiligung an Dali (Philippinen), September 2026
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