Ein physikalisch korrektes Schwarzes Loch lässt sich seit dieser Woche per WebXR in den eigenen Wohnraum stellen, ganz ohne Installation. Hinter der Demo steht Alexander Plavin, ein Astronom, der beruflich mit Raytracing- und Strahlungstransport-Simulationen arbeitet. Für Entscheider ist weniger die Astrophysik interessant als der Auslieferungsweg dahinter.

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Drei Wege in dieselbe Szene

Ein schwarzer Kreis hängt auf einer weißen Wand und wirft einen Halo-Effekt
Die Anwendung läuft im Browser, in AR auf dem Smartphone und in VR auf dem Headset. Ein dritter Modus zeigt Verzerrungen über das Kamerabild und visualisiert Lichtablenkung im gekrümmten Raum

Die Anwendung läuft zunächst schlicht als Bild im Browserfenster, auf jedem Gerät und in jedem aktuellen Browser. Über WebXR wandert dieselbe Szene anschließend in den Raum, per Augmented Reality auf dem Smartphone oder per Virtual Reality auf einem Headset. Ein dritter Modus legt die Verzerrung direkt über das Livebild der Kamera.

Sichtbar wird dabei die Lichtablenkung im gekrümmten Raum. Was hinter dem Objekt liegt, biegt sich um den Rand herum ins Blickfeld, und die Umgebung des eigenen Zimmers verzieht sich mit.

Warum die Verpackung zählt

Eine vergleichbare Simulation als native App zu verteilen, hieße bis vor Kurzem: zwei Codebasen, zwei Store-Freigaben und ein Installationsschritt, an dem die Hälfte der Interessenten abspringt. Das Projekt zeigt, dass ein Link inzwischen ausreicht.

Genau darin liegt der Nutzen für Unternehmen. Produktkonfiguratoren, Schulungsszenarien und Maschinendarstellungen im Vertriebsgespräch brauchen keine App mehr, sondern eine URL und ein Gerät, das der Kunde ohnehin dabeihat.

Die Grenzen der Technik

Ganz ohne Einschränkungen kommt der Weg nicht aus. Die Unterstützung für WebXR fällt je nach Browser und Betriebssystem unterschiedlich aus, Apple hat sich lange zurückgehalten, und rechenintensive Szenen fordern die Grafikeinheit eines Telefons spürbar. Für eine Demo trägt das, für eine Dauerbelastung im Außendienst gehört die Leistung vorab getestet.

Der eigentliche Fortschritt steckt nicht in der Physik, sondern im Wegfall des Installationsschritts. Jede Hürde zwischen Interesse und Erlebnis kostet Kunden, und eine App-Installation im Verkaufsgespräch ist die teuerste Hürde von allen.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was Sie daraus mitnehmen

Testen Sie WebXR an einem kleinen, klar umrissenen Anwendungsfall, bevor ein Budget für native Apps freigegeben wird. Welche Rolle die Frontend-Architektur dabei spielt, ordnet unser Beitrag zur Wahl des Tech-Stacks für mobile Anwendungen ein, und passende Werkzeuge für den Prototyp sammelt die Übersicht der Webdesign-Tools.

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