Mutares verkauft den slowenischen Autozulieferer Cimos zurück an dessen Management, gestützt vom Investor Vero Automotive. Cimos steht für rund 120 Millionen Euro Umsatz und etwa 1.350 Beschäftigte, übernommen hatte der Sanierungsspezialist die Firma erst 2022. Der Schritt gehört zu einem gezielten Rückzug aus dem Autozuliefergeschäft.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer Verkauf des Autozulieferers Cimos zeigt, wie eng der Ausstieg aus dem Verbrennergeschäft inzwischen wird. Statt an einen Konzern oder Finanzinvestor geht die Firma an ihr eigenes Management, das sich den Kauf mit dem Branchenspezialisten Vero Automotive absichert.
Das Wichtigste in Kürze
- Mutares verkauft Cimos (rund 120 Millionen Euro Umsatz, etwa 1.350 Beschäftigte) an das eigene Management, gestützt vom Investor Vero Automotive.
- Der Sanierer hatte Cimos erst 2022 übernommen und in die Plattform FerrAl United eingegliedert.
- Mit dem Verkauf reduziert Mutares gezielt sein Engagement im Segment Automotive und Mobility.
Was hat Mutares mit Cimos gemacht?

Mutares verkauft Cimos an das eigene Management, unterstützt vom Investor Vero Automotive. Die slowenische Gruppe fertigt Aluminium- und Eisengussteile sowie bearbeitete Komponenten für die Autoindustrie, darunter Turboladerteile und Leichtbaulösungen für Lenkung, Fahrwerk und Bremse.[1]
Übernommen hatte der Münchner Sanierungsspezialist Cimos 2022 und danach in die Beteiligungsplattform FerrAl United eingegliedert, die Guss- und Schmiedeteile bündelt. Rund 120 Millionen Euro Umsatz und etwa 1.350 Stellen wechseln damit den Eigentümer. Wie bei früheren Verkäufen, etwa dem Terpengeschäft von Symrise, gibt Mutares eine sanierte Einheit wieder ab, sobald sie steht.
Warum verkauft ein Sanierer ausgerechnet ans Management?
Ein Verkauf an das eigene Management ist oft das Zeichen, dass sich kein strategischer Käufer findet. Mutares kauft angeschlagene Randbereiche großer Konzerne, saniert sie und verkauft sie mit Gewinn weiter. Bei einem Zulieferer für Verbrennerteile bleibt der Kreis möglicher Käufer klein, weil Wettbewerber selbst sparen und Finanzinvestoren die Antriebswende scheuen.
Cimos fertigt unter anderem Turboladerteile, ein Geschäft, das mit jedem Elektroauto schrumpft. Der Management-Buy-out mit einem Branchenpartner ist dann der pragmatische Ausweg: Das Team kennt die Werke, Vero Automotive bringt Kapital und Autokompetenz. Denselben Weg gehen viele Zulieferer, die ihr Verbrennergeschäft nicht mehr loswerden, während Konzerne wie ZF ihre Antriebssparte selbst verkleinern.
Ein Zulieferer, den nicht einmal ein Sanierer wie Mutares länger halten will, findet auch keinen strategischen Käufer mehr. Bei Verbrennerteilen bleibt oft nur der Management-Buy-out.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für die deutschen Autozulieferer?
Für Zulieferer mit hohem Verbrenneranteil wird das Zeitfenster für einen sauberen Verkauf enger. Der Fall Cimos folgt einem Muster, das schon der Verkauf von Magnas Autolicht an Mutares gezeigt hat: Für reine Verbrennertechnik zahlen Käufer kaum noch Aufschläge. Der Ausstieg läuft heute über Management-Buy-outs oder Notverkäufe, wie der Abbau bei Aumovio und der Verkauf des VW-Werks Osnabrück an Aurelius zeigen.
Für Geschäftsführer im Zulieferbereich heißt das: Produktlinien früh diversifizieren, bevor der Verbrenneranteil zur Bremse beim Verkauf wird. Ein spezialisierter Investor wie Vero Automotive kann eine Brücke bauen, ersetzt aber keine Nachfrage nach den Teilen selbst.
Der Verkauf von Cimos ist für Mutares ein Routineschritt, für die Branche ein Signal. Zulieferer sollten ihren Verbrenneranteil nüchtern bewerten und Exit-Optionen früh prüfen, solange Käufer wie Vero Automotive noch zugreifen.
FAQ: Mutares verkauft Cimos
Was ist ein Management-Buy-out?
Bei einem Management-Buy-out kauft das bestehende Führungsteam das Unternehmen, das es leitet, oft mit einem Finanz- oder Branchenpartner im Rücken. Bei Cimos übernimmt das Management gemeinsam mit dem Investor Vero Automotive.
Wer ist Vero Automotive?
Vero Automotive ist ein auf die Autozulieferindustrie spezialisierter Investor, der das Management von Cimos beim Kauf unterstützt. Solche Branchenpartner bringen Kapital und Fachwissen, wenn klassische Käufer fehlen.
Was ist FerrAl United?
FerrAl United ist die Beteiligungsplattform von Mutares für Guss-, Schmiede- und bearbeitete Teile der Autoindustrie. Cimos war seit 2022 Teil dieser Plattform und wird nun herausgelöst.
Warum zieht sich Mutares aus dem Automotive-Geschäft zurück?
Mutares reduziert sein Engagement im Segment Automotive und Mobility gezielt, weil Zulieferer mit hohem Verbrenneranteil schwerer zu sanieren und zu verkaufen sind. Der Cimos-Verkauf ist ein Schritt in diesem Rückzug.
Was produziert Cimos?
Cimos fertigt Aluminium- und Eisengussteile sowie bearbeitete Komponenten für die Autoindustrie, darunter Turboladerteile und Leichtbaulösungen für Lenkung, Fahrwerk und Bremse. Die Werke stehen in Slowenien, Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina.
Quelle
[1] Mutares SE & Co. KGaA: „Mutares verkauft Cimos an dessen Management mit Unterstützung des Investors Vero Automotive“ (18. September 2026)
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