Die Klub-WM hat 1,61 Milliarden Euro umgesetzt und 757 Millionen Euro an die 32 Klubs ausgeschüttet. Trotzdem sprechen Jürgen Klopp und FIFPRO von einem Verbrechen am Spielkalender. Die Zahlen sagen das eine, der sportliche Schaden das andere.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie FIFA hat im Sommer 2025 das größte Klubturnier der Geschichte ausgerichtet und meldete im März 2026 Rekord-Einnahmen. Gleichzeitig spielten die Bayern in Charlotte bei über 40 Grad gegen Benfica, die Spielergewerkschaft FIFPRO warnte vor Gesundheitsgefahren, und im Lumen Field von Seattle saßen 12.000 Zuschauer in einer Halle für 69.000.
Wer bei einem solchen Auseinanderfallen von Zahlen und Substanz keine kaufmännische Sezierung vornimmt, hat das Geschäftsmodell nicht verstanden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Klub-WM 2025 spielte 1,61 Milliarden Euro brutto ein und schüttete 757 Millionen Euro an die 32 teilnehmenden Klubs aus
- Chelsea kassierte als Turniersieger 99,6 Millionen Euro, Auckland City als Schlusslicht nur 3,98 Millionen Euro
- DAZN zahlte rund 870 Millionen Euro für die Medienrechte, kurz nach dem Einstieg eines saudischen Staatsfonds mit 10 Prozent
- Die Stadionauslastung lag im Schnitt bei 53 Prozent, sieben der elf Spielstätten erreichten nicht einmal die Hälfte ihrer Kapazität
Was hat die Klub-WM eingespielt?

Die FIFA hat im März 2026 erstmals offizielle Zahlen vorgelegt. Das Turnier mit 32 Mannschaften generierte Einnahmen von 1,61 Milliarden Euro, sechs Prozent mehr als ursprünglich geplant. So berichtet Sky Sport unter Berufung auf den FIFA-Jahresabschluss.
Der Weltverband konnte sein Gesamtbudget für 2025 dadurch um neun Prozent übertreffen und meldete für den Vierjahres-Zyklus 2023 bis 2026 einen Erfüllungsgrad von 93 Prozent zum Stichtag 31. Dezember 2025.
Drei Säulen tragen das Einnahmenmodell. Die größte Säule sind die Medienrechte: DAZN zahlte fast 870 Millionen Euro für die weltweiten Übertragungsrechte. Eine Summe, die die Sportschau in einen Größenvergleich rückt, indem sie diese auf das Niveau der gesamten nationalen Bundesliga-Rechte für eine Saison verortet.
Die zweite Säule ist das Sponsoring mit rund 435 Millionen Euro Erlös.
Die dritte Säule, der Ticketverkauf, sollte ursprünglich rund 435 Millionen Euro beisteuern, blieb in der Praxis aber deutlich darunter, weil die FIFA die Preise im Turnierverlauf mehrfach senken musste.
Auf der Ausgabenseite stehen 757 Millionen Euro Preisgeld an die Klubs, ein Solidaritätstopf von 217 Millionen Euro für nicht teilnehmende Vereine und ein Absicherungsfonds von 32 Millionen Euro für künftige Turniere. FIFA-Präsident Gianni Infantino versprach, der Verband behalte selbst keinen Cent.
Diese Zusage steht im Raum, lässt sich aber an einer entscheidenden Stelle nicht prüfen: Die Refinanzierung der Organisationskosten durch die FIFA selbst bleibt bilanziell undurchsichtig.
| Posten | Wert in Euro |
|---|---|
| Gesamteinnahmen FIFA | 1,61 Mrd. |
| davon Medienrechte (DAZN) | ca. 870 Mio. |
| davon Sponsoring | ca. 435 Mio. |
| Preisgeld an 32 Klubs | 757 Mio. |
| Solidaritätstopf für Nicht-Teilnehmer | 217 Mio. |
| Absicherungsfonds | 32 Mio. |
| Turniersieger Chelsea | 99,6 Mio. |
| Schlusslicht Auckland City | 3,98 Mio. |
Wie hoch ist das Preisgeld der Klub-WM 2025?

Das Preisgeldmodell der FIFA folgte einer Zwei-Komponenten-Logik. 525 Millionen US-Dollar wurden als Teilnahmebeteiligung leistungsunabhängig ausgeschüttet, gestaffelt nach Kontinent und in Europa zusätzlich nach einem sportlich-kommerziellen Ranking.
Die zwölf europäischen Klubs erhielten je nach Einstufung zwischen 12,8 und 38,2 Millionen US-Dollar Antrittsgeld. Südamerikanische Teilnehmer bekamen 15,21 Millionen, Klubs aus den restlichen Konföderationen 9,55 Millionen US-Dollar.
Die zweiten 475 Millionen US-Dollar verteilte die FIFA leistungsabhängig. Zwei Millionen US-Dollar pro Sieg in der Gruppenphase, eine Million US-Dollar pro Unentschieden. Das Achtelfinale brachte zusätzlich 7,5 Millionen, das Viertelfinale 13,125 Millionen, das Halbfinale 21 Millionen, das Finale 30 Millionen und der Turniersieg weitere 40 Millionen US-Dollar.
Wer alle sieben Spiele gewann, konnte rein über die sportliche Leistung 117,625 Millionen US-Dollar einnehmen, plus Antrittsgeld. So wurde der theoretische Höchstwert von 125,8 Millionen US-Dollar kalkuliert, vorgerechnet vom kicker.
Im Vergleich liegt die Champions League nominell höher: Bis zu 160 Millionen Euro kann ein Sieger dort einnehmen. Allerdings für mindestens 16 Spiele über eine ganze Saison, nicht für maximal sieben Partien in vier Wochen. Die Klub-WM ist damit pro Spieltag deutlich profitabler als jeder andere Klubwettbewerb der Welt.
Genau dieser Hebel ist das Argument, mit dem die FIFA die Klubs überzeugte. Gemessen am Stundenlohn auf dem Platz schlägt die Klub-WM die Champions League, die Bundesliga und sämtliche nationale Pokale.
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Welcher Klub hat wie viel kassiert?

Das Abschlussranking der 32 Klubs zeigt eine Spreizung von 1:25. Chelsea als Turniersieger spielte 114,5 Millionen US-Dollar ein, was umgerechnet rund 99,6 Millionen Euro entspricht. PSG als Finalist landete ähnlich hoch. Der FC Bayern erreichte das Viertelfinale und kassierte etwa 51 Millionen Euro brutto. Borussia Dortmund landete einen Platz hinter dem FC Bayern.
| Klub | Endplatzierung | Einnahme in € |
|---|---|---|
| Chelsea | Sieger | 99,6 Mio. |
| PSG | Finalist | 93,9 Mio. |
| Real Madrid | Halbfinale | 71,4 Mio. |
| Fluminense | Halbfinale | 53,5 Mio. |
| FC Bayern | Viertelfinale | 50,9 Mio. |
| Borussia Dortmund | Viertelfinale | 46,5 Mio. |
| RB Salzburg | Gruppenphase | 16,5 Mio. |
| Auckland City | Gruppenphase | 3,98 Mio. |
Werte für Chelsea, PSG und Auckland gemäß kicker-Abschlussranking, übrige Klubs ergänzt durch DAZN-Berechnungen. Wechselkurs: 1 USD = 0,87 €, Stichtag 17.05.2026.
Für die europäischen Mittelständler ist das ein vierstelliger Prozent-Effekt auf den Saisonetat. RB Salzburg, das in der Vorrunde ausschied, verdiente 16,5 Millionen Euro und damit mehr als manch ein österreichischer Bundesligist im gesamten Jahr umsetzt. Auckland City aus Neuseeland kassierte trotz drei Niederlagen 3,98 Millionen Euro, ein Betrag, der den ozeanischen Klubfußball für ein Jahrzehnt umkrempelt.
Ein Vergleich mit der heimischen Bundesliga macht die Dimension greifbar. Die SV Elversberg, frisch aufgestiegener Bundesligist aus dem Saarland, arbeitete in der Aufstiegssaison 2024/25 mit einem Gesamtetat von rund 10 Millionen Euro. Chelsea spielte in vier Wochen das Zehnfache ein.
Das Bayern-Geschäftsmodell skaliert auf globaler Marke und hat zusätzlich rund 51 Millionen Euro generiert, ohne dass eine Reform der Bundesliga, ein neuer Sponsor oder ein erfolgreicher Pokalsieg dazu nötig gewesen wäre. Die Spreizung der Bundesliga, die ohnehin als problematisch gilt, ist durch die Klub-WM strukturell zementiert.
Warum war Chelsea der größte Gewinner?

Die 99,6 Millionen Euro für Chelsea hätten in der Champions-League-Saison 2024/25 nach Berechnungen des kicker locker für einen Top-10-Platz in der UEFA-Prämientabelle gereicht. Erspielt wurden sie in nur vier Wochen, gegen Gegner unterschiedlicher Stärke, mit einer Mischung aus Glück im Spielplan und sportlicher Substanz.
Die Mechanik ist hierbei entscheidend. Antrittsgeld plus Leistungspaket schlagen jede klassische Pokal-Logik, weil das fixe Element kein anderer Wettbewerb in dieser Höhe bietet.
Die Champions League verteilt nur einen Teil der Gelder als Startgeld. Den Großteil verteilt die UEFA leistungs- und marktbezogen. Die Klub-WM dagegen sichert den Klubs bereits durch die bloße Teilnahme über die Hälfte der Maximaleinnahmen.
Das ist betriebswirtschaftlich eine andere Liga. Daraus folgt eine Verschiebung des Risikoprofils von der sportlichen Leistung hin zur reinen Qualifikation.
Wer das Klub-WM-Geschäftsmodell ernst nimmt, sollte die Frage stellen, ob ein solcher Mechanismus die sportlichen Anreize verzerrt. Wir haben in unseren Recherchen zum Real-Madrid-Geschäftsmodell gesehen, wie sehr ein einzelner Klub seine Liquidität an den Erfolg in genau diesen Wettbewerben hängt.
Real Madrid kassierte rund 71 Millionen Euro für das Halbfinale, in einer Saison, in der die Barreserven des Vereins zum 31. Dezember 2025 auf 3,4 Millionen Euro kollabierten. Die Klub-WM kam genau zur richtigen Zeit.
Wo verlor die Klub-WM ihre Glaubwürdigkeit?

Die wirtschaftliche Bilanz steht. Das Problem ist die Optik der Geldflüsse. DAZN hat fast 870 Millionen Euro für die weltweiten Medienrechte gezahlt. Kurz zuvor stieg ein saudischer Staatsfonds über eine Tochtergesellschaft mit 10 Prozent bei DAZN ein. Kurz danach vergab die FIFA die WM 2034 nach Saudi-Arabien.
Drei Vorgänge, die in der Summe genau die Beträge spiegeln, die die FIFA als Preisgeld auslobte. So beschreibt es das Medienmagazin DWDL.de in seiner Analyse vom Juli 2025.
Hinzu kam die Vermarktungs-Schwäche. Apple war als globaler Übertragungspartner ursprünglich gesetzt, sprang aber wieder ab. DAZN sprang ein. Die Sponsoring-Akquise verlief zäh. Die FIFA musste Ticketpreise mehrfach senken, weil die Nachfrage für viele Spiele zu schwach war.
Bis kurz vor Anpfiff gab es noch hunderte oder tausende unverkaufte Plätze pro Partie. Die FIFA hat das Turnier wirtschaftlich gerettet. Die strukturelle Schwäche der Nachfrage hat sie nicht behoben.
Im Lumen Field von Seattle verfolgten nur 12.000 Zuschauer das Vorrundenspiel zwischen River Plate und den Urawa Red Diamonds. Die Halle fasst 69.000 Plätze. Beim Spiel zwischen Ulsan HD FC und Mamelodi Sundowns kamen nur 3.412 Zuschauer. Die durchschnittliche Stadionauslastung lag bei rund 53 Prozent, sieben von elf Stadien blieben unter dieser Marke.
Die FIFA reagierte mit gezielter Kamera-Platzierung: TV-nahe Sitze wurden bevorzugt belegt, damit die Übertragungsbilder voller wirkten als die Stadien tatsächlich waren. Eine kosmetische Lösung, die das eigentliche Problem nur verdeckt.
Sind die sportlichen Kosten in den Bilanzen?

Die Antwort lautet nein. Die sportlichen Kosten der Klub-WM tauchen in keiner FIFA-Bilanz auf, weil diese auf die Klubs, die Ligen und die Spieler überwälzt werden. Eine klassische Externalisierung: Wer die Saison 2025/26 als Klub-WM-Teilnehmer beginnen musste, hatte vier Wochen Sommerruhe weniger und gleichzeitig sieben zusätzliche Pflichtspiele im Beine. PSG-Trainer Luis Enrique nannte die Bedingungen Wahnsinn. Niko Kovač, BVB-Trainer, sprach von Wettbewerbsverzerrung wegen der Hitze.
Eine Studie der Queen’s University Belfast, zitiert vom Deutschlandfunk und über die Sportschau verbreitet, bescheinigt zehn der sechzehn WM-2026-Stadien ein „sehr hohes Risiko für extreme Hitzebelastung“. Gefühlte Temperaturen bis 49,5 Grad Celsius seien an einigen Spielorten möglich, „nicht mehr tolerierbar“ für Profisportler.
Die FIFA reagierte mit Cooling-Breaks und Ausweich-Spielen in klimatisierten Stadien. Strukturelle Anpassungen wie frühe Anstoßzeiten oder eine Verlegung in kühlere Monate stehen nicht auf der Agenda, weil diese das TV-Prime-Time-Fenster in Europa und Asien verschieben würden.
Die Spielergewerkschaft FIFPRO hatte schon 2023 vor wachsender Gesundheitsgefahr gewarnt. Die Untersuchungen der Organisation zeigen, dass Spitzenspieler nicht weniger spielen, weil die Kader größer werden, sondern dass etwa acht Spitzenkräfte je Klub die Hälfte aller Pflicht-Minuten absolvieren.
Vinicius Junior, Jude Bellingham, Florian Wirtz: alle drei haben bis zu ihrem 24. Geburtstag mehr Profi-Minuten gespielt als ihre jeweiligen Vorgänger der vorigen Generation. Die Klub-WM ist hierbei ein zusätzlicher Belastungsfaktor, nicht der einzige.
Den ehrlichsten Kommentar lieferte Jürgen Klopp, inzwischen Head of Global Soccer bei Red Bull. Die Klub-WM sei „die schlechteste Idee, die jemals im Weltfußball umgesetzt wurde“, sagte Klopp der Welt am Sonntag.
Eine Idee, auf die nur Menschen kommen könnten, „die mit dem Tagesgeschäft noch nie etwas zu tun hatten oder nichts mehr damit zu tun haben“. Eine Aussage, die als rhetorische Spitze daherkommt und dabei eine strukturelle Wahrheit trifft.
Lohnt sich die Klub-WM betriebswirtschaftlich für die Klubs?

Die kurze Antwort lautet: betriebswirtschaftlich ja, sportlich nein. Die mittelfristige Antwort hängt davon ab, wie man die Opportunitätskosten ansetzt. Ein Klub wie Chelsea hat in vier Wochen mehr verdient als manch ein Bundesligist in einer Saison. Gleichzeitig fehlen den eigenen Spielern vier Wochen Sommerregeneration vor einer Saison mit aufgeblähtem Champions-League-Format.
Die Folge ist eine Erhöhung des Verletzungsrisikos, das sich in höheren Gehalts-Fortzahlungen, längeren Reha-Aufwendungen und mehr Transferspekulationen niederschlägt.
Die Klubs müssen entscheiden, ob diese die 50 bis 100 Millionen Euro Einnahmen gegen die nicht bezifferbaren Folgekosten verrechnen. Der SC Freiburg, der mit 162,8 Millionen Euro Saisonumsatz und null Bankschulden auskommt, hätte mit einer einzigen Klub-WM-Teilnahme rund 25 Prozent seines Jahresumsatzes zusätzlich generieren können. Allerdings nur theoretisch, weil Freiburg sich für die Klub-WM gar nicht qualifizieren konnte.
Genau hier liegt das strukturelle Problem: Die Klub-WM verteilt nach oben, nicht nach unten. Die Solidaritätszahlung von 217 Millionen Euro für Nicht-Teilnehmer entspricht etwa einem Viertel des Preisgeldes für die 32 Teilnehmer, verteilt auf hunderte Klubs weltweit.
Die FIFA plant das Turnier ab 2029 alle vier Jahre und prüft sogar einen Zwei-Jahres-Rhythmus. Bei DAZN, das das Turnier vermutlich weiter überträgt, war die Bilanz trotz aller Probleme positiv: 2,7 Milliarden Zuschauer weltweit, deutlich gestiegene Sichtbarkeit, Rückenwind für die kommende Bundesliga-Saison.
Auch Sat.1 als Sublizenznehmer für die deutschen Klub-Spiele meldete mehr als drei Millionen Zuschauer in der Spitze und Marktanteile über 30 Prozent in der Zielgruppe. So berichtet DWDL.de.
Die Klub-WM ist betriebswirtschaftlich ein Geniestreich und sportlich ein Problem. Wer das eine vom anderen trennt, hat das Geschäftsmodell nicht verstanden.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Die ehrliche Bilanz lautet, dass die Klub-WM aus Sicht der teilnehmenden Klubs finanziell alternativlos geworden ist. Wer 50 bis 100 Millionen Euro liegen lässt, verliert im internen Wettbewerb.
Aus Sicht des gesamten Klubfußballs bleibt die Klub-WM eine weitere Konzentrationsmaßnahme zugunsten der ohnehin reichsten Vereine. Und aus Sicht der Spieler eine zusätzliche Belastung, deren langfristige Folgen erst die nächsten fünf Jahre zeigen werden.
Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe zur Klub-WM

Antrittsgeld
Antrittsgeld ist die leistungsunabhängige Teilnahmebeteiligung an einem Turnier. Bei der Klub-WM 2025 erhielten europäische Klubs zwischen 12,8 und 38,2 Millionen US-Dollar Antrittsgeld, gestaffelt nach einem sportlich-kommerziellen Ranking der FIFA. Antrittsgelder garantieren den Klubs eine planbare Einnahmebasis und reduzieren das wirtschaftliche Risiko der Turnierteilnahme erheblich.
CONMEBOL
CONMEBOL (Confederación Sudamericana de Fútbol) ist der südamerikanische Fußballverband mit Sitz in Asunción, Paraguay. Zehn Mitgliedsverbände gehören dazu, sechs Klubs der CONMEBOL nahmen an der Klub-WM 2025 teil. Südamerikanische Klubs erhielten 15,21 Millionen US-Dollar Antrittsgeld, deutlich weniger als die europäischen Spitzenklubs.
DAZN
DAZN ist ein britischer Sport-Streamingdienst, der die weltweiten Medienrechte an der Klub-WM 2025 für rund 870 Millionen Euro erworben hat. Kurz vor dem Rechtekauf stieg ein saudischer Staatsfonds über eine Tochtergesellschaft mit 10 Prozent bei DAZN ein. Diese zeitliche Nähe sorgte für Kritik an der Vermarktungs-Konstruktion des Turniers.
FIFPRO
FIFPRO (Fédération Internationale des Associations de Footballeurs Professionnels) ist die internationale Spielergewerkschaft mit Sitz in Hoofddorp. FIFPRO kritisierte die Klub-WM bereits 2023 als Belastungsproblem und drohte mit rechtlichen Schritten. Die Gewerkschaft fordert mehr Regenerationszeit und kleinere Wettbewerbe.
Klub-WM
Klub-Weltmeisterschaft (Klub-WM) ist das FIFA-Turnier für die besten Vereinsmannschaften der Welt. 2025 wurde erstmals im neuen 32-Team-Format gespielt, ausgetragen vom 15. Juni bis 13. Juli 2025 in den USA. Sieger wurde der FC Chelsea, der 99,6 Millionen Euro Preisgeld einnahm.
Lumen Field
Lumen Field ist ein Stadion in Seattle mit 69.000 Plätzen. Lumen Field war einer der elf Austragungsorte der Klub-WM 2025. Beim Vorrundenspiel zwischen River Plate und den Urawa Red Diamonds saßen nur 12.000 Zuschauer im Lumen Field, ein Symbol für die schwache Nachfrage in mehreren Klub-WM-Stadien.
MetLife Stadium
MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, war Austragungsort des Finals der Klub-WM 2025 zwischen Chelsea und PSG. Die Arena fasst 82.500 Plätze und wird auch Spielort des Finales der WM 2026. Trotz prominenter Begegnungen blieben Tausende Tickets bis kurz vor dem Finale unverkauft.
Opportunitätskosten
Opportunitätskosten sind die entgangenen Erlöse oder Vorteile, die durch die Wahl einer Handlungsoption gegenüber alternativen Optionen verloren gehen. Im Klub-WM-Kontext beschreiben Opportunitätskosten den sportlichen Wert einer fehlenden Sommerpause: weniger Regeneration, höheres Verletzungsrisiko und potenziell schlechtere Leistungen in den nachfolgenden Wettbewerben.
Solidaritätstopf
Solidaritätstopf bezeichnet bei der Klub-WM 2025 eine Ausschüttung von 217 Millionen Euro an Klubs, die nicht am Turnier teilgenommen haben. Der Topf soll die Spreizung zwischen Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern abmildern. Verteilt wird die Summe auf hunderte Klubs weltweit, die einzelne Auszahlung liegt daher im Bereich von wenigen tausend Euro pro Verein.
TV-Prime-Time-Fenster
TV-Prime-Time-Fenster ist das Sendezeitfenster mit der höchsten Reichweite, in Europa typischerweise zwischen 20 und 22 Uhr. Die FIFA hat die Anstoßzeiten der Klub-WM bewusst an europäische und asiatische TV-Prime-Time-Fenster angepasst, was zu Mittags-Spielen in den USA bei extremer Hitze führte.
UEFA-Klubrangliste
UEFA-Klubrangliste ist eine Vier-Jahres-Wertung, die die Leistung europäischer Klubs in Champions League und Europa League misst. Die zwölf UEFA-Plätze für die Klub-WM 2025 wurden über diese Rangliste vergeben, weshalb sich auch der FC Bayern und Borussia Dortmund qualifizierten, nicht aber der SC Freiburg oder die SV Elversberg.
WBGT-Wert
WBGT-Wert (Wet Bulb Globe Temperature) ist ein meteorologischer Hitze-Indikator, der Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung kombiniert. Die FIFA nutzt den WBGT-Wert als Grundlage für Cooling-Breaks. Experten halten den Wert für zu spät reagierend und fordern frühere Eingriffsschwellen ab 28 Grad WBGT.
FAQ: Klub-WM 2025 als Milliarden-Geschäft mit Geschmäckle

Wie viel Geld bekommt der Sieger der Klub-WM?
Der Sieger der Klub-WM 2025 erhielt theoretisch bis zu 125,8 Millionen US-Dollar Preisgeld. Chelsea spielte als tatsächlicher Turniersieger 114,5 Millionen US-Dollar ein, was umgerechnet rund 99,6 Millionen Euro entspricht. Die Summe setzt sich aus Antrittsgeld und Leistungsprämien zusammen.
Wie viel hat Chelsea bei der Klub-WM verdient?
Chelsea verdiente als Turniersieger 114,5 Millionen US-Dollar (rund 99,6 Millionen Euro) und führte damit das Abschlussranking aller 32 Klubs an. Die Summe hätte in der Champions-League-Saison 2024/25 für einen Top-10-Platz in der UEFA-Prämientabelle gereicht.
Warum gibt es die Klub-WM in diesem Format?
Die FIFA hat die Klub-WM 2025 auf 32 Teams erweitert, um ein zusätzliches Einnahmenfeld jenseits der Nationalmannschafts-WM zu erschließen. FIFA-Präsident Gianni Infantino plant das Turnier alle vier Jahre, mit Option auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus ab 2029. Ziel sind Milliarden-Erlöse aus Medienrechten, Sponsoring und Ticketverkauf.
Wer hat die TV-Rechte an der Klub-WM?
Der Sport-Streamingdienst DAZN hat die weltweiten Medienrechte an der Klub-WM 2025 für rund 870 Millionen Euro erworben. Kurz vor dem Rechtekauf stieg ein saudischer Staatsfonds mit 10 Prozent bei DAZN ein, was zu Kritik an der Konstruktion führte. Für deutsche Klub-Spiele gab DAZN Sublizenzen an Sat.1 weiter.
Wann findet die nächste Klub-WM statt?
Die nächste Klub-WM ist für 2029 geplant, der Austragungsort steht noch nicht fest. Die FIFA prüft alternativ einen Zwei-Jahres-Rhythmus ab 2029. Die nächste Klub-WM würde damit in unmittelbare Konkurrenz zu Champions League, Europameisterschaft und Weltmeisterschaft der Nationalmannschaften treten.
Lohnt sich die Klub-WM für die FIFA?
Ja, die FIFA hat das Turnier 2025 mit 1,61 Milliarden Euro Einnahmen abgeschlossen und damit das ursprüngliche Budget um sechs Prozent übertroffen. Allerdings wurden die Erwartungen an Ticketverkauf und Sponsoring nicht vollständig erfüllt. Die FIFA betont, alle Erlöse gingen an die Klubs zurück, behält aber die Refinanzierung der Organisationskosten bilanziell undurchsichtig.
Quellen
Sky Sport | FIFA steigert Einnahmen im Jahr 2025 deutlich | https://sport.sky.de/fussball/artikel/fifa-steigert-einnahmen-im-jahr-2025-deutlich/13521931/34240 | besucht am 17.05.2026
kicker.de | Abschlussranking: Was die 32 Teams bei der Klub-WM kassierten | https://www.kicker.de/abschlussranking-was-die-32-teams-bei-der-klub-wm-kassierten-1131297/artikel | besucht am 17.05.2026
kicker.de | Bis zu 125 Mio. Dollar: Preisgelder und Verteilung bei der FIFA Klub-WM 2025 | https://www.kicker.de/bis-zu-125-mio-dollar-preisgelder-und-verteilung-bei-der-fifa-klub-wm-2025-1101357/artikel | besucht am 17.05.2026
Sportschau (ARD) | Klub-WM: Wie sie läuft, welche Probleme es gibt | https://www.sportschau.de/fussball/fast-alle-teilnehmer-fuer-klub-wm-2025-stehen-fest-auch-bvb-und-bayern-dabei,klub-wm-fifa-bundesliga-dfl-uefa-machtkampf-geld-medien-einnahmen-eca-fifpro-100.html | besucht am 17.05.2026
Sportschau (ARD) | Klima bei der FIFA Klub-WM: Beunruhigende Aussichten für die Fußball-WM 2026 | https://www.sportschau.de/fussball/mehr-internationale-ligen/duestere-aussichten-fuer-die-wm-2026,klub-wm-202.html | besucht am 17.05.2026
DWDL.de | Die Klub-WM im TV und Streaming: Unbeliebt, aber erfolgreich? | https://www.dwdl.de/magazin/103022/die_klubwm_im_tv_und_streaming_unbeliebt_aber_erfolgreich/ | besucht am 17.05.2026
t-online | Klub-WM: Pfannenstiel: Ab der K.-o.-Phase werden die Stadien voll sein | https://www.t-online.de/sport/fussball/klub-wm/id_100793626/klub-wm-pfannenstiel-ab-der-k-o-phase-werden-die-stadien-voll-sein-.html | besucht am 17.05.2026
sportsbusiness.at | FIFA und DAZN ziehen erste Bilanz zur Klub-WM 2025: 2,7 Milliarden Zuschauer weltweit | https://sportsbusiness.at/fifa-und-dazn-ziehen-erste-bilanz-zur-klub-weltmeisterschaft-2025-27-milliarden-zuschauer-weltweit/ | besucht am 17.05.2026
oe24.at | Milliardengeschäft vs. Spielerbelastung: Was bleibt vom FIFA-Experiment? | https://www.oe24.at/sport/fussball/internationale-klub-bewerbe/milliardengeschaeft-vs-spielerbelastung-was-bleibt-vom-fifa-experiment/640748566 | besucht am 17.05.2026