Kanzleisoftware Vergleich 2026
Das sind die besten 29 Anbieter.

Markus Seyfferth Michael Dobler
Markus Seyfferth
& Michael Dobler
11 Min. Lesezeit
4,7 (52) Bewerten
Alle Angaben verifiziert Monatlich aktualisiert Von Fachredakteuren kuratiert Fokus DACH-Markt
Hellblauer Ordner mit Rückenetikett "AKTE FRIST RECHNUNG" und Wecker-Motiv auf weißem Hintergrund

Eine Berufungsfrist steht nur im Tischkalender der Sekretärin, die Handakte liegt im Büro des Kollegen, und die Vergütungsrechnung wartet seit drei Wochen auf die Freigabe. In vielen Kanzleien hängt der Alltag noch an Papier, Excel-Listen und dem Gedächtnis einzelner Mitarbeitender. Gleichzeitig läuft die Kommunikation mit den Gerichten längst elektronisch, und Mandanten erwarten schnelle Antworten. Eine Kanzleisoftware bündelt Akten, Fristen, Dokumente, Postfach, Zeiterfassung und Abrechnung an einem Ort. Wir haben 29 Anbieter geprüft, von der klassischen Anwaltssoftware für den Arbeitsplatzrechner über Cloud-Lösungen für kleine Kanzleien bis zu Systemen für Notariate und Großkanzleien. Der Ratgeber erklärt, welche Art zu Ihrer Kanzlei passt, worauf Sie bei Fristenkontrolle, beA-Anbindung, Datenschutz und Abrechnung achten, wie der Umstieg gelingt und mit welchen Kosten Sie rechnen.


Kanzleisoftware im Vergleich: Empfohlene Anbieter

j-lawyer.org

Kostenlos und Open Source Windows, Mac und Linux Aktive Community

j-lawyer.org ist eine kostenlose Open-Source-Kanzleisoftware für Rechtsanwaltskanzleien in Deutschland. Sie bietet elektronische Akte, Kalender, E-Mail, Zeiterfassung und beA-Anbindung, läuft auf Windows, Linux und Mac und wird auf eigenem Server betrieben. Eine Cloud-Variante läuft über j-lawyer.CLOUD.

j-lawyer.org Screenshot j-lawyer.org

j-lawyer.org ist eine Open-Source-Kanzleisoftware für Rechtsanwaltskanzleien in Deutschland. Das Projekt ist kostenfrei und ohne Beschränkungen nutzbar und wird gemeinsam mit einer Community weiterentwickelt. Die Software wird auf einem eigenen Kanzleiserver betrieben, Clients stehen für Windows, Linux und Mac bereit. Eine Cloud-Variante wird über j-lawyer.CLOUD angeboten.

Die Software führt eine elektronische Akte mit Adressen, Dokumenten, Kalender, E-Mail und Finanzen. Hinzu kommen Rechnungen, Vorlagen auf Basis von LibreOffice, Zeiterfassung und die Anbindung an das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA); die beA-Integration wird laufend aktualisiert. Falldatenblätter bilden Rechtsgebiete ab, darunter ein Blatt für GwG- und PeP-Prüfungen. Eine App für iOS und Android, Datensicherung und ein KI-Assistent sind verfügbar. Dokumentation, Forum, Wiki und Community-Treffen unterstützen die Einführung.

Die Software selbst ist kostenlos. Kosten können für Zusatzleistungen entstehen, etwa für die vorkonfigurierte Kanzleiserver-Appliance j-lawyer.BOX, für Managed Nextcloud, die Online-Datensicherung oder die Cloud-Nutzung. Eine unverbindliche Testinstallation der Cloud-Variante lässt sich über j-lawyer.CLOUD anfragen.

Das spricht für j-lawyer.org
Kostenlos und offen
Die Kanzleisoftware ist Open Source und kostenfrei nutzbar, ohne Beschränkungen.
beA-Anbindung
Das besondere elektronische Anwaltspostfach ist angebunden, die Integration wird laufend aktualisiert.
Elektronische Akte
Adressen, Dokumente, Kalender und E-Mail sind in der elektronischen Akte zusammengeführt.
Falldatenblätter
Rechtsgebiete und Prüfungen wie GwG und PeP werden über installierbare Falldatenblätter abgebildet.
Eigener Kanzleiserver
Die Software läuft auf dem eigenen Server, wahlweise als j-lawyer.BOX oder in der Cloud.
App für iOS und Android
Zeiterfassung, beA und E-Mails sind in der mobilen App nutzbar.

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Was ist eine Kanzleisoftware, und wer braucht sie?

Hellblauer Ordner mit Rückenetikett "AKTE FRIST RECHNUNG" und Wecker-Motiv auf weißem Hintergrund
Akten, Fristen, Dokumente, beA und Abrechnung an einem Ort: Eine Kanzleisoftware ist das zentrale Arbeitsmittel moderner Kanzleien.

Eine Kanzleisoftware ist ein Programm, mit dem Rechtsanwaltskanzleien und Notariate ihre Mandate, Akten, Fristen, Dokumente und Abrechnungen zentral verwalten. Sie verbindet die Aktenführung mit dem elektronischen Rechtsverkehr und der Buchhaltung der Kanzlei.

Im Kern steht die Akte. Zu jedem Mandat legen Sie Beteiligte, Gegner, Gerichte und Aktenzeichen an, und die Software prüft dabei auf Interessenkollisionen. Schriftsätze, E-Mails und eingehende Nachrichten aus dem beA landen in der elektronischen Akte, Vorlagen füllen Adressen und Aktenzeichen automatisch. Fristen und Wiedervorlagen trägt die Software in einen zentralen Kalender ein, den alle Berechtigten sehen.

Dazu kommen die kaufmännischen Aufgaben. Die Software berechnet Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, erfasst Zeiten für Stundenhonorare, schreibt Rechnungen, überwacht offene Posten und führt das Anderkonto. Viele Programme enthalten eine eigene Finanzbuchhaltung oder übergeben die Daten an die Steuerkanzlei. Zwangsvollstreckung, Forderungsmanagement, Diktat und Spracherkennung sind je nach Anbieter als Module erhältlich.

Gebraucht wird eine Kanzleisoftware von jeder Kanzlei, die mehr als eine Handvoll Mandate betreut: vom Einzelanwalt, der ohne Sekretariat arbeitet, über die mittelgroße Sozietät mit mehreren Standorten bis zur Großkanzlei. Notariate und Anwaltsnotariate brauchen zusätzlich Funktionen für Urkunden und Kostenrechnungen nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Tarife und eigene Wege zu den Gerichten, deshalb lohnt dort der Blick auf Anbieter mit Länderversion.

Der 6-Punkte-Test: Brauchen Sie eine neue Kanzleisoftware?
  • Fristen auf Papier: Fristen und Termine stehen in Tischkalendern oder persönlichen Kalendern.
  • beA von Hand: Nachrichten aus dem beA werden einzeln heruntergeladen und von Hand abgelegt.
  • Suchen statt arbeiten: Dokumente liegen verteilt auf Laufwerk, Ordnern und E-Mail-Postfächern.
  • Stunden gehen verloren: Zeiten werden nachträglich geschätzt oder gar nicht erfasst.
  • Homeoffice holpert: Von unterwegs oder zu Hause fehlt der Zugriff auf Akten und Kalender.
  • Altes System: Ihre bisherige Software wird kaum noch weiterentwickelt oder ist teuer im Betrieb.

Treffen drei oder mehr Punkte zu, lohnt sich ein Vergleich von Kanzleisoftware. Einzelanwälte und kleine Kanzleien finden oft in einer Cloud-Lösung einen schnellen Einstieg. Größere Kanzleien und Notariate brauchen dagegen eine Lösung mit Buchhaltung, Rechteverwaltung und Unterstützung bei der Datenübernahme.

Typische Probleme ohne passende Kanzleisoftware

Kanzleien ohne zentrale Software verlieren Zeit beim Suchen, riskieren versäumte Fristen und verschenken Honorar, weil Leistungen nicht vollständig erfasst und abgerechnet werden.

Das größte Risiko ist die Fristversäumnis. Steht eine Frist nur in einem persönlichen Kalender oder auf einem Zettel in der Akte, fällt eine Vertretung im Urlaub oder bei Krankheit schnell aus. Die Rechtsprechung verlangt eine organisierte Fristenkontrolle mit Vorfristen und Ausgangskontrolle. Eine versäumte Rechtsmittelfrist kann einen Haftungsfall auslösen, der die Berufshaftpflicht beschäftigt.

Im Alltag kostet die Suche nach Informationen viel Zeit. Dokumente liegen verteilt in Ordnern, E-Mail-Postfächern und auf dem Laufwerk, Nachrichten aus dem beA müssen von Hand zur richtigen Akte gebracht werden, und niemand weiß genau, welche Version eines Schriftsatzes die aktuelle ist. Telefonnotizen und Absprachen mit Mandanten gehen verloren, wenn sie nicht in der Akte landen.

Schließlich leidet die Abrechnung. Ohne Zeiterfassung fehlen Stunden auf der Rechnung, Gebührentatbestände nach dem RVG werden übersehen, und Vorschüsse sowie Auslagen bleiben unberücksichtigt. Offene Rechnungen fallen erst spät auf. Hinzu kommen Fragen des Datenschutzes und der Verschwiegenheit, wenn Mandatsdaten in privaten Cloud-Speichern oder ungeschützten E-Mails liegen.

Versäumte Fristen

Fristen stehen in persönlichen Kalendern, Vertretungen sehen sie nicht.

Verstreute Dokumente

Schriftsätze, E-Mails und Notizen liegen an verschiedenen Orten.

beA ohne Aktenbezug

Eingehende Nachrichten müssen von Hand der richtigen Akte zugeordnet werden.

Unvollständige Abrechnung

Stunden, Gebühren und Auslagen fehlen auf der Rechnung.

Interessenkollision

Ohne zentrale Prüfung fällt eine widerstreitende Vertretung zu spät auf.

Ungeschützte Mandatsdaten

Daten liegen in privaten Speichern oder unverschlüsselten E-Mails.

Insellösungen

Kalender, Textverarbeitung, Buchhaltung und Postfach arbeiten nicht zusammen.

Welche Arten von Kanzleisoftware gibt es?

Drei hängende Messingmedaillen mit Holzgriffen an hellblauem Rahmen mit deutscher Aufschrift
Lokale Anwaltssoftware, Cloud-Lösung, Notariatssoftware oder System für Großkanzleien: Die passende Art richtet sich nach Größe, Arbeitsweise und Rechtsgebiet.

Kanzleisoftware gibt es als lokal installiertes Programm, als Cloud-Lösung im Browser und als gehostete Variante beim Anbieter. Dazu kommen Speziallösungen für Notariate, Branchenlösungen großer Unternehmenssoftware und Systeme für Großkanzleien.

Klassische Anwaltssoftware läuft auf den Rechnern und dem Server der Kanzlei. Sie bietet meist den größten Funktionsumfang mit Buchhaltung, Zwangsvollstreckung und vielen Schnittstellen, braucht aber eigene IT, Datensicherung und Updates. Viele dieser Programme gibt es inzwischen auch gehostet im Rechenzentrum des Anbieters, sodass die Kanzlei keinen eigenen Server mehr betreiben muss.

Cloud-Kanzleisoftware läuft im Browser und wird monatlich je Nutzer abgerechnet. Sie ist schnell eingerichtet, funktioniert auf Windows, Mac und Tablet und eignet sich gut für Gründer, kleine Kanzleien und Teams, die viel im Homeoffice arbeiten. Wichtig ist hier der Blick auf Serverstandort, Verschlüsselung und die Anbindung an das beA, die bei einigen Lösungen über ein lokales Zusatzprogramm läuft.

Notariate brauchen Software mit Urkundenverwaltung und Notarkostenrechnung, für Anwaltsnotare oft kombiniert mit der Anwaltssoftware. Große Kanzleien setzen dagegen auf Systeme für Mandatsannahme, Zeiterfassung, Dokumentenmanagement und Finanzen, die sich an viele Standorte und Berufsträger anpassen lassen. Für Österreich und die Schweiz gibt es eigene Programme mit Landestarifen und dem jeweiligen elektronischen Rechtsverkehr.

Lokale Anwaltssoftware

Installiert auf Rechnern und Server der Kanzlei, meist mit großem Funktionsumfang.

Cloud-Kanzleisoftware

Läuft im Browser, monatlich je Nutzer, ideal für kleine Kanzleien und mobiles Arbeiten.

Gehostete Lösung

Gewohnte Software im Rechenzentrum des Anbieters, ohne eigenen Server.

Notariatssoftware

Urkunden, Notarkosten und Anderkonten für Notariate und Anwaltsnotare.

Lösungen für Großkanzleien

Mandatsannahme, Zeiterfassung, Dokumentenmanagement und Finanzen für viele Standorte.

Lösungen für Österreich und die Schweiz

Programme mit Landestarifen und Anbindung an den dortigen Rechtsverkehr.

Lokale Anwaltssoftware
Alles im eigenen Haus
  • Großer Funktionsumfang mit Buchhaltung und Modulen
  • Daten auf eigener Hardware
  • Eigene IT, Sicherung und Updates nötig
  • Meist Lizenz mit Wartungsvertrag oder Miete
Cloud-Kanzleisoftware
Im Browser, überall verfügbar
  • Schnell eingerichtet, kein eigener Server
  • Läuft auf Windows, Mac und Tablet
  • Monatlicher Preis je Nutzer
  • Serverstandort und Verschlüsselung prüfen

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Die passende Kanzleisoftware finden
2026
Ratgeber für Entscheider
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Die passende Kanzleisoftware finden 2026

Der Leitfaden zur Kanzleisoftware: welche Arten es gibt, wie Sie Fristenkontrolle, beA-Anbindung, Abrechnung, Datenschutz und Kosten bewerten und wie Sie den Umstieg Schritt für Schritt ohne Fristenrisiko meistern.

Kanzleisoftware Anwaltssoftware beA Fristenkontrolle Legal Tech Anbietervergleich
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Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Eine Waage mit einem Ordner "AKTE" links und einer Sanduhr rechts, beschriftet mit "FRIST und AKTE im Lot"
Fristenkontrolle, beA-Anbindung, Abrechnung nach RVG, Datenschutz und Exportmöglichkeiten: Diese Kriterien entscheiden über die passende Kanzleisoftware.

Die passende Kanzleisoftware sichert Ihre Fristen zuverlässig, bindet das beA nahtlos an, rechnet sauber ab und schützt Mandatsgeheimnisse. Eine lange Funktionsliste hilft wenig, wenn Ihr Team die Akte im Alltag nicht pflegt.

Prüfen Sie zuerst die Fristen und den elektronischen Rechtsverkehr. Die Software sollte Fristen mit Vorfristen berechnen, eine Ausgangskontrolle unterstützen und Fristen nur nach Freigabe löschen lassen. Seit 2022 müssen Anwälte in Deutschland Schriftsätze elektronisch bei Gericht einreichen. Eine gute Kanzleisoftware versendet und empfängt beA-Nachrichten direkt aus der Akte, ordnet eingehende Post zu und speichert Prüfprotokolle und Eingangsbestätigungen. In Österreich zählt die Anbindung an den WebERV, in der Schweiz an die Plattformen der Justiz.

Achten Sie danach auf Abrechnung und Organisation. Gebührenrechner nach RVG, Stundenerfassung, Vorschussrechnungen, Mahnwesen und Aktenkonto gehören zum Pflichtprogramm, dazu eine Finanzbuchhaltung oder ein Export an die Steuerkanzlei. Prüfen Sie, wie gut Vorlagen, Textverarbeitung, Diktat und E-Mail-Programm eingebunden sind und ob die Software Ihre Rechtsgebiete unterstützt, etwa Zwangsvollstreckung, Verkehrsrecht oder Insolvenzverwaltung.

Klären Sie schließlich Datenschutz, Betrieb und Vertrag. Bei Cloud-Lösungen zählen Serverstandort, Verschlüsselung, ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO und die Verpflichtung zur Verschwiegenheit nach § 43e BRAO. Bei lokalen Programmen sind Datensicherung, Updates und Hardware Ihre Aufgabe. Vergleichen Sie Lizenzmodell, Kosten je Arbeitsplatz, Laufzeit und die Frage, wie Sie Ihre Akten bei einem späteren Wechsel vollständig exportieren.

Fristenkontrolle
Sind Ihre Fristen sicher?

Die Software sollte Fristen mit Vorfristen berechnen, Erledigungen protokollieren und eine Ausgangskontrolle unterstützen. Fristen dürfen nur nach Freigabe verschwinden.

Fristen und Vorfristen automatisch berechnetZentraler Kalender für VertretungenLöschen nur mit Freigabe
Praxistipp: Lassen Sie sich in der Vorführung zeigen, wie eine Frist aus einem beA-Eingang entsteht.
beA und Rechtsverkehr
Läuft das Postfach direkt in der Akte?

Nachrichten sollten aus der Akte versendet und eingehende Post automatisch zugeordnet werden. Prüfprotokolle und Eingangsbestätigungen gehören in die Akte.

Versand direkt aus der AkteAutomatische Zuordnung von EingängenProtokolle in der Akte gespeichert
Praxistipp: Fragen Sie, ob für das beA ein lokales Zusatzprogramm nötig ist.
Abrechnung
Kommt jedes Honorar auf die Rechnung?

Gebührenrechner, Stundenerfassung, Vorschüsse, Auslagen, Mahnwesen und Aktenkonto sorgen für vollständige Rechnungen und einen Überblick über offene Posten.

Gebührenrechner nach RVG oder LandestarifZeiterfassung mit StundensätzenE-Rechnung und Mahnwesen
Praxistipp: Rechnen Sie in der Testphase ein echtes Mandat vollständig ab.
Akte und Dokumente
Finden Sie jedes Dokument in Sekunden?

Elektronische Akte, Versionen, Volltextsuche, Vorlagen mit Platzhaltern und eine gute Einbindung von Textverarbeitung und E-Mail sparen täglich Zeit.

Volltextsuche über alle AktenVorlagen mit automatischen DatenE-Mails direkt zur Akte
Praxistipp: Testen Sie die Ablage mit Ihrem echten E-Mail-Programm.
Datenschutz und Verschwiegenheit
Wo liegen Ihre Mandatsdaten?

Bei Cloud-Lösungen zählen Serverstandort, Verschlüsselung, Auftragsverarbeitung und die Verpflichtung zur Verschwiegenheit. Lokal brauchen Sie eine verlässliche Sicherung.

Vertrag zur AuftragsverarbeitungVerschwiegenheitsverpflichtung nach BRAOServerstandort und Verschlüsselung bekannt
Praxistipp: Lassen Sie sich die technischen und organisatorischen Maßnahmen schriftlich geben.
Rechte und Teamarbeit
Passt die Software zu Ihrer Organisation?

Benutzerrechte je Akte, Vertretungsregeln, Standorte und Aufgabenlisten machen die Zusammenarbeit zwischen Berufsträgern und Sekretariat einfacher.

Rechte je Rolle und AkteVertretung bei AbwesenheitAufgaben und Wiedervorlagen im Team
Praxistipp: Lassen Sie das Sekretariat die Software genauso intensiv testen wie die Berufsträger.
Automatisierung und KI
Welche Routinearbeit nimmt Ihnen die Software ab?

Diktat mit Spracherkennung, automatische Zuordnung von Post, Textbausteine und KI-Funktionen für Zusammenfassungen sparen Zeit, wenn der Datenschutz geklärt ist.

Diktat und SpracherkennungAutomatische Zuordnung von EingängenKI-Funktionen mit geklärtem Datenschutz
Praxistipp: Fragen Sie, wo KI-Funktionen die Daten verarbeiten.
Preismodell und Wechsel
Was kostet die Software in fünf Jahren?

Lizenz mit Wartung, Miete oder Abo je Nutzer, Module, Einrichtung und Datenübernahme: Vergleichen Sie die Gesamtkosten und die Exportmöglichkeiten bei Kündigung.

Alle benötigten Module im AngebotKosten für Datenübernahme geklärtVollständiger Export bei Kündigung
Praxistipp: Lassen Sie sich die Gesamtkosten für Ihre Kanzleigröße schriftlich aufstellen.
Bedarfscheck in 2 Minuten

Welche Kanzleisoftware passt zu Ihrer Kanzlei?

Beantworten Sie fünf kurze Fragen. Sie erhalten eine persönliche Übersicht per E-Mail. Unser Vergleich: Wir gleichen Ihre Antworten mit allen 29 recherchierten Anbietern ab.

Frage 1 von 5
Wie groß ist Ihre Kanzlei?
Die Zahl der Arbeitsplätze bestimmt Lizenzmodell und Funktionsumfang.
Einzelkanzlei
Ein Berufsträger, eventuell mit Sekretariat.
2 bis 10 Arbeitsplätze
Kleine Sozietät oder Bürogemeinschaft.
11 bis 50 Arbeitsplätze
Mittelgroße Kanzlei, eventuell mit Standorten.
Mehr als 50 Arbeitsplätze
Große Kanzlei mit vielen Berufsträgern.
Frage 2 von 5
Wo ist Ihre Kanzlei tätig?
Tarife und elektronischer Rechtsverkehr unterscheiden sich je Land.
Deutschland
Abrechnung nach RVG, Postfach über das beA.
Österreich
Abrechnung nach RATG, Anbindung an den WebERV.
Schweiz
Kantonale Tarife und Stundenhonorare.
Mehrere Länder
Standorte oder Mandate grenzüberschreitend.
Frage 3 von 5
Wie möchten Sie arbeiten?
Lokale Installation und Cloud haben unterschiedliche Stärken.
In der Cloud
Im Browser, von überall und auf jedem Gerät.
Lokal installiert
Programm und Daten auf eigenen Rechnern.
Gehostet beim Anbieter
Gewohnte Software ohne eigenen Server.
Noch offen
Ich will die Varianten vergleichen.
Frage 4 von 5
Welche Schwerpunkte hat Ihre Kanzlei?
Einige Rechtsgebiete brauchen spezielle Funktionen.
Allgemeine Anwaltskanzlei
Zivilrecht, Arbeitsrecht, Familienrecht und Ähnliches.
Forderungen und Vollstreckung
Inkasso, Mahnverfahren und Zwangsvollstreckung.
Notariat oder Anwaltsnotariat
Urkunden und Notarkosten.
Wirtschaftskanzlei
Stundenhonorare, Teams und Projekte.
Frage 5 von 5
Welches Budget planen Sie?
Ihre Angabe hilft, passende Tarife auszuwählen.
Möglichst gering
Open Source oder günstige Einstiegsversion.
Kleines Monatsbudget
Cloud-Lösung je Nutzer und Monat.
Mittleres Budget
Umfassende Software mit Buchhaltung und Modulen.
Größeres Budget
Individuelle Lösung mit Einführungsprojekt.
Fast geschafft
Wohin sollen wir Ihre Übersicht senden?

Sagen Sie uns, wohin wir Ihre persönliche Empfehlung schicken dürfen. Sie kommt in wenigen Minuten per E-Mail.

Vielen Dank, {vorname}

Ihre persönliche Empfehlung ist unterwegs und kommt in wenigen Minuten per E-Mail. Bitte prüfen Sie auch Ihren Spam-Ordner.

So führen Sie eine Kanzleisoftware ein

Offene hellblaue Schachtel mit Holzstäbchen, Kalender und Etikett "Fristen zuerst einpacken"
Bestand aufnehmen, Programme testen, Daten und Fristen übernehmen, Team schulen und Abläufe prüfen: So gelingt die Einführung einer Kanzleisoftware.

Die Einführung einer Kanzleisoftware dauert je nach Kanzleigröße einige Wochen bis wenige Monate. Wichtig sind eine saubere Bestandsaufnahme, die Übernahme der laufenden Akten und Fristen, eine Schulung des ganzen Teams und ein klarer Stichtag.

Starten Sie mit einer Bestandsaufnahme: Welche Akten laufen, wo stehen Fristen und Termine, welche Vorlagen nutzen Sie, wie rechnen Sie heute ab, und wer erledigt die Buchhaltung? Halten Sie fest, welche Funktionen zwingend nötig sind und welche nur wünschenswert. Testen Sie danach zwei oder drei Programme mit einer Testversion oder einer Vorführung anhand echter, anonymisierter Mandate.

Planen Sie die Datenübernahme sorgfältig. Fragen Sie den Anbieter, ob er Adressen, Akten, Dokumente und offene Posten aus Ihrem bisherigen System übernimmt, und lassen Sie sich die Kosten dafür schriftlich geben. Die laufenden Fristen übertragen Sie am besten doppelt kontrolliert, im Vier-Augen-Prinzip. Richten Sie Benutzerrechte, Vorlagen, Gebührenvorgaben und die beA-Anbindung vor dem Stichtag ein.

Am Stichtag arbeiten alle nur noch im neuen System. Schulen Sie das gesamte Team, auch Auszubildende und Teilzeitkräfte, und benennen Sie eine verantwortliche Person, die Fragen sammelt. In den ersten Wochen prüfen Sie täglich den Fristenkalender und den beA-Eingang. Nach einigen Monaten lohnt eine Auswertung: Welche Funktionen nutzt das Team, wo hakt es, und welche Abläufe lassen sich weiter automatisieren?

1 bis 2 Wochen

Bestandsaufnahme

Sie erfassen laufende Akten, Fristen, Vorlagen, Abrechnungswege und die bisherige Buchhaltung.

Pflicht- und Wunschfunktionen notierenAltsystem und Datenbestand prüfenTeam einbeziehen
1
2 bis 4 Wochen

Auswahl und Test

Zwei oder drei Programme werden mit anonymisierten Mandaten getestet und verglichen.

Vorführungen vereinbarenTestversion mit echten AbläufenAngebote vergleichen
2
1 bis 3 Wochen

Einrichtung und Datenübernahme

Benutzer, Rechte, Vorlagen, Gebühren und beA werden eingerichtet, Altdaten übernommen.

Datenübernahme beauftragenVorlagen anpassenbeA anbinden
3
Stichtag

Fristen übertragen und starten

Laufende Fristen werden im Vier-Augen-Prinzip übertragen, danach arbeiten alle nur noch im neuen System.

Fristen doppelt kontrollierenPapierkalender abschaffenAnsprechperson benennen
4
4 bis 8 Wochen

Schulung und Kontrolle

Das Team wird geschult, Fristenkalender und Posteingang werden täglich geprüft.

Schulung für alle RollenTägliche FristenprüfungFragen sammeln und klären
5
laufend

Optimierung

Abläufe werden ausgewertet, Vorlagen und Automatisierungen erweitert.

Nutzung auswertenVorlagen ausbauenRegeln für Aktenführung prüfen
6
Fristen im System
Anteil der Fristen, die zentral erfasst und kontrolliert sind
Erfasste Stunden
Abrechenbare Zeiten pro Berufsträger und Woche
Suchzeit
Zeit bis zum Auffinden eines Dokuments
Offene Posten
Summe und Alter unbezahlter Rechnungen

Häufige Fehler bei der Auswahl und beim Einsatz

Spiralkalender und Tablet zeigen Oktober mit Terminen. Notiz fragt "Welcher gilt denn jetzt?"
Auswahl ohne Sekretariat, lückenhafte Fristübernahme, Schattenkalender, fehlende Zeiterfassung und zu weite Rechte: Diese Fehler kosten Zeit und Sicherheit.

Die meisten Fehler entstehen nicht durch die Software, sondern durch eine Auswahl ohne das Team, eine nachlässige Datenübernahme und Gewohnheiten, die neben der Software weiterlaufen.

Ein häufiger Fehler ist die Entscheidung allein durch die Partner. Wer täglich mit Akten, Fristen und Post arbeitet, sitzt oft im Sekretariat, und genau diese Personen merken in der Vorführung, wo die Bedienung hakt. Ebenso riskant ist es, nur auf den Preis je Arbeitsplatz zu schauen und Module für Buchhaltung, beA oder Diktat erst später zu entdecken.

Bei der Umstellung gehen gern Fristen und Daten verloren. Laufende Fristen werden nicht vollständig übertragen, alte Akten bleiben im Altsystem, und niemand prüft, ob Dokumente korrekt zugeordnet sind. Bleibt der Papierkalender als Schattenkalender bestehen, weiß im Ernstfall niemand, welcher gilt.

Im laufenden Betrieb schleichen sich Gewohnheiten ein. Zeiten werden nicht täglich erfasst, E-Mails landen nicht in der Akte, Benutzerrechte sind zu weit gefasst, und Sicherungen oder Updates bleiben liegen. Klären Sie deshalb feste Regeln für Aktenführung, Zeiterfassung und Fristen, und prüfen Sie regelmäßig, ob sie eingehalten werden.

1
Auswahl ohne Sekretariat

Die Partner entscheiden allein, das Team stößt erst im Alltag auf Hürden.

Alle Rollen an Vorführung und Test beteiligen.
2
Nur auf den Grundpreis geschaut

Module für Buchhaltung, beA oder Diktat kosten später extra.

Ein Angebot mit allen benötigten Modulen für Ihre Kanzleigröße anfordern.
3
Fristen lückenhaft übertragen

Beim Umstieg gehen laufende Fristen verloren.

Fristen im Vier-Augen-Prinzip übertragen und gegenprüfen.
4
Schattenkalender

Der Papierkalender läuft weiter, niemand weiß, welcher gilt.

Ab dem Stichtag nur noch den Fristenkalender der Software nutzen.
5
Zeiten nachträglich geschätzt

Stunden werden am Monatsende rekonstruiert, Honorar geht verloren.

Zeiten täglich erfassen, am besten direkt aus der Akte.
6
Rechte zu weit gefasst

Alle sehen alle Akten, auch besonders vertrauliche Mandate.

Rechte nach Rollen vergeben und sensible Akten gesondert schützen.
7
Export nicht geklärt

Bei einem Wechsel lassen sich Akten und Dokumente nicht vollständig mitnehmen.

Exportformate und Kosten vor Vertragsschluss schriftlich klären.

Was kostet eine Kanzleisoftware?

Sparschwein in akademischer Kleidung mit Doktor­hut und Aktentasche neben einer Stoppuhr auf weißem Hintergrund
Cloud-Abo je Nutzer, Lizenz mit Wartungsvertrag, Miete oder Open Source: Die Kosten richten sich nach Arbeitsplätzen, Modulen und Betriebsmodell.

Die Kosten für eine Kanzleisoftware hängen vor allem von der Zahl der Arbeitsplätze, dem gewählten Funktionsumfang und dem Betriebsmodell ab. Cloud-Lösungen rechnen meist monatlich je Nutzer ab, lokale Programme über Lizenz, Wartungsvertrag oder Miete.

Einfache Cloud-Lösungen für Einzelanwälte und kleine Kanzleien starten mit einem überschaubaren Monatspreis je Nutzer, umfangreichere Pakete mit Buchhaltung, Diktat oder Spracherkennung kosten mehr. Daneben finden Sie Open-Source-Software zur kostenlosen Nutzung und Einstiegsversionen für Gründer. Klassische Anwaltssoftware wird häufig gemietet oder als Lizenz mit jährlichem Wartungsvertrag angeboten, oft modular, sodass Sie nur die benötigten Bausteine bezahlen. Systeme für Großkanzleien nennen Preise in aller Regel nur auf Anfrage.

Rechnen Sie neben Lizenz oder Abo auch Einrichtung, Datenübernahme, Schulung, Schnittstellen und bei lokalen Programmen Server, Datensicherung und IT-Betreuung ein. Auf der anderen Seite stehen weniger Suchzeit, vollständigere Abrechnungen und ein geringeres Haftungsrisiko bei Fristen. Vergleichen Sie deshalb die Gesamtkosten über drei bis fünf Jahre und klären Sie, wie Sie nach einer Kündigung an Ihre Akten und Dokumente kommen.

Open Source gratis Lizenz

Kostenlose Software zum Selbstbetrieb, Hosting und Support kosten extra.

Cloud für Einzelanwälte niedrig pro Nutzer und Monat

Browserlösung mit Akte, Fristen, beA und Abrechnung für kleine Kanzleien.

Cloud mit Zusatzmodulen mittel pro Nutzer und Monat

Mit Buchhaltung, Diktat, Spracherkennung oder KI-Funktionen.

Lokale Software zur Miete mittel pro Arbeitsplatz und Monat

Modulare Anwaltssoftware, Updates im Mietpreis enthalten.

Lizenz mit Wartung mittel bis hoch einmalig plus jährlich

Kauflizenz je Arbeitsplatz, dazu ein Wartungsvertrag für Updates und Support.

Großkanzlei-System auf Anfrage nach Projekt

Individuelle Einführung mit Schnittstellen, Datenübernahme und Schulung.

Wovon die Kosten abhängen

Die Kosten für eine Kanzleisoftware richten sich vor allem nach der Zahl der Arbeitsplätze, den benötigten Modulen und dem Betriebsmodell. Einzelanwälte finden günstige Cloud-Tarife oder Open-Source-Lösungen. Wer Buchhaltung, Diktat, Zwangsvollstreckung oder eine Lösung für viele Standorte braucht, rechnet mit höheren Kosten und einem Einführungsprojekt. Vergleichen Sie deshalb die Gesamtkosten über drei bis fünf Jahre.

Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie sich mit Kanzleisoftware aus?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wofür steht die Abkürzung beA? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Das beA ist das Postfach, über das Anwälte in Deutschland elektronisch mit Gerichten, Behörden und Kollegen kommunizieren. Die Bundesrechtsanwaltskammer richtet es für jeden zugelassenen Anwalt ein.
2 Seit wann müssen Anwälte in Deutschland Schriftsätze an Gerichte grundsätzlich elektronisch einreichen? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Seit 2022 gilt die aktive Nutzungspflicht. Schriftsätze müssen grundsätzlich als elektronisches Dokument eingereicht werden, etwa über das beA.
3 Was ist eine Vorfrist? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Die Vorfrist gibt Zeit, die Sache rechtzeitig zu bearbeiten. Zusammen mit der Hauptfrist gehört sie zu einer ordnungsgemäßen Fristenkontrolle.
4 Wozu dient die Kollisionsprüfung in einer Kanzleisoftware? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Anwälte dürfen keine widerstreitenden Interessen vertreten. Die Kollisionsprüfung gleicht neue Beteiligte mit allen bestehenden Akten ab.
5 Nach welchem Gesetz rechnen Anwälte in Deutschland ihre gesetzlichen Gebühren ab? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Das RVG regelt die gesetzlichen Gebühren der Anwälte. Eine Kanzleisoftware berechnet sie aus Gegenstandswert und Gebührentatbeständen.

Glossar: Begriffe rund um Kanzleisoftware

Die wichtigsten Begriffe rund um Kanzleisoftware, Fristen, elektronischen Rechtsverkehr und Abrechnung, kompakt und anbieterneutral erklärt.

Kanzleisoftware

Programm zur Verwaltung von Mandaten, Akten, Fristen, Dokumenten und Abrechnungen in Rechtsanwaltskanzleien und Notariaten.

beA

Besonderes elektronisches Anwaltspostfach, über das Anwälte in Deutschland mit Gerichten, Behörden und Kollegen kommunizieren.

ERV

Elektronischer Rechtsverkehr, also die elektronische Kommunikation zwischen Gerichten, Behörden und Anwälten.

WebERV

Elektronischer Rechtsverkehr der österreichischen Justiz, über den Anwälte Eingaben einbringen und Zustellungen erhalten.

E-Akte

Elektronische Akte, in der alle Dokumente, Nachrichten und Notizen zu einem Mandat gespeichert sind.

Fristenkontrolle

Organisierte Erfassung und Überwachung aller Fristen mit Vorfristen, Erledigungsvermerk und Ausgangskontrolle.

Vorfrist

Erinnerung einige Tage vor Ablauf einer Frist, damit die Sache rechtzeitig bearbeitet werden kann.

Wiedervorlage

Termin, zu dem eine Akte erneut bearbeitet oder geprüft werden soll.

Kollisionsprüfung

Abgleich neuer Beteiligter mit allen Akten, um die Vertretung widerstreitender Interessen auszuschließen.

RVG

Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, das die gesetzlichen Gebühren der Anwälte in Deutschland regelt.

RATG

Rechtsanwaltstarifgesetz, nach dem Anwälte in Österreich ihre Leistungen im Verfahren abrechnen.

Anderkonto

Treuhandkonto, auf dem Anwälte oder Notare Fremdgelder ihrer Mandanten getrennt verwalten.

Handakte

Die Akte, die der Anwalt über ein Mandat führt und nach dem Ende des Auftrags aufbewahren muss.

Aktenkonto

Übersicht über alle Zahlungen, Vorschüsse, Auslagen und Rechnungen zu einer Akte.

Mandantenportal

Geschützter Online-Bereich, über den Mandanten Dokumente austauschen und den Stand ihrer Sache sehen.

Häufige Fragen

Die wichtigsten Fragen rund um Kanzleisoftware, Fristenkontrolle, beA, Cloud, Datenschutz und Kosten, kurz und anbieterneutral beantwortet. Funktionen und Preise ändern sich häufig, prüfen Sie den aktuellen Stand direkt beim Anbieter. Die Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Was ist eine Kanzleisoftware?

Eine Kanzleisoftware ist ein Programm, mit dem Anwaltskanzleien und Notariate Mandate, Akten, Fristen, Dokumente und Abrechnungen zentral verwalten. Sie verbindet die Aktenführung mit dem elektronischen Rechtsverkehr, der Zeiterfassung und der Buchhaltung.

Welche Funktionen braucht eine Kanzleisoftware?

Unverzichtbar sind Aktenverwaltung mit Kollisionsprüfung, Fristenkalender mit Vorfristen, elektronische Akte, beA-Anbindung und Abrechnung nach RVG mit Zeiterfassung. Je nach Kanzlei kommen Buchhaltung, Zwangsvollstreckung, Diktat, Mandantenportal und KI-Funktionen hinzu.

Brauche ich für das beA eine Kanzleisoftware?

Nein, das beA lässt sich auch über die Web-Anwendung der Bundesrechtsanwaltskammer nutzen. Mit einer Kanzleisoftware versenden Sie Nachrichten aber direkt aus der Akte, eingehende Post wird zugeordnet, und Fristen entstehen ohne Abtippen. Das spart Zeit und senkt das Fehlerrisiko.

Darf eine Kanzlei Cloud-Software nutzen?

Ja, Anwälte dürfen Cloud-Dienste nutzen, wenn sie den Anbieter sorgfältig auswählen und zur Verschwiegenheit verpflichten. Die Bundesrechtsanwaltsordnung regelt das in § 43e BRAO. Dazu kommen ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach DSGVO und angemessene technische Schutzmaßnahmen.

Was ist der Unterschied zwischen Cloud- und lokaler Kanzleisoftware?

Cloud-Kanzleisoftware läuft im Browser beim Anbieter und wird meist monatlich je Nutzer bezahlt. Lokale Software installieren Sie auf eigenen Rechnern und einem eigenen Server, Sie kümmern sich selbst um Sicherung und Updates. Viele Anbieter bieten zusätzlich eine gehostete Variante ihrer lokalen Software an.

Gibt es kostenlose Kanzleisoftware?

Ja, es gibt Open-Source-Kanzleisoftware, die Sie kostenlos herunterladen und selbst betreiben können. Für Hosting, Einrichtung oder Support fallen dann meist Kosten an. Einige kommerzielle Anbieter bieten zudem Testphasen oder günstige Einstiegstarife für Gründer.

Wie lange dauert der Umstieg auf eine neue Kanzleisoftware?

Der Umstieg dauert je nach Kanzleigröße und Datenbestand einige Wochen bis wenige Monate. Am meisten Zeit brauchen Datenübernahme, Einrichtung der Vorlagen und Schulung. Laufende Fristen sollten Sie zum Stichtag im Vier-Augen-Prinzip übertragen.

Gibt es Kanzleisoftware für Österreich und die Schweiz?

Ja, mehrere Anbieter haben Programme speziell für Österreich oder die Schweiz. Sie rechnen nach den dortigen Tarifen ab, etwa dem RATG in Österreich, und binden den jeweiligen elektronischen Rechtsverkehr an. Achten Sie bei deutschen Anbietern darauf, ob eine Länderversion existiert.

Was kostet eine Kanzleisoftware?

Die Kosten reichen von kostenloser Open-Source-Software über Cloud-Tarife je Nutzer und Monat bis zu Lizenzen mit Wartungsvertrag und individuellen Projekten für Großkanzleien. Entscheidend sind Arbeitsplätze, Module und Betriebsmodell. Vergleichen Sie die Gesamtkosten über drei bis fünf Jahre.

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Michael Dobler & Markus Seyfferth
Autoren
Michael Dobler und Markus Seyfferth bilden das Autorenduo hinter den Vergleichen von Dr. Web. Anbietervergleiche sind ihre Spezialität und entstehen grundsätzlich gemeinsam: Praxiswissen aus über drei Jahrzehnten Web trifft auf den strategischen Rundum-Blick eines Chefredakteurs, damit Entscheider ohne Umwege die beste Wahl für ihr Business treffen.
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