Vom 1. bis 5. Juni 2026 trifft sich die weltweite Robotik-Forschung in Wien. Bei der IEEE International Conference on Robotics and Automation stammen über sieben Prozent aller akzeptierten Papers von deutschen Forschungspartnern. DACH zeigt Forschungsstärke auf höchstem internationalem Niveau.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie ICRA 2026 in Wien startet in einer Woche. Hand aufs Herz: Robotik-Konferenzen klingen nach akademischem Insider-Treffen. Genau diese Veranstaltung entscheidet aber mit, welche Forschung in drei Jahren als Produkt in deutschen Werkshallen ankommt. Mit über 5.000 erwarteten Teilnehmern und der Themenklammer „Robots for all“ wird die ICRA zum strategischen Schaufenster.
Das Wichtigste in Kürze
- ICRA 2026 findet vom 1. bis 5. Juni 2026 in Wien statt.
- Über sieben Prozent aller akzeptierten Papers kommen von Partnern des Robotics Institute Germany.
- Theme der Konferenz: „Robots for all“.
- Begleitend: AGIBOT World Challenge mit 530.000 Dollar Preisgeld.
Welche DACH-Institute treten in Wien an?

Robotics Institute Germany. Das RIG ist ein Konsortium aus DLR, DFKI, Fraunhofer, KIT, TUM und weiteren deutschen Forschungseinrichtungen. Bei der ICRA 2026 stellen RIG-Partner mehr als sieben Prozent aller akzeptierten Papers. Bei einer Konferenz dieser Größenordnung ist das ein deutliches Signal. Zum Vergleich: Die USA stellen rund 30 Prozent, China etwa 25 Prozent. Deutschland reiht sich damit als drittstärkste Forschungsnation in der Robotik ein.
Konkrete Beiträge. RIG-Forschende präsentieren Keynote-Beiträge, Workshops und Demos an einem eigenen Stand mit der Nummer 066. Die deutsche Präsenz reicht von Foundation Models über Soft-Robotik bis zu humanoiden Steuerungen. Markus Knauer vom DLR zeigt eine Demonstration zu robotergestützter Unsicherheits-Visualisierung. Dabei meldet ein vierbeiniger Scout-Roboter über LED-Muster, wie sicher er sich in seinem aktuellen Verständnis der Umgebung ist.
Welche Forschungsthemen prägen die Konferenz?

Foundation Models in der Robotik. Das Thema beherrscht die Agenda. Yuke Zhu von UT Austin hält eine Keynote zur Frage, ob das ChatGPT-Moment für die physische Welt bevorsteht. Foundation Models versprechen, Roboter auf vielen Aufgaben gleichzeitig trainieren zu können. Das passt zur DLR-Forschung, die Anfang des Jahres in Stanford-Kooperation einen Übersichts-Beitrag veröffentlicht hat.
Workshops zu Praxisfeldern. Bemerkenswert sind die Workshops am Konferenzrand. „Accelerating Discovery in Natural Science Laboratories with AI and Robotics“ verbindet Forschungs-KI mit autonomer Laborautomatisierung. Ein Schwerpunkt liegt auf Wirkstoffsuche und Materialwissenschaft, also genau den Feldern, in denen BASF und Bayer 2026 verstärkt experimentieren. Wer in DACH in der industriellen Forschung arbeitet, sollte die Workshop-Beiträge prüfen.
Sieben Prozent aller ICRA-Papers aus Deutschland sind keine Selbstverständlichkeit. Wer als Mittelständler 2027 Robotik einkauft, sollte wissen, welche Forschung in Wien startet. Dort entscheidet sich oft, welches Verfahren drei Jahre später in der Werkhalle steht.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was nehmen DACH-Entscheider mit?

AGIBOT-Challenge als Marktsignal. Parallel zur Konferenz läuft die AGIBOT World Challenge, ausgerichtet vom chinesischen Robotik-Konzern AGIBOT. Mit 530.000 Dollar Preisgeld zieht der Wettbewerb internationale Talente an. Die Teilnehmer entwickeln auf dem AGIBOT G2, einer industrietauglichen Humanoid-Plattform mit GO-1-Foundation-Model. Die chinesische Industrie nutzt die ICRA gezielt, um den globalen Forscher-Pool an die eigene Hardware zu binden. Für deutsche Anbieter ist das ein Weckruf: Wer die nächsten Talente will, sollte ebenfalls offene Forschungs-Plattformen anbieten.
Konkrete Empfehlung. Forschungs- und Entwicklungsverantwortliche sollten die Keynote-Sessions auf der ICRA-Webseite beobachten und die ICRA-Beiträge der RIG-Partner über das Robotics Institute Germany verfolgen. Wer in Wien vor Ort ist, findet die deutschen Forschenden am Stand 066. Für den Mittelstand lohnt ein Folgetermin: Anfang 2027 erscheinen die ersten Reviews, dann lassen sich Forschungstrends in Beschaffungspläne übersetzen.
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